neue heimat


Es ist ja nun nicht so, dass sich die Berliner über zu wenige Möglichkeiten der Abendgestaltung beschweren müssten: Berghain, Kater Blau, Ritter Butzke, Tresor, Watergate, Weekend etc. – das Angebot ist reichhaltig. Trotzdem schmerzt es, dass aktuell zwei Clubs mit einer eingeschworenen Fan-Base geschlossen werden: Magnet Club und Neue Heimat.
Während erstgenannter Club in der Falckensteinstraße eher als Live-Bühne Bekanntheit erlangte und auch – allerdings unter anderem Namen und durch einen anderen Betreiber – weitergeführt wird, dürfte das Ende der Neue Heimat viele Berliner mehr treffen.

Nachdem das Bezirksamt der Neuen Heimat zunächst eine Schonfrist bis November einräumte, um Bauauflagen zu erfüllen, steht jetzt fest, dass das Club in Friedrichshain am Wochenende schließen wird. Am Sonntag findet der letzte Village Food Markt statt.

Wie die Berliner Seite Mit Vergnügen berichtet, sollte am Montag in einer Anhörung im Bezirksamt über das Schicksal des Clubs in der Revaler Straße entschieden werden.

Der Bezirk verweigert die von den Betreibern geforderte Baugenehmigung mit der Begründung, dass die Neue Heimat nicht auf das RAW-Gelände passt. Zum einen hätten die Betreiber eine ‘negative Vorbildwirkung’ für das RAW-Gelände, zum anderen passt die Neue Heimat nicht zu den zukünftigen Planvorstellungen des zuständigen Bezirksstadtrats Herrn Panhoff.

Besonders bitter ist diese Entscheidung, weil der Grünen-Politiker Panhoff der Neuen Heimat zunächst seine Unterstützung zu dem Projekt und der Nutzungsart zusicherte, die jetzt plötzlich nicht mehr auf das RAW-Gelände passen soll. Sebastian Baier, Betreiber der Neuen Heimat, sagte Montag der Berliner Zeitung, dass an ihnen ein Exempel statuiert werden solle: „wir fühlen uns vom Bezirksamt getäuscht und blicken jetzt auf eine große Fehlinvestition zurück.”

Mit Vergnügen befürchtet, dass mit der Schließung der Neuen Heimat nicht nur ein Stück von Berlins Essens- und Partykultur verloren geht sondern, dass dies auch ein erster Schritt in Richtung Komplettkommerzialisierung des RAW-Geländes sein könnte.

Allerdings sehen einige Berliner das Projekt Neue Heimat durchaus ambivalent, was einige Facebook-Posts belegen.

„Ich bin mir nicht sicher, ob die Neue Heimat das Friedrichshain repräsentiert, dass Anwohner (also auch ich) gerne hätten. Klar, wir sind nicht bei wünsch dir was, aber für ’ne Petition auf change.org erscheint mir euer Laden ’nen Tick zu geldgeil.“

„Genau so sieht es aus, da wurde in einem Jahr soviel Geld verdient, da hätte man die Brandschutzvoraussetzungen locker erfüllen können, aber nix gemacht außer weiter kassiert und jetzt ist das Gejammere groß und Schuld sind eh nur die Anderen.“

„Finde die Neue Heimat eigentlich ganz toll. Nicht so toll war, dass sie das M.I.K.Z bzw. dessen Nachfolger aus den Räumen verdrängt haben indem sie mehr Miete zahlen wollten. Kein gutes Geschäftsgebaren.“

Es wird interessant zu beobachten sein, ob die in den Kommentaren angesprochene Petition, mittels derer die Betreiber die Neue Heimat noch retten wollen, auf breite Unterstützung treffen wird.

Wir halten euch auf dem Laufenden.

 

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