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Ja, das vierte Soloalbum von Dapayk klingt so rau und ruppig wie es angepriesen wird, und zwar bei konstant schnellem Tempo. Und nochmals Ja – der Sound hört sich schnörkellos, minimal und direkt an. Ungefiltert eben. Aber auch das spielerische Element ist präsent, genauso wie der subtile Dapayk’sche Kleister, der die Tracks zusammenhält. Diese Kombination ist es, die das gewisse Etwas ausmacht. Es zeugt von einer ausgeprägten Liebe zum Detail und zum Abenteuer, wie der Berliner Musiker Niklas Worgt hier Sound ausprobiert, zusammenfügt und abrundet – fast ausschließlich mit analogen Synthesizern, Samplern und Sequencern. In jedem Track entfaltet sich gekonnt eine individuelle und groovige Energie und Harmonie, obwohl Dapayk viel mit Brüchen und gegen die Erwartungen arbeitet. Man merkt, dass hier ein feinsinniger Soundtüftler mit Stil am Werk ist und kein effekthaschender Techno-Metzger. Zwar hat nicht jeder der zwölf Tracks die gleich große Vereinnahmungskraft, der innewohnende Groove zieht aber fast immer. „Transformation“ gehört auf jeden Fall in die Clubs: Supercool, schroff und roh, mit Ecken und Kanten, die Laune machen. Einem Wirbelsturm gleich fegt „Raaaw“ herein, bei „Too Deep too Sleep“ wirkt der minimal-repetitive Stakkato-Effekt. „12Hours“ punktet mit nonchalanter Sogkraft und einem derart soften „Yeah“, das nicht nur unter die Haut geht, sondern sich sogleich ins Hirn einbrennt. Und last but not least gibt es da noch diesen sagenhaften Bass in „Last Rounds“, der die zarten und verspielten Klangteilchen sachte, aber bestimmt in ihre Spur schubst. 10/10 Cora Gutiérrez


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