Bitcoin: Hat die Kryptowährung tatsächlich das Potenzial, Fiatwährungen zu ersetzen?
Mit dem Bitcoin (BTC) hat Satoshi Nakamoto im Jahr 2009 die erste Kryptowährung der Welt auf den Markt gebracht. Zu Beginn wurde der BTC noch von Experten belächelt und der Mainstream wusste nicht einmal, dass er existiert. Rund 15 Jahre später können wir sagen: Das Blatt hat sich gewendet.
Im Mainstream kennt eigentlich fast jeder diesen Coin und bei Anlegern ist er wegen seines durchweg steigenden Bitcoin Kurs beliebt. Einige Experten sehen jedoch weitaus mehr Potenzial in ihm. Sie denken, er könnte eines Tages klassische Fiatwährungen wie den Euro oder US-Dollar ablösen.

El Salvador und die Zentralafrikanische Republik als Vorbild?
Im September 2021 führte der salvadorianische Präsident Nayib Bukele den Bitcoin offiziell als Landeswährung von El Salvador ein. Die Einführung geschah nicht bei Nacht und Nebel. Es war eine spektakuläre Show, die von Feuerwerken begleitet wurde. Damit sorgte der durchaus umstrittene Bukele in der Welt für Schlagzeilen.
Was versprach sich der Präsident von diesem Schritt? Wahrscheinlich überwiegend finanzielle Stabilität für das angeschlagene Land. Rund 70 Prozent der Bevölkerung leben in prekären Verhältnissen. Bukele verspricht sich viel von diesem Schritt – 100 Millionen US-Dollar an Steuergeldern flossen daraufhin in BTC. Die Krypto-Enthusiasten tobten vor Freude! Der Kurs stieg von 42.042,07 € (03.09.21) innerhalb weniger Wochen auf 56.278,52 (12.11.21) an.
Der große Erfolg blieb bisher jedoch aus. Hierbei sollte man allerdings auch bedenken, dass Kryptowährungen immer ein langfristiges Investment sind. Ob El Salvadors Projekt erfolgreich ist oder nicht, wird sich erst in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten zeigen. Eine Welle an Nachahmern hat Bukele bisher allerdings nicht losgetreten. Einzig die Zentralafrikanische Republik zog am 27. April 2022 nach.
Wäre es überhaupt umsetzbar, den Bitcoin zu einer Art Weltwährung zu machen?
Das Beispiel aus El Salvador mag für viele interessant klingen, klappt aber wahrscheinlich nur bedingt. Einige fragen sich: Könnte der BTC nicht sogar zu einer Art Weltwährung aufsteigen? So wie unser Geldsystem aufgebaut ist, wäre diese nicht möglich! Gründe gibt es hierzu gleich mehrere, einige haben wir Ihnen nachfolgend zusammengefasst:
- Geldpolitik der Notenbanken nicht ersetzbar: Kryptowährungen folgen meist starren und vom wirtschaftlichen Verlauf unabhängigen Regeln. Das zeigt sich beispielsweise an der Bitcoin-Begrenzung auf maximal 21 Millionen Coins, wovon aktuell über 19 Millionen schon im Umlauf sind. Fiatwährungen können jedoch seitens der Notenbanken zur Herstellung der Preisstabilität nachgedruckt werden. Notenbanken beobachten die wirtschaftliche Lage und richten daraufhin ihre Geldpolitik stetig neu aus. Kryptowährungen können dies nicht.
- Keine abgestimmte Geldpolitik in einzelnen Ländern: Die einzelnen Volkswirtschaften auf unserem Planeten unterscheiden sich immens. Unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklungen führen zu sogenannten asymmetrischen Schocks! Da Güter-, Arbeits- und Kapitalmärkte nicht ausreichend integriert sind, ist eine gemeinsame Währung nicht gerechtfertigt. Eine nationale Währungspolitik mit flexiblen Wechselkursen bedeutet bessere wirtschaftliche Ergebnisse. Ein globales Wirtschaftssystem mit einer einzigen Währung ist deshalb nicht umsetzbar.
- Keine Sicherstellung der staatlichen Souveränität: Durch Einführung einer Kryptowährung als Weltwährung würden die Staaten ihre monetäre Souveränität des Landes aufgeben. Diese würde plötzlich in den Händen von privaten Akteuren liegen, die überall auf der Welt verteilt sind. Außerdem würde die Anonymität von Kryptowährungen zu Problemen führen. So wäre es für Steuerbehörden nur schwer umsetzbar, steuerpflichtige Transaktionen zu kontrollieren. Das führt höchstwahrscheinlich zu immensen Einbußen an Steuergeldern.
Die Zukunft der Kryptowährungen liegt nicht in der Ablösung von Euro oder US-Dollar! Bitcoin & Co. zielen nämlich überhaupt nicht darauf ab, als Weltwährung zu fungieren. Ihre Stärken liegen in der Blockchain-Technologie oder auch in Smart Contracts.