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Bonobo zeigt sich mit seinem neuen Album einmal mehr von der entspannten Seite. Schon das erste Stück der LP vermag es, den angestauten Stress des Alltags komplett zu entziehen, quasi eine akustisch übertragene Rückenmassage. Die Vocals von Grey Reverend schmiegen sich perfekt an die harmonische Melodie, die sich wie bei allen Liedern der LP aus einer Vielzahl an Instrumenten bildet. Für „The North Borders“ hat sich Bonobo intensiv mit Glockenklängen auseinander gesetzt. Wie ein roter Faden ziehen sich Glocken als Verzierung durchdie Lieder, um bei „Cirrus“ dann sogar im Vordergrund zu stehen. Es ist beachtlich, wie Bonobo es schafft, aus diesen Sounds so vielfältige Lieder zu erschaffen. „Cirrus“ steht mit seinem vergleichsweise flotten Charakter im Kontrast zu allen anderen Stücken, fällt aber nicht heraus, die gleiche Klangsprache verbindet. Ein weiteres Highlight des Albums ist „Sapphire“, ein Song, der einen mit dezenten Vocals zum Tagträumen einlädt. Für das Album hat Bonobo mit einer Reihe von Künstlern gearbeitet. Neben Grey Reverend im Introsong, treten auch Erykah Badu, Szjerdene und Cornelia auf. „Heaven For The Sinners“ stellt Erykahs markante Stimme in den Vordergrund, hier hat Bonobo ihr einen musikalischen Raum geschaffen, in dem sie sich komplett frei entfalten kann. Das Album ist vom gewaltigen Anfang bis zum hypnotischen Ende mit „Pieces“ ein absoluter Hörgenuss. 9 Points/BRNK

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