Calvin Harris distanziert sich vom Influencer-Dasein – keine lustigen Videos

Calvin Harris distanziert sich vom Influencer-Dasein – keine lustigen Videos. Foto-Quelle: Facebook

Viele DJs inszenieren sich in den sozialen Netzwerken – etwa mit lustigen Videos, Clips aus dem Alltag, Tänzen oder sonstigen leicht konsumierbaren Inhalten, die gar nicht unbedingt immer etwas mit der Musikproduktion oder Live-Auftritten zu tun haben. Nicht so Calvin Harris: In einem Podcast erklärte der britische Musiker jetzt, warum er auf den Social-Media-Zirkus verzichtet.

Man sollte meinen, kaum noch eine Musikkarriere funktioniere ohne TikTok, Instagram und co. – besonders in der Welt der elektronischen Musik. TikTok etwa hat dafür gesorgt, dass Techno während der Covid-19-Pandemie einen Boom erfahren hat.

Calvin Harris braucht diese Art und Weise der Selbstvermarktung nicht. Der britische Produzent und DJ stand gerade für einen Podcast mit DJ Danny Howard vom BBC Radio 1 Rede und Antwort. Dort begründete er seinen Verzicht von lustigen Reels.

„Als ich angefangen habe, mit 22, da habe ich noch Vlogs auf Myspace gepostet“, so Harris, der seinen kommerziellen Durchbruch im Jahr 2008 hatte, als die Plattform Myspace noch sehr beliebt unter den sozialen Netzwerken war. Vier Jahre später, damals schon längst Weltstar, änderte er sein Social-Media-Verhalten. Die Begründung: „Als ich mich 2012 entschied, so zu tun, als wäre ich seriös, und anfing, schwarze T-Shirts zu tragen, dachte ich, ich wäre wie Steve Angello. Ich habe diesen ganzen Myspace-Kram sein lassen und dann lief die Musik viel besser, weil ich sie nicht mit meiner Persönlichkeit ruiniert habe.“

Er erkenne zwar die Möglichkeiten von Social-Media-Portalen für jüngere Künstler, sehe sich jedoch nicht in dieser Bubble: „Ich werde das nicht tun, weil ich ein 41-jähriger Mann bin. Ich werde nicht plötzlich anfangen, lustige Videos und so etwas zu machen. Es passt einfach nicht zu mir, ich finde es interessant und gut. Und es bedeutet, dass Songs von spannenden jungen Leuten den Durchbruch schaffen können.“

Anstelle dessen nutzt Calvin Harris die Musik als Sprachrohr zu seiner Community. Gerade etwa läuft sein Song „Blessings“ mit der Sängerin Clementine Douglas auf den Festivals weltweit sowie im Radio rauf und runter – trotz Plagiatsvorwürfen des ebenfalls aus Großbritannien kommenden Trance-Produzenten Chicane.

Zum ganzen Thema muss man jedoch sagen, dass Harris aus einer privilegierten Position spricht: Er hat sich seine Musikkarriere lange vor TikTok und co. aufgebaut. Ob das für junge, noch unbekannte Künstler heutzutage noch möglich ist, ist fraglich.

Calvin Harris ist der bestverdienende DJ weltweit, er erhält eine Millionen Dollar pro Auftritt, wie die Liste eines EDM-Magazins gerade feststellte.

Trotz seiner Einstellung gegenüber lustiger und unterhaltsamer Entertainment-Reels auf den Plattformen ist Calvin Harris dennoch dort vertreten – ohne geht es eben doch nicht. Anstelle dessen sieht man Videos von Live-Auftritten, Event-Flyer oder Produktionssessions. Auf Instagram hat Calvin Harris etwa 11,4 Millionen Follower, auf TikTok 1,6 Millionen. Chapeau!

Kein lustiges Video, dafür ein Live-Auftritt, hier während seiner Ushuaïa-Residency auf Ibiza:

Calvin Harris im Podcast vom BBC-Radio-1-DJ Danny Howard:

Quelle: DJ Mag

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