Clubschließungen und Preiserhöhungen in Berlin: „Es ist ein ganz schlechtes Jahr“

Die Berliner Clubcommission hat wenige Tage vor der dreitägigen Nachtleben-Konferenz Stadt nacht acht ein ernüchterndes Fazit zum ersten Jahr nach der Corona-Krise gezogen. Demnach leide die Szene noch immer unter den wirtschaftlichen Konsequenzen der Pandemie.

Laut Clubcommission-Sprecher Lutz Leichsenring würden legen viele Menschen weiterhin ein eingeschränktes Konsumverhalten an den Tag legen, was wiederum Umsatzeinbüße für die Clubs bedeute. Preiserhöhungen seien die Folge, so Leichsenring gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er fährt fort: „Das ist ein doppelschneidiges Schwert, weil sich dadurch bestimmte Gruppen den Besuch nicht mehr leisten können.”

Unter anderem aus diesem Grund hatten die Verantwortlichen des Clubs Mensch Meier vor wenigen Monaten die Schließung des Clubs bekanntgegeben. Mit der Re:mise wird am kommenden Wochenende zudem ein weiterer beliebter Hauptstadt-Club seine Abschiedsparty feiern. Die Venue an der Köpenicker Straße muss wegen eines auslaufenden Mietvertrags dichtmachen.

Um der prekären wirtschaftlichen Lage entgegenzuwirken, haben sich andere Club- und Kulturstätten derweil dazu entschieden, ihre Flächen anderweitig zur Verfügung zu stellen. So wird das Areal des Kulturorts Yaam (Young African Art Market) in Zukunft im Winter für eine Eislauffläche zur Verfügung gestellt.

Viele andere Orte stünden laut Leichsenring hingegen noch ohne Plan da. Kleine Etablissements hätten es am schwersten. „Wenn wir Nischenkulturen in Berlin schützen wollen, müssen wir überlegen, wie man das mit Förderungen unterstützen kann,“ so der Sprecher.

Lösungsansätze sollen in dieser Woche bei Stadt nach acht unter dem Motto „Night Fever” besprochen werden. Infos gibt es hier.

Foto: Wilde Renate


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