Clubkultur fordert verbindliche Zusagen von der Politik

Clubkultur fordert verbindliche Zusagen von der Politik

Der Clubkultur Baden-Württemberg e.V. hat im Vorfeld der Landtagswahl 2026 Wahlprüfsteine zur Zukunft von Clubs, Livemusikspielstätten und der Nachtkultur veröffentlicht. Ziel ist es, Transparenz über die kulturpolitischen Positionen der Parteien zu schaffen und der Szene eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu bieten.

Die ausgewerteten Antworten zeigen: Die kulturelle Bedeutung von Clubkultur wird parteiübergreifend anerkannt. In zentralen Fragen – wie der offiziellen Anerkennung von Clubs als Kulturorte, dem Schutz vor Verdrängung durch Baurecht und Nutzungskonflikte sowie der grundsätzlichen Förderfähigkeit – besteht breite Zustimmung.

Bei der konkreten Umsetzung bleiben jedoch entscheidende Punkte offen. Instrumente wie ein landesweiter Schallschutzfonds, eine strukturelle und langfristige Förderung oder Verbesserungen bei Sperrzeiten werden von einigen Parteien nur zurückhaltend oder unter Haushaltsvorbehalt unterstützt. Damit bleibt unklar, wie belastbar die Zusagen im politischen Alltag tatsächlich wären.

Der Vorstand von Clubkultur Baden-Württemberg erklärt: „Die Szene braucht keine wohlwollenden Absichtserklärungen, sondern verlässliche politische Rahmenbedingungen. Clubs sind kulturelle Infrastruktur, Wirtschaftsfaktor und soziale Räume – ihre Zukunft muss auch kulturpolitisch abgesichert werden.“

Mit den Wahlprüfsteinen fordert der Verband von der kommenden Landesregierung konkrete Maßnahmen statt symbolischer Anerkennung. Angesichts steigender Kosten, zunehmender Nutzungskonflikte in wachsenden Städten und struktureller Unsicherheiten sieht die Clubszene dringenden Handlungsbedarf.

Die vollständigen Antworten der Parteien sind auf der Website des Verbands veröffentlicht.

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