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Christian Löffler ist wohl einer der besten Produzenten für elektronische Musik. Ich werfe jetzt auch mal bewusst jegliches journalistisches Vorsichtsgebot über Bord und akzeptiere die bösen Blicke unserer „Benutzt keine Superlative!“-Korrekturabteilung. Aber in jedem Release zeigt Löffler eine Brillanz und ein so tiefes Musikverständnis, dass man nicht umhinkommt, ihn zu loben. Und zudem ist „York“ noch nicht mal sein stärkstes Werk. Nein, mir persönlich fehlt sogar bei „Lhotse“ das gewisse Etwas. Aber die wahre Kraft des Release findet sich in den Details der Songs, wie fast kein anderer Produzent bekommt Löffler es immer hin, dass jede kleine, noch so verschmitzte Verzierung sich zu einem niemals monotonen Gesamtwerk zusammenfügen. Es ist die Art, wie winzige Fragmente im Hintergrund perfekt die Melodie im Fokus umspielen, die mich beeindruckt. Es ist ein Verständnis von Komposition auf einem Niveau, das so vielen anderen Leuten voraus ist. Und mit „Nordkap“ hat die EP auch einen Song, der mich an die Stimmung von „Young Alaska“ erinnert. Es bietet sich eine emotionale und durchdachte Platte, die eigentlich jedem Freude bereiten sollte. 9/10, BRNK.