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Das ist Ritalin

Das ist Ritalin

Der Pharmazeut Leandro Panizzon synthetisierte in den 1940er Jahren erstmals Methylphenidat. Er testete es an sich selbst und seiner Frau Marguerite (kurz:Rita). Diese war so begeistert von der neuen Substanz, dass der Name Ritalin von ihrem Spitznamen hergeleitet wurde.
Ritalin ist ein verschreibungspflichtiges Medikament in Pillen- oder Kapselform. Hauptsächlich wird es Kindern und Jugendlichen mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen) verschrieben, aber auch Erwachsene leiden unter ADHS und bekommen Ritalin verschrieben. Es wird eingesetzt gegen mäßige bis starke Hyperaktivität, einer chronisch kurzen Aufmerksamkeitsspanne, hohes Ausmaß an Ablenkbarkeit und Impulsivität. Die chemische Bezeichnung heißt Methylphenidat und ist ein Arzneistoff mit stimulierender Wirkung, ähnlich wie Amphetamine. Es soll die Konzentration und Lernfähigkeit steigern. Wer an den oben genannten Symptomen leidet, wird durch Einnahme von Ritalin ruhiger, obwohl der Wirkstoff paradoxerweise aufputscht.

Wirkungsweise von Methylphenidat
Die Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin werden durch Methylphenidat gehemmt. Bei diagnostizierten ADHS weißt man im Vergleich zu Menschen, die kein ADHS haben, eine höhere Anzahl dieser Neurotransmitter auf. Durch die hervorgerufene Blockade gleicht sich der physiologische Zustand an. Die Folge: Man ist konzentrierter und ruhiger. Wird die Dosis individuell eingestellt, wird das Dopaminsystem optimal beeinflusst und Patienten sprechen von einer deutlichen Besserung und einer klare Konzentration auf die Aktivitäten, womit sie beschäftigt sind. Das Gehirn ist weniger stark ablenkbar und kann wichtige von unwichtigen Informationen (z.B. Nebengeräusche) besser filtern. Prioritäten können effizient gesetzt und eingehalten werden. Das Wirrwarr von emotionalen Dingen löst sich auf und es schwirren einem nicht mehr 1000 Sachen gleichzeitig mit gleich hoher Priorität durch den Kopf. Eine bessere Stimmungsstabilität wird ebenso nachgesagt.
Die Effekte sind auf die Dauer der Wirkung von Methylphenidat beschränkt (drei bis acht Stunden).

Nebenwirkungen
Die häufigsten Nebenwirkungen von Methylphenidat sind Schlafstörungen und Appetitlosigkeit. Nicht selten kommt es auch zu depressiven Verstimmungen, Schweißausbrüchen und Übelkeit.
Langfristig kann es Psychosen auslösen, durch die Appetitlosigkeit kommt es zu Gewichtsverlust, Hautentzündungen und Infektionen werden durch den Schlafmangel hervorrufen. Weiter können Libidostörungen und Impotenz eine Folge sein.
Eine Überdosierung führt zu Krämpfen, Fieber, Kreislaufkollaps und Atemlähmung. Ärztliche Behandlung ist umgehend notwendig.

Ritalin und seine Wirkung bei Menschen, die nicht an ADHS leiden
Ritalin ist auch bekannt als Studentendroge oder „Ersatz-Speed“. Damit man Unmengen Wissen pünktlich zur Prüfung ins Gehirn bekommt, sich auf den Lernstoff konzentrieren kann (und sich nicht durch schmutzige Fenster oder anderen Lappalien wie Staub auf dem Boden ablenken lässt) und nicht müde wird und die Nächte durchlernen kann, wird gerne Ritalin geschluckt. Leider bleibt oft die erwünschte Wirkung aus, wenn man kein ADHS hat. Ritalin macht auch nicht schlauer. Publikationen aus den Jahren ab 1990 zeigen auf, dass Untersuchungen ergeben haben, dass sich keine Evidenz für gesteigerte Lern- und Gedächtnisleistung gebe. Lediglich die generelle Wachheit und Aufmerksamkeit sei gestiegen. Die Erwartungen an die positiven Effekte wurde überstiegen.
Es kann zwar auch bei Menschen, die nicht an ADHS leiden, durch Psychostimulanzien wie Methylphenidat eine unspezifische Konzentrations- und Leistungssteigerung erzielt werden.  Meistens aber sind keine ähnlichen Wirkungen zu vermerken wie bei ADHSlern. Kein „on-off“-Effekt für Konzentration- und Leistungsanstieg. Es treten eher Unruhe-Gefühle, Herzrasen und hoher Blutdruck auf. Wird Methylphenidat sehr hoch dosiert angewandt, besonders wenn man es schnupft oder intravenös nimmt, kann es stark antriebssteigernd wirken und zu überschwänglicher Euphorie führen.

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