Calvin Harris liefert Follow-up zu Plagiatsvorwurf “Blessings”

Calvin Harris liefert Follow-up zu Plagiatsvorwurf “Blessings”. Foto-Quelle: Instagram

Es war einer der Skandale im elektronischen Musik-Business der letzten Monate – und gleichzeitig einer der größten (Ibiza-)Sommerhits: Chicane bashte gegen Calvin Harris, da dieser angeblich „Blessings“ von seinem Trance-Klassiker „Offshore“ kopiert haben soll – ohne nachzufragen. Jetzt erschien die Follow-up-Single von Harris – die sich abermals ziemlich ähnlich anhört.

„Blessings“ von Calvin Harris, den der britische Produzent gemeinsam mit der ebenfalls aus Großbritannien kommenden Sängerin Clementine Douglas aufgenommen hat, klingt sommerlich, locker, leicht und unbeschwert – wenn da nicht die Plagiatsvorwürfe von Nick Bracegirdle gewesen wären, der im Song seinen Klassiker „Offshore“, der im Jahr 1996 erschien, entdeckt hätte.

Ein solider Vocal-House-Track, der Lust auf die Balearen macht, wurde somit zum Skandal – oder zumindest zum Gesprächsthema in puncto „Copyright“. So betitelte Chicane, der mit seinen Trance-Produktionen Evergreens der elektronischen Musik erschuf, auch seinen Social-Media-Clip, in dem er die Ähnlichkeit beider Tracks aufzeigte und kritisierte.

Ein kurzer Vergleich:

Doch damit nicht genug: Auch Chicanes Hit „Don’t Give Up“ aus dem Jahr 2000, ein Vocal-Trance-Stück mit dem kanadischen Rock-Sänger Bryan Adams, klingt ähnlich. Wenngleich Chicane sich dort selbst kopiert haben könnte, hatte Calvin Harris zumindest nicht die Erlaubnis dazu. Andererseits war es in den 2000er- und 90er-Jahren sehr üblich, ähnlich klingende Nachfolgesingles auf den Markt zu bringen, bei denen Melodie oder Soundset nur leicht abgeändert worden.

Und es geht noch weiter: Wer genau hin hört, hört in der Textzeile „Don’t looking back this time“ in „Blessings“ Ähnlichkeiten zu Paul Youngs Song „Come Back And Stay“ aus dem Jahr 1983 – den wiederum Chicane im Jahr 2010 für seinen Track „Come Back“ sampelte. Die Stelle „Stay for good this time“ hat eine sehr ähnliche Melodie und sogar der Text ist nicht allzu entfernt.

Harris‘ neuestes Release könnte die Kopie-Reihe jedoch auf die Spitze treiben: Denn genauso wie Chicanes Weiterentwicklung von „Offshore“ zu „Don’t Give Up“, weist auch die neue Single „Ocean“ starke Parallelitäten zum Vorgängertrack „Blessings“ auf.

Eine ähnliche Bassdrum und vor allen Dingen – ein Gitarrenriff, das klingt, wie der melodiöse Instrumental-Teil von „Blessings“ – nur mit leicht abgewandelter Melodie, legen nahe, dass Harris sich abermals stark von Chicane hat inspirieren lassen – womöglich mit provokativer Absicht.

Schon vor wenigen Monaten stellte Harris klar: „Man kann zwei Noten über mehrere Akkorde spielen – das ist eine Tatsache. Ich mache das ständig.“ Und bashte gegen Chicane: „Der Typ tut so, als hätte er die Musik erfunden. Ich lebe und atme diesen Scheiß, Kumpel!“. Harris weiter: „Erstens hast du die Gitarre nicht erfunden. Und zweitens ist das nicht dasselbe.“

Das scheint er mit „Ocean“, dass vom Feeling und Sound übrigens an Ibiza-Vocal-Trance-Klassiker der frühen 2000er-Jahre erinnert, abermals darstellen zu wollen. Scheint, als könne abermals eine Debatte über Copyright in der popkulturellen elektronischen Musikbranche ausbrechen …

Unterdessen äußerte sich Harris über die neue Single: „Ich lieeeeebe diesen Song so sehr, ich bin so froh, ihn endlich veröffentlichen zu können, ich hoffe, er gefällt euch!“ Obgleich eine erneute Ähnlichkeit zu Chicane offenliegt, eines steht fest: ein großer Chicane-Fan scheint Harris wohl nicht (mehr) zu sein, zumindest nicht zwischenmenschlich … Als Inspirationsquelle könnten seine Trance-Klassiker dennoch dienen.

Die aktuelle Single von Calvin Harris, „Ocean“:

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