Branko – der renommierte Portugiese war wieder auf Reisen

Branko – der renommierte Portugiese war wieder auf Reisen

Der portugiesische DJ und Producer Branko, bürgerlich João Barbosa, hat sich mal wieder auf Reisen begeben und seinem ohnehin schon vielschichtigen Sound eine weitere neue Facette verpasst. Auf „Vem“ vereint er den afro-portugiesischen Signature-Sound aus Lissabon mit rassigen Beats und sonnengetränkten Vocals aus Brasilien. Wir haben ihn zu seiner neuesten Kollaboration befragt.

João, lass uns direkt zur Sache kommen und über deine neue Single „Vem“ sprechen. Eine sehr besondere Veröffentlichung für dich, oder? Woher kennst du Mulú und Juniper?

Auf jeden Fall! Sie bringt so viele verschiedene Facetten zusammen – ein sehr ausgeprägtes Schlagzeugmuster aus dem Nordosten Brasiliens namens Baião, den Puls elektronischer Beats und die wunderschöne Textur und Melodie von Junipers Gesang, auf den ich damals über einen Freund aufmerksam gemacht worden war. Mulú kenne ich schon seit 2010 und ich spiele seine Musik schon ewig. Ich denke, was diese Zusammenarbeit so stark macht, ist, dass wir alle unterschiedliche Hintergründe haben, aber eine gemeinsame Liebe für Musik teilen, die die Menschen bewegt.

Hier könnt ihr in die Single „Vem“ reinhören und diese digital erwerben:

Mit der brasilianischen Musikkultur warst du schon immer eng verbunden. Wann bist du ihr das erste Mal begegnet?

Da ich in Lissabon – einem Schmelztiegel der Kulturen – aufgewachsen bin, war es unmöglich, mich den Rhythmen Brasiliens zu entziehen. Die gemeinsame Sprache spielt hier natürlich eine große Rolle. Ein tieferer Einstieg erfolgte dann mit dem Beginn meiner DJ- und Producer-Karriere. Ich entdeckte Underground-Stile aus Rio de Janeiro und São Paulo, verbrachte viel Zeit in Brasilien und arbeitete mit unglaublichen Künstlern wie Mallu Magalhães, Deekapz und BIAB zusammen.

Deine Musik ist stark von deinen Reisen inspiriert. Ein paar weitere Beispiele?

Für mein Debütalbum „Atlas“ war ich in fünf verschiedenen Städten (Lissabon, Johannesburg, São Paulo, New York und Amsterdam), wo ich jeden Tag etwa eine Woche lang mit unterschiedlichen Künstlern zusammengearbeitet habe. Das hat meine Entwicklung stark geprägt. Spannend war auch eine frühere Arbeit mit Buraka Som Sistema, bei dem der angolanische Musikstil Kuduro im Vordergrund stand. Die Beats sind hart, roh und energetisch – das hat uns sehr begeistert.

Im November hast du eine Show in Berlin. Was können wir erwarten?

Berlin ist immer ein Highlight. Im November werde ich im Gretchen zum ersten Mal mein komplettes Live-Set performen – inklusive Gitarre, Keyboards und Gesang. Ich kann es kaum erwarten.

Das Artwork von „Vem“

„Vem“ ist am 15. August via Enchufada erschienen. Am 30. November ist Branko in Berlin im Gretchen zu sehen.

Aus dem FAZEmag 152/10.2024
Web: www.instagram.com/brankoofficial