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2010 erschien unter dem Titel „Hearts“ das Debütalbum des Stockholmer Duos Maria Lindén und Fredrik Balck aka I Break Horses, das mit seinem melancholischen Soundgebilde aus Dreampop und Shoegaze der Zeit ein Stück weit voraus war. Drei Jahre später legen die zwei mit „Chiaroscuro“ nach, und längst ist die Kombination aus düsterem Wave-Electronica, 80er-Synthie-Pop und fragil-elegischem Frauengesang zu so etwas wie einem neuen Trend avanciert. Der Erfolg von Bands wie The xx, London Grammar, Daughter und Chvrches ist hierfür der beste Beweis. Und auch I Break Horses sollten gehört werden, die sich auf „Chiaroscuro“ noch ein ganzes Stück dunkler und treibender präsentieren als zuvor. Musik wie ein Lynch-Film…

„Eigentlich war das Ganze zunächst ein Soloprojekt meinerseits“, erzählt Maria Lindén zur Entstehungsgeschichte von I Break Horses. „Doch dann brauchte ich für einige Demos einen Schlagzeuger und traf auf Frederik. Es stellte sich heraus, dass er ein wahrer Poet ist, und natürlich ein super Schlagzeuger. Er begann, erste Texte zu meinen instrumentalen Stücken zu schreiben.“ Namensgebend für das Projekt war der Song „I Break Horses“ des Singer/Songwriters Bill Callahan aka Smog. „Callahan war schon immer mein Lieblingssongschreiber, und ich liebe diesen Track. So einfach ist das …“, lacht sie. Der Veröffentlichung von „Hearts“ folgten unzählige Live-Termine, was I Break Horses laut Maria in sich wachsen ließ. „Das Publikum zu treffen und all die lieben Menschen, die bei so einer Tour involviert sind, ist äußerst inspirierend.“ Inspiration gern, doch sich vom Erfolg des ersten Longplayers bei der Produktion des zweiten beeinflussen zu lassen, kam für die zwei nicht in Frage. „Ich habe mich dazu gezwungen, nicht darüber nachzudenken. Ich habe einfach gefühlt, was ich als nächstes für ein Album machen wollte, das war nicht schwer. Ich brauche es als Songwriterin, dass sich neue Soundlandschaften und Genres zwischen zwei Alben entwickeln, um die Kreativität und den Spaß beizubehalten. Es war für mich notwendig, in eine etwas andere Richtung als beim Debüt zu arbeiten. Es gibt doch nichts Langweiligeres als Bands, die immer und immer wieder im Grunde dasselbe Album veröffentlichen.“ Den Titel „Chiaroscuro“ hat man natürlich ganz bewusst gewählt, denn wie auch diese spezielle Form der Malerei ist auch die Musik von I Break Horses von Kontrasten gezeichnet. „Es gibt düstere und obskure Elemente ebenso, wie jene in einem bunteren Popgewand, zu denen die Leute hoffentlich tanzen werden“, so Maria, die sich selbst als recht melancholische Person outet. Dennoch: „Manchmal bin ich auch sehr glücklich und sozialverträglich. Ich bin mir sicher, dass alle Menschen ihre dunklen Seiten haben, ich lasse das nur mehr zu als andere.“ Insgesamt ist „Chiaroscuro“ allerdings durchaus düsterer als sein Vorgänger. „Ich hatte ein wirklich hartes Jahr und habe diese Emotionen ins Songwriting übertragen und mehr elektronische Elemente in die Produktion mit eingebracht. Das war ein ganz natürlicher Prozess.“ Entstanden ist Album Nr. 2 wie auch Album Nr. 1 im eigenen Homestudio, weitgehend frei von anderen Einflüssen. „Ich liebe es, daheim zu produzieren, so muss ich mir auch nicht um die Kosten für ein teures Studio Gedanken machen. Es ist für mich wichtig, die Songs in meinem eigenen Tempo aufzunehmen. Während der Aufnahmen habe ich kaum Musik anderer Künstler gehört, aber ich habe David Lynchs ‚Twin Peaks‘ geschaut. Und wenn ich mir nun das Album anhöre, hört man diesen Einfluss doch ganz deutlich heraus.“ Aktuell wird die dieses Jahr anstehende Tour geplant und geprobt. Vor nicht allzu langer Zeit waren I Break Horses bereits im Vorprogramm von Sigur Rós unterwegs, nun aber soll es mit dem Album im Gepäck auch endlich auf Headlinertour gehen. „Sigur Rós hatten tolle Visuals dabei, die perfekt zu ihrer Musik passten. In dieser Art würde ich für unsere Shows auch gerne etwas machen, da ich denke, dass unsere Musik so schon etwas Cineastischen hat und Visuals das unterstreichen würden.“

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www.ibreakhorses.se