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Zu den wichtigsten Compilations der Ibiza-Saison in Sachen Trance gehört Armin van Buurens „A State Of Trance at Ushuaïa“, die er im letzten Jahr begleitend zu seiner Residency im Ushuaïa zum ersten Mal veröffentlicht hat. Die Mixe der Doppel-CD bestehen in der Regel aus erfolgreichen Armada-Hits der letzten Monate und einigen noch kommenden und exklusiven Tracks. In der 2015er Ausgabe sind unter anderem Jorn Van Deynhovens „101010 (The Perfect Ten)“, Omnias neue Vocal-Nummer „For The First Time“ oder „Southbound“ von Protoculture außerordentlich stark – alles Titel von bereits etablierten Künstlern. Allerdings treten auch hier immer wieder neue Künstler aus dem Schatten auf die ein besonderes Augenmerk gelegt werden sollte. Tom Beijer aus dem niederländischen Castricum hat mich als Tommy Johnson, der mir selbst auch noch gar nicht so geläufig war, mit einem grandiosen Cover von Mike Oldfields „Tubular Bells“ sehr überrascht. Das Original ist ursprünglich 1973 zweigeteilt mit einer Länge von jeweils über 25 Minuten als LP auf Virgin Records erschienen – der internationale Durchbruch des britischen Progressive-Rock-Pioniers. Die Stücke bestehen aus mehreren Themen und Instrumenten, die Oldfield überwiegend selbst eingespielt und im sogenannten Overdub-Verfahren zusammengemischt hatte. Der musikalische Part der namensgebenden Röhrenglocken ist hierbei der bekannteste und wurde zudem als Teil der Filmmusik in „Der Exorzist“ übernommen. Die neue Version auf „A State Of Trance“ beinhaltet das gleiche Sample, das allerdings hierfür im Break intelligent überarbeitet wurde und orchestral auf eine wunderbar wuchtige Hook hinführt. Insgesamt eine meisterhafte Version, die für mich zu den besten Covern überhaupt zählt.

Die Wurzeln des nächsten spannenden Vertreters Bastian Van Shield liegen ursprünglich im eher progressiven Segment, doch hat Sebastian Schilde, wie der sympathische Norddeutsche eigentlich heißt, mit großem Erfolg seine Heimat als Sebastien im kommerziellen Deep House gefunden. Seine Edits zu diversen Popsongs von Dotan, Christina Aguilera, Sia oder Coldplay und offizielle Remixe für Kyau & Albert, Moby oder Röyksopp sind mittlerweile legendär. Mit seinem frischen Podcast „Everyone Needs Music Radio“ bringt er seinen musikalischen Facettenreichtum jüngst regelmäßig und traumhaft melodisch zur Ausprägung. Außerdem zählt die absolut hitverdächtige Single „High On You“ mit Vocals von Hagedorn seit einigen Monaten zu den bekanntesten und erfolgreichsten Releases auf Armadas Sublabel The Bearded Man. Die kommende Single „Escape“ feat. Satellite Empire wurde auf Armada Captivating vorab mit einem zum Original sehr kontrastreichen und pumpigen Remix des argentinischen Trance-Duos Heatbeat vorgestellt. Bürgerlich Agustin Servente und Matias Chavez, sind die beiden parallel mit dem Original „It’s Killing Me“ auf der Ushuaïa-Compilation vertreten, wie auch mit „Amistad“ auf Paul van Dyks VANDIT Records, das zusammen mit Alex M.O.R.P.H. entstanden ist. Die Single-Auskopplung „Lights“ des Labelchefs ist wiederum mit einem abwechslungsreichen Remixpaket auf Ultra erschienen. Neben dem Original Mix ist eine Uplifting-Variante des Italieners Giuseppe Ottaviani enthalten. Der deutsche Newcomer Wee-O, dessen „Fighting For“ in einem Tiësto Edit im Juli auf Musical Freedom veröffentlicht wurde, liefert hier eine ähnlich kommerzielle Progressive-Version. Der Brite Owen Westlake, der zuvor schon auch einen Remix zu „Only In A Dream“ als eine der ersten Auskopplungen des im Mai hier vorgestellten Albums „The Politics Of Dancing 3“ beigesteuert hat, bietet hier wieder eine Deep House-Version, die mir in dem Package fast sogar am besten gefällt.

Großer Remix-Output kam vor kurzem auch von dem Holländer RAM, der Ende 2013 mit „RAMelia“ einen großen Hit landen konnte. Die knapp ein Jahr alte „RAMore“ erhält auf seinem eigenen Label Grotesque zwei neue Versionen. Einerseits von dem jungen Uplifting-Talent Tomasz Popielarski alias Arctic Moon aus dem polnischen Stettin, der sonst im festen Label-Stamm von Aly & Filas Future Sound Of Egypt einzuordnen ist, und zum anderen eine coole 132 BPM-Interpretation der Briten Solis & Sean Truby. Auf Digital Society Recordings erschien zeitgleich die ein Jahr ältere „RAMnesia“ mit sechs neuen, überwiegend flotten Versionen z.B. von Nick Arbor, Chris SX und zweier Remix-Contest-Gewinnern, wobei ich die Progressive-Versionen des Argentiniers Rodrigo Deem und ganz besonders die des Ukrainers Andrew StetS am interessantesten finde. Hierzu anknüpfend geht eine ganz besonders Empfehlung an das neue Label Create Music von Stuart James Langelaan, das sich im Kontrast zu Lange Recordings eher experimentierfreudigem Progressive-Sound widmet. Frei nach dem Motto „You Are Free“ parallel auf dem Zerothree-Sampler „Unified Vol. 3“ ist „Weaponized“ als zweites Release zusammen mit dem Schotten Stephen Kirkwood ein tolles Ergebnis auf Create Music.

Viel Spaß wie immer mit meinem Mix auf Soundcloud und bis nächsten Monat!

Damian

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