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Das verflixte zweite Album. Nicht immer einfach. Kommt der Erstling oft sehr locker und entspannt aus der Feder geflossen, blockieren danach oftmals die eigenen Ansprüche die Kreativität. Und dann gibt es ja auch noch den Blick von außen, der ebenfalls gewisse Erwartungen transportiert. Clara Moto, die Anfang 2010 ihr Debütalbum „Polyamour“ veröffentlichte, hat nun alle Klippen umschifft und präsentiert mit „Blue Distance“ den Nachfolger. Das gelungene Ergebnis einer für sie sehr spannenden Periode.


Es war 2007, als Clara Agoria traf und dieser sie zu seinem frisch mitgegründeten Label InFiné Music lockte, wo sie im gleichen Jahr noch ihre erste EP veröffentlichte. Der Anfang einer bis heute währenden Liaison, sind doch fast alle Releases der in Berlin lebenden Österreicherin dort erschienen – so auch ihre beiden Alben. Mehr als dreieinhalb Jahre liegen zwischen „Polyamour“ und „Blue Distance“, eine Zeit, in der Clara u.a. auch die Entscheidung traf, ihr Studium abzubrechen, um ihr musikalisches Treiben in den Berufsstand zu heben. „Durch die Entscheidung, von der Musik zu Leben, geht schon eine gewisse Leichtigkeit verloren. Es ist ja auch nicht gerade ohne Risiko, sich für die Selbstständigkeit zu entscheiden. Aber ich will mich natürlich nicht beschweren, es war die absolut richtige Entscheidung und macht sehr viel Spaß.“ Hinzu kommt der eigene Druck, das Vorgängeralbum anders und vor allem besser zu machen. Den einen oder anderen Kritikpunkt fand Clara selbst im Laufe der Zeit nach Veröffentlichung des Erstlings. Und so zog sich vom eigenen Anspruch getrieben die Arbeit über zwei intensive Jahre, die nun ein gutes Ende genommen haben. Das „Besser“ ist erfüllt: „Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis. Ich werde bestimmt auch am neuen Album später etwas finden, was ich hätte anders machen können, aber ich habe ein viel besseres Gefühl.“ Ebenso das „Anders“: Das Debütalbum war noch wesentlich danceorientierter als das neue Werk: „’Blue Distance’ sollte kein Dance-Album werden. Auch wenn ich oft bei den Tracks mit 120/125 bpm angefangen habe, habe ich das meistens auf 100 bpm oder weniger runtergeschraubt. Das ist aber dann auch einfach passiert, das war ein ganz natürlicher Prozess. Ich lege zwar sehr gerne auf, aber hier war ich an einer anderen Seite interessiert.“ Hinzu kommt, dass Clara erstmals ihre eigene Stimme genutzt hat. Auch wenn ihre langjährige Sängerin Mimi wieder dabei ist, viele Parts hat sie dieses Mal selbst übernommen: „Teilweise habe ich die Stimme als Instrument benutzt, eher rhythmisch. Ein Ansatz, den ich sehr interessant finde. Und ich wollte das auch einfach mal selber ausprobieren.“ Was sich ebenfalls in diesem ganzen Prozess und Ergebnis widerspiegelt, ist ihre Lebenssituation – nicht nur die bereits erwähnte Entscheidung, professionell Musik zu machen. Nachdem Clara „Polyamour“ veröffentlichte, schloss sie damit einen Lebensabschnitt ab. Daraus folgend war sie viel unterwegs auf Tour, führte eine Fernbeziehung, war einfach kaum zu Hause. So wurde die Distanz zum roten Faden und Namensgeber des neuen Albums. „Hinzu kommt dann die Distanz, die man zum Hörer hat, wenn man allein im Studio sitzt. Ich will das alles gar nicht bewerten, aber generell ist Distanz auch einfach nötig. Vor allem war sie einfach da und wurde so automatisch aus dieser Situation heraus zum Thema. Jetzt, wo das Album fertig ist, habe ich diese Phase auch abgeschlossen und fühle mich auch ein bisschen erleichtert, dass es draußen ist. Mal schauen, was das nächste Thema ist …“

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