Clubsterben in Amsterdam: Kultclub-Nachfolger schließt

Die Amsterdamer Clubszene verliert einen weiteren wichtigen Standort. Das TILLATEC hat seine Schließung angekündigt. Die Betreiber veröffentlichten die Nachricht am 19. Juni über Instagram. Einen konkreten Grund für das Aus nannten sie nicht. Die letzten Veranstaltungen sollen im November stattfinden.

In ihrem Statement richtet sich das Team direkt an die Community und beschreibt die Entscheidung als weit mehr als das Ende eines Veranstaltungsortes. „Das ist nicht nur ein Abschied von einem Gebäude“, heißt es. Vielmehr sei die Erklärung „ein Liebesbrief an die Menschen, die ihm Bedeutung gegeben haben“.

Das TILLATEC war im April 2024 in der Doctor-Jan-van-Breemenstraat eröffnet worden. Der Club zog in jene Räumlichkeiten ein, die zuvor vom renommierten De School genutzt wurden. Nach dessen Schließung übernahm das Projekt den Standort und etablierte sich innerhalb kurzer Zeit als feste Größe im Amsterdamer Nachtleben.

Von Beginn an verstand sich TILLATEC nach eigenen Angaben als Ort für queere Menschen, Kreative, Außenseiter und deren Unterstützer. Im Mittelpunkt stand die Idee, einen Raum zu schaffen, in dem Besucher ihre Zurückhaltung ablegen und sich frei entfalten können.

„Als TILLATEC begann, ging es nie um die unzähligen Wände, Soundsysteme oder Tanzflächen“, schreiben die Betreiber. Stattdessen habe man ein Zuhause schaffen wollen. Im Laufe des Projekts sei aus dieser Idee eine Gemeinschaft entstanden, die schließlich zu einer Familie geworden sei.

Die Verantwortlichen beschreiben das Projekt als „ein schönes, chaotisches und emotionales Experiment“. Die Menschen hinter dem Club hätten dem Gebäude Leben eingehaucht, ihm eine Seele und ein großes Herz gegeben. „Sie sind TILLATEC“, heißt es in dem Beitrag.

Zum Abschied plant der Club im November ein finales Veranstaltungswochenende. Die Betreiber sprechen von einem „Grand Finale“, das gemeinsam mit der Community gefeiert werden soll. „Ein letzter Marathon. Ein letzter Tanz. Eine letzte Chance, diese Wände Schulter an Schulter mit euch allen zu füllen.“

Musikalisch setzte TILLATEC seit seiner Eröffnung auf ein breit gefächertes Programm zwischen Techno, House und Breakbeats. Sowohl etablierte Namen als auch aufstrebende Künstler fanden dort eine Plattform. Zu den veranstaltenden Kollektiven gehörten unter anderem VBX14, Giegling und Vault Sessions.

Erst kürzlich feierte Steve Rachmad im Club sein Jubiläum „45 Years in Music“. Für die kommenden Wochen stehen zudem noch Künstler wie Bailey Ibbs, Steffi und Simo Cell auf dem Programm. Bis zum endgültigen Abschied bleibt der Club somit weiterhin aktiv. Besonders betonen die Betreiber den gemeinschaftlichen Charakter des Projekts.

„Die Geschichte von TILLATEC wurde nie von einer einzelnen Person geschrieben. Sie wurde von uns allen geschrieben“, heißt es in dem Statement. Mit der angekündigten Schließung endet nach nur rund anderthalb Jahren ein Kapitel, das für viele Besucher weit mehr war als ein gewöhnlicher Clubbetrieb. Im November soll die Geschichte von TILLATEC mit einer letzten gemeinsamen Feier ihren Abschluss finden.

 

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Quelle: Groove / Resident Advisor

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