Das Berliner Klimakollektiv Clean Scene, das die Tourpläne der Resident Advisor Top 1000 DJs untersuchte, geben in ihrem Bericht, der den bissigen Titel „Last Night A Dj Took A Flight“ trägt, darüber Aufschluss, dass die besagten Acts im Jahr 2019 mehr als 51 000 Flüge unternahmen, woraus rund 35 000 Tonnen CO2 resultierten, die in die Umwelt ausgestoßen wurden.

Ferner zeigt die Untersuchung, dass Artists in 2019 durchschnittlich einen CO2-Fußabdruck von 35 Tonnen vorweisen, was 17-mal höher ist als der Richtwert für ein Individuum, der empfohlen wird, um einen Anstieg der globalen Temperaturen von 1,5 Grad zu unterbinden. Ebenfalls kommt das Gutachten zu dem Ergebnis, dass die 51 000 Flüge pro Jahr der tourenden DJs äquivalent zum Stromverbrauch von 20 000 Haushalten für ein Jahr sind. Wie man es sich auslegen möchte, könnten mit der Energie auch 8000 Festivals für drei Tage versorgt werden oder ganze 25 Millionen Platten gepresst werden.

Die Daten wurden nicht veröffentlicht, um den DJs die Schuld zu geben, sondern um diejenigen zu Rechenschaft zu ziehen, die Teil der Musikindustrie sind – eine Branche, die von unterdrückerischen Systemen profitiert, die derartige Auswirkungen auf die Umwelt hat.

Fünf Flüge in etwas über 24 Stunden sind keine Seltenheit für Superstar-DJs. Hier ein Tweet von Amelie Lens, den sie 2019 gepostet hat:

 

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