Carl Craig Versus (Planet E:Infine)
Ein weiterer Geniestreich des Detroiters steht mit diesem Longplayer ins Haus. Bereits lang im Vorfeld durch Francois-Xavier Roth mit sechs klassisch aufgeführten Titeln im Jahr 2004 initiiert und lanciert, intensivierte sich die Zusammenarbeit zwischen Carl und dem Les Siecles Orchestra im letzten Jahrzehnt und gipfelt nun im kompositorisch adaptierten Cultureclash zwischen Club und Hochkulturmusik. 14 Titel schicken sich an, das hedonistische Technoleben mit klassischen Regionen zu hybridisieren. Titel wie “Sandstrom“, die voluminös wummernd das Auditorium erfassen, Pianos (von Francesco Tristano), die auf einer geloopt wilden Achterbahn über das Notenblatt fliegen (“Darkness“) und fein ziselierte Interludes (“Coding Sequence“,“At Les“) spiegeln in perfekter Symbiose zwischen digitalem Vorbild und klassisch geremixter Umsetzung die Genialität eines Carl Craig einerseits, aber damit auch die Transformierbarkeit und daraus ableitend die allgemeine Gültigkeit seiner Musik wider. Zu diesem Album wird es Liveperformances mit Synthies und Klavier geben. Craig erfindet sich in seinem Godmode mit Hinterfragen des eigenen Schaffens und Kreieren neuer Ausdrucksformen ein weiteres Mal. Zuhören und Genießen. 10/10 Cars10.Becker