caprices_Villalobos

Los ging alles 2004, als fünf Freunde beschlossen, in der eindrucksvollen und malerischen Umgebung der Walliser Alpen ein Festival für internationale Live-Acts zu initiieren.
Anfangs noch mit Acts wie Iggy Pop, Björk, Portishead, Deep Purple wurde es sehr schnell zu einem Festival, dass sich ausschließlich auf elektronische Musik fokussierte. So auch zum 15. Geburtstag: Ben Klock, Paul Kalkbrenner, Ricardo Villalobos, Sven Väth, Luciano, Dubfire, Henrik Schwarz – um nur einige der Acts zu nennen.

Immer weiter schlängeln sich die schmalen Straßen in Serpentinen aus dem Tal hinauf, vom kleinen Ort Siders an der Rhône ins Hochgebirge. Innerhalb weniger Minuten kommt man von T-Shirt-Wetter in den Schnee. Mit jedem gefahrenen Kilometer geht es höher hinauf in die Walliser Alpen und ein spektakuläres Panorama breitet sich aus. Der erste Gedanke: Kein Ort könnte einem Festival, noch dazu einem für House und Techno, ferner liegen.

Einige Höhenmeter weiter wird schließlich der Ort Crans-Montana erreicht. Außerhalb der Wintersportsaison leben dort knapp 2000 Einwohner. Hotels und Appartements reihen sich aneinander, wie viele Orte in der Region ist Crans-Montana gänzlich auf Wintersport und Tourismus ausgerichtet. Irgendwo aus der Ferne röhrt ein dumpfer Bass. Techniker, Promoter und Sicherheitsleute schwirren durch die abgesperrten Straßen. Festivalflaggen schmücken sämtliche Häuserfassaden, Spannung und auch eine ungewisse Vorfreude liegen in der Luft.

Doch die eigentliche Party stieg schon ab 12 Uhr mittags einige hundert Meter höher, auf dem Gipfel des Cry D’Er. Mit der Gondel direkt in den Club. So ist das Gefühl. Auf 2.200 Metern Höhe mit einem Blick ins nahe Frankreich geht es auf den MDRNTY Floor. Ein transparentes Zelt mit atemberaubender Aussicht bildet den Floor für sehr 3.000 Leute. Feiern mit Urlaubsfaktor.
Um 17 Uhr am Freitagnachmittag ließ Ricardo Villalobos den Bass überschwappen und die gesamte Feiermeute bebte.

Nach einigen Stunden Gipfel-Rave ging es gegen 19 Uhr mit der Seilbahn wieder talwärts, wo direkt im Anschluss die Hauptbühne „Le Moon“ im Ortszentrum von Crans-Montana ihre Pforten öffnete. Donnerstag- bis Samstagnacht versammelten sich in dem komfortablen Großraumzelt mit Paul Kalkbrenner, Dubfire, Monika Kruse, Adam Beyer, Henrik Schwarz die großen Namen aus House und Techno bis 6 Uhr morgens. Krönender Abschluss war Sonntag das Closing Set von Sven Väth auf dem MDRNTY Floor. Im Hintergrund geht langsam die Sonne hinter weißen Bergspitzen unter, drinnen im transparenten Zelt wird die Hütte abgerissen. Wahnsinn!

Unter organisatorisch-logistischen Aspekten muss den Veranstaltern mit Sicherheit ein Kompliment ausgestellt werden. Neben dem reibungslosen Shuttle-Verkehr zwischen den Festivalknotenpunkten stellten sich sowohl auf dem MDRNTY und MOON-Floor auch die exzellent klingenden Soundsysteme als außergewöhnlich angenehm heraus. Andererseits: Für nicht sehr günstige 60 bis 80 Euro Eintritt pro Veranstaltung konnte man das mit Sicherheit auch erwarten.

Das Caprices Festival verwandelte in diesem Jahr erneut ein entschleunigtes Bergidyll in eine glitzernde Musikhochburg, wofür alleine das super-hochkarätige Line-up sprach. Dass solch ein Festivalkonzept aufgrund seiner besonderen Rahmenbedingungen in anderen Dimensionen funktioniert, widerspricht mit Sicherheit dem traditionellen Festivalgedanken, passte allerdings bestens in ein Gesamtbild aus spätwinterlichem Après-Ski mit gehörigem Luxusfaktor

Abschließend muss man sagen: Caprices ist ein sehr feines und tolles Festival, dass man mal gesehen haben sollte. Wir freuen uns jetzt schon auf die MDRNTY Cruise vom 10. bis zum 13. Juni von Genua über Sardinien, Korsika und zurück nach Genua mit Ricardo, Ilario, Pan-Pot, Matthias Tanzmann und Konsorten.

www.caprices.ch
www.mdrnty-cruise.com

Das könnte dich auch interessieren:
Festivalkalender 2018
FAZEmag Themenwoche Vinyl
Backstage @ Ikarus Festival
Mit diesen 5 Sets stimmen wir uns auf Mysteryland ein