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Hallo im April!
Dass innovative und außergewöhnliche Veranstaltungen häufig direkt mit großen Erfolgen belohnt werden, hat zuletzt eine neue Event-Reihe im Kölner Bootshaus bewiesen. Die Idee hinter Nibirii stammt vom Lokalmatadoren Björn Grimm – ein Interview mit ihm findet ihr in der FAZEmag-Februarausgabe in der Reihe „Helden der Nacht“ –, das Event widmet sich ausschließlich Psy-Trance und Goa und kombiniert dieses Hauptthema mit Drum ’n’ Bass und Techno auf den Nebenfloors. Eine mutige Idee mit viel Liebe zum Detail in Sachen Deko und Konzeption – und als Headliner wurde Vini Vici gebucht: Das Projekt von Aviram Saharai und Matan Kadosh gehört kommerziell gesehen aktuell zu den heißesten auf dem Psy-Trance-Markt und sogar über diesen hinaus. Die Kollaboration „Great Spirit“ mit Armin Van Buuren oder ihren Remix für Highlight Tribes „Free Tibet“ kennen auch Leute, die keine Experten in diesem musikalischen Genre sind. Somit konnte Nibirii einen sehr erfolgreichen und ausverkauften Auftakt feiern – am 29. Juli findet die Reihe mit Pixel als Headliner im Bootshaus ihre Fortsetzung.

15409493In diesem Zusammenhang stellt sich auch die interessante Frage, welche Acts theoretisch für solche Konzepte ebenfalls infrage kämen. Goa ist an und für sich nicht nur eine Musikrichtung, sondern auch ein Lifestyle, dessen Name auf die frühen Raves im indischen Bundesstaat Goa zurückgeht und der heute musikalisch verstärkt von DJs und Produzenten aus Israel repräsentiert und international vertrieben wird. Zum Beispiel durch Vini Vicis Stamm-Label Iboga Records aus Dänemark, wo auch gerade deren neues Release „FKD Up Kids“ erschienen ist.

15444262Selbst typische Vertreter des Uplifting Trance folgen – zumindest mit Einflüssen – musikalisch dieser Richtung, auch wenn sie kulturell diesem Thema nicht zuzuordnen sind. Jüngst hat das mittlerweile Crossover-Label Black Hole Recordings einen Sampler mit dem Titel „Psytrance 2017 Volume 1“ veröffentlicht, auf welchem unter anderem Namen wie Sean Tyas, Richard Durand, Simon Patterson und sogar Markus Schulz – mit einem Remix seiner letzten Single „In The Night“ von Eddie Bitar – zu finden sind. Auch wenn ich mir solche Tech-Trance-Vertreter aus UK wie Jordan Suckley oder Bryan Kearney innerhalb einer Event-Reihe wie Nibirii als erfolgreiche Headliner durchaus vorstellen könnte, sehe ich keine kulturelle Verschmelzung dieser Genres. Die Musik ist mit 138 bpm schnell, klingt frisch und ist mit Uplifting Trance einfach gut kombinierbar.

15423510Der Australier Feliciano Moody alias Exis ist ein weiteres Beispiel hierfür. Seine „Mantra“ auf Armadas Sublabel Who’s Afraid Of 138!? ist eine extravagante Psy-Nummer, Ende 2016 sorgte er auf Alex M.O.R.P.H.s Label Universal Nation mit einem grandiosen Remix für Ben Nickys „Anywhere“ für Furore. An anderer Stelle teilt sich Exis mit seinem Landsmann MaRlo das Remix-Release zu Armin Van Buurens aktuellem ASOT-800-Anthem „I Live For That Energy“ auf A State Of Trance.

15479696Neben einem neuen, coolen Remix für Armin Van Buurens aktuelle Single „I Need You“ durch den Briten Ian Standerwick – der wiederum vor Kurzem zusammen mit Gareth Emerys „Saving Light“ auf Nummer 1 der Beatport-Overall-Charts stand – kam auf dem Imprint Armind eine ganz andere, tolle und seltene Kollaboration zustande: Die deutsche Progressive-Trance-Legende ATB* hat sich mit dem moldawischen Modern-Day-Mozart Andrew Rayel im wahrsten Sinne des Wortes im Studio „Connected“. Herausgekommen ist ein wunderschönes Ergebnis, in welchem das Arrangement und das legendäre Piano aus dem Hause André Tanneberger deutlich zu erkennen sind und das Hauptthema bilden. Die Produktion ist im Allgemeinen sehr smooth und hat in dem Fall keine hervorstechenden Big-Room-Elemente, wie man es von Andrew Rayel sonst erwarten würde. Sie ist auch Teil des kommenden ATB*-Albums „Next“, das Ende April auf Kontor erscheinen wird, und lässt die Vorfreude darauf umso mehr wachsen!

15425016In einer ähnlichen Stilrichtung hat mich auch wieder Farius sehr positiv überrascht: Es handelt sich hier um einen Newcomer aus London mit klassischer Musikausbildung, den zwar viele noch nicht auf dem Schirm haben, der dafür aber ein melodisches Progressive-Brett nach dem anderen produziert. Sein Remix für Conjure Ones „Kill The Fear“ auf dem Mainlabel Armada Music ist super, „Sweet Deception” auf Delirium Records jedoch ein Meisterwerk und vielleicht der beste Track, den ich bisher überhaupt von ihm gehört habe.

15423027Last, but not least war für mich der Zusammenschluss von Markus Schulz unter seinem Nebenprojekt Dakota mit dem holländischen Techno-/Tech-House-Produzenten Koen Groeneveld relevant, der früher insbesondere durch Mark Knights Label Toolroom sehr präsent war. „Mota-Mota“ groovt!
Viel Spaß wie immer auch mit meinen Mixen auf SoundCloud und bis nächsten Monat!

Euer Damian
www.soundcloud.com/damianduda