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Die Erwartungshaltungen einem neuen Album von Boozoo Bajou sind zugegebenermaßen nicht wirklich groß, was per se nicht negativ gemeint ist. Irgendwie ahnt man eben, was auf einen zukommt. Doch mit dem vierten Album (Somit wäre der Titel geklärt) des Duos ist ganz anders. Schon die Single „Jan Mayen“ aus dem letzten Jahr, die auf Apollo Records erschien – dem legendären Sublabel von R&S, wo in den 90ern Ambient-Klassiker-Alben von Aphex Twin, Biosphere oder Subsurfing rausgekommen sind –, ließ aufhorchen und nun haben sie diesem ersten Schritt, der noch etwas isoliert da stand und von daher nicht wirklich aussagekräftig war, ein Album folgen lassen. Ihre bisherigen Eckpfeiler wie Jazz, Blues, Downbeat oder südamerikanische Elemente, werden hier nur rudimentär eingesetzt, bilden ein kaum spürbares Fundament. Was Heider und Florian Seyberth hier abladen – inkl. ihrer Gäste Frank Zeidler (Gitarre), Stefan Pötzsch (Violine & Piano), Markus Stockhausen (Flügelhorn), Frank Freitag (Duduk, eine armenische Flöte) sowie Max Loderbauer und Ricardo Villalobos (Synthesizer) –, das sind kosmische Explosionen in Zeitlupe, meditative Ambient-Trips, musikalisches Cinema Noir, Melancholie, Sehnsucht, Dub(-techno), eine Tauchfahrt in Klanglandschaften. Ein permanenter Rausch – transzendental und einfach hinreißend. 10/10 Dieter Horny.