Budapest verliert Club-Instanz nach zehn Jahren

Der Techno-Club Aether in Budapest schließt nach mehr als einem Jahrzehnt. Das Team kündigte das Ende am 21. September an.

Der Club bleibt an seinem bisherigen Standort noch bis zum letzten Septemberwochenende geöffnet. Am 25. und 26. September finden zwei Abschiedspartys statt. Aether wurde im Dezember 2015 mit dem Ziel eröffnet, einen Underground-Club im Zentrum Budapests zu schaffen.

Im Mittelpunkt standen laut der ursprünglichen Konzeption ein besonderes Soundsystem, aufwendige Visuals sowie die Verbindung von Musik und Community. Für das Ende nennt das Team mehrere Gründe.

Dazu gehören schnell steigende Mieten und höhere Betriebskosten. In der ausführlichen Abschiedserklärung heißt es zudem, bestimmte Interessen hätten im Laufe der Zeit zunehmend Einfluss auf den Betrieb gewonnen. Der wirtschaftliche Ertrag sei wichtiger geworden als das ursprüngliche Konzept.

„Die Kammer konnte nicht länger das bleiben, was wir aufgebaut hatten. An diesem Punkt musste eine Entscheidung getroffen werden. Wir haben uns geweigert!“, schreibt das Team. Das Projekt werde deshalb in seiner bisherigen Form am letzten Septemberwochenende beendet.

Mit zwei Veranstaltungen soll der Club anschließend ein letztes Mal geöffnet werden. Für die Abschiedsnächte sind unter anderem Sets von Jaffa Surfa, Sobek, Zvezda Beta, Captain Knuckles, Mankind, Erro, AGA2L und Daniel Moritz angekündigt.

In seiner Mitteilung blickt das Aether-Team zugleich auf die vergangenen Jahre zurück. „11 Jahre sind eine lange Zeit für einen Club. Lang genug, um zu sehen, wie sich Szenen verändern, Freundschaften entstehen, Generationen durch die Tür gehen und ganze Kapitel des Budapester Nachtlebens kommen und gehen.“

Die ausführliche Erklärung beschreibt Aether als ein Experiment, das sich im Laufe der Jahre zu etwas Eigenständigem entwickelt habe. Tausende Menschen hätten den Club besucht, Fremde seien zu Bekannten geworden und die Nächte hätten sich zunehmend von der normalen Zeitwahrnehmung gelöst.

Zum Abschied richtet sich der Dank des Teams an alle, die Teil des Clubs waren: „Der Aether besteht aus denen, die durch diese Tür gegangen sind. Denen, die gespielt haben. Denen, die dort gearbeitet haben. Denen, die ihn aufgebaut haben. Denen, die bis zum Morgengrauen geblieben sind.“

Mit dem letzten Septemberwochenende endet der Club zunächst in seiner bisherigen Form. Gleichzeitig lässt das Team eine mögliche Rückkehr offen: „Sollten die Bedingungen wieder günstig werden, beginnen die Instrumente vielleicht erneut zu funktionieren.“

 

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Quelle: Resident Advisor

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