„Dance or Die“: Hardcore-Raverin veröffentlicht Buch

Hardcore ist Gefühl, Haltung und Lebensstil zugleich – und seit seinen Anfängen im Frankfurter Techno 1990 ein Rückzugsort für marginalisierte Menschen weltweit.

In „Dance or Die“ zeichnet Musikjournalistin Holly Dicker erstmals eine kritische Studie der Szene, die drei Jahrzehnte musikalischer Experimente, gesellschaftlicher Umbrüche und politischer Interventionen abbildet.

Das Buch erzählt vom düsteren Aufstieg Hardcore-verliebter Subkulturen, deren Ursprünge 1989 in einem Frankfurter Industriegebiet liegen und die bald die Clubs, Lagerhäuser und Felder Europas und Amerikas eroberten.

Mit Archivmaterial, persönlichen Erinnerungen und Stimmen queerer Pionierinnen dokumentiert Dicker eine Kultur, die sich durch extreme Sounds, Widerstandskraft und das Versprechen „tanzen oder sterben“ definiert.

„Dance or Die“ beleuchtet transnationale Achsen, die von Gabber in Rotterdam über die Hardcore Warriors in Norditalien bis zu autonomen Vinyl-Netzwerken in London reichen. Die Hingabe der Community zeigt sich in DJs, die Schlaf und Stabilität opferten, um den Sound weiterzutragen.

Die Erzählung führt durch die Stigmatisierungen und moralischen Paniken der 90er Jahre bis zur Wiederbelebung der Szene in den 2010ern. Für Dicker begann die Faszination während ihrer Studienzeit in Manchester:

„Irgendwo zwischen Partys in klaustrophobischen Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg und heruntergekommenen Kinos ohne Boden wurde ich zu einer Hardcore-Raverin“, erzählt sie in einem Interview mit Groove.

Später in Rotterdam erlebte sie, wie Gabber zur Popmusik des Landes wurde, und berichtete über den legendären Thunderdome-Rave mit 40.000 Teilnehmern. Die Autorin setzt dabei bewusst andere Schwerpunkte: Weg von etablierten Helden hin zu Frauen und queeren Stimmen, die den politischen Kern der Bewegung prägten. „Hard Music ist nach wie vor das ultimative Rüstzeug und eine Waffe in einer Welt der ständigen Krisen.“

 

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Quelle: Groove

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