Während man innerhalb vieler Bereiche, wie beispielsweise im Kultursektor, überzeugt ist, dass die derzeitigen staatlichen Corona-Hilfen bei Weitem nicht ausreichen, um den entstandenen finanziellen Schaden zu kompensieren, ist man bei der Deutschen Bank der Ansicht, dass zu viele staatliche Hilfen der Wirtschaft schaden könnten. Das sagte zumindest Christian Sewing, CEO der Deutschen Bank, am Montag beim CDU-Wirtschaftstag in Berlin.

Zu viele staatliche Subventionen seien nicht förderlich, da Unternehmen sich an die neue Situation anpassen müssten, erklärte Sewing. Ein “gewisses Maß an kreativer Zerstörung” müsse zugelassen werden. Anderer Meinung ist man dagegen in der Politik. Das Bundeswirtschaftsministerium machte Firmen nochmals auf die verfügbaren Gelder aufmerksam und CSU-Chef Markus Söder gab bekannt, dass weitere Hilfen nötig seien, sollte der Lockdown im Dezember fortgesetzt werden.

Dass diese angesprochenen Hilfen prinzipiell notwendig seien, bezweifelt man bei der Deutschen Bank nicht. Die Rettungsprogramme seien schließlich unentbehrlich gewesen, um der Krise schnellstmöglich entgegen zu steuern, befindet Sewing. Jetzt seien allerdings langfristige Lösungen gefragt, die in der Öffentlichkeit ausführlicher diskutiert werden müssten. Laut ihm würden Unternehmen mit einem gut strukturierten Geschäftsmodell und einem stabilen Management die Corona-Krise überwinden können. Diese Unternehmen würden dementsprechend auch Kredite erhalten. Ein Dorn im Auge sei ihm aber die kontinuierliche staatliche Unterstützung, um althergebrachte Strukturen am Laufen zu halten.

Gänzlich allein ist Sewing und die Deutsche Bank mit dieser Ansicht nicht. Seit Wochen verbreiten sich Warnungen vor einer “Zombie-Wirtschaft”, die nur mit Krediten und verlängerten Insolvenzschutz-Maßnahmen am Leben gehalten werden könne.

 

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Quelle: Reuters