Der BVMI (Bundesverband Musikindustrie) hat seine Halbjahresbilanz veröffentlicht.

Die Musikindustrie sei demnach im 1. Halbjahr trotz der andauernden Corona-Pandemie gewachsen und habe rund drei Viertel des Gesamtumsatzes (74,2 Prozent) durch das Digitalgeschäft erwirtschaftet – ein Anstieg von 16,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (64,4 Prozent). Das physische Geschäft komme dementsprechend auf einen Anteil von 25,8 Prozent (-18,6 Prozent).

Insgesamt 787,7 Millionen Euro nahm die Branche laut des Berichts in den ersten sechs Monaten des Jahres durch Audio-Streams, CD-Verkäufe, Downloads und Vinyl-Verkäufe ein – eine Steigerung von 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (1.Halbjahr 2019: 748,1 Millionen Euro). Einen Mammut-Anteil an dieser positiven Entwicklung besäße demnach das immer beliebtere Audio-Streaming, das um 20,7 Prozent zunahm (65,7 Prozent Gesamtanteil). Großer Verlierer ist laut BVMI das CD-Format, das einen Rückgang von -22,9 Prozent verzeichnet (Anteil: 20,0 Prozent). Die Rückgangsrate ist somit doppelt so hoch wie die aus dem Vorjahreszeitraum. Begründet sei dies vor allem durch die Corona-Krise, die den physischen Distributionswegen immer mehr zusetze. Auch bei Downloads mache sich eine negative Entwicklung bemerkbar: -22,5 Prozent Umsätze stehen hier auf dem Deckel, was einen Gesamtanteil von nunmehr 5,1 Prozent bedeutet. Das Vinyl-Format dürfe sich hingegen über eine Zuwachs-Rate von 4,6 Prozent freuen (Umsatzanteil: 4,5 Prozent).

Für Dr. Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des BVMI, seien diese Zahlen durchaus erfreulich und würden eine erfolgreiche Digitalstrategie der Mitgliedsfirmen in den vergangenen Jahren belegen. Gleichzeitig macht er aber auf die wachsende Relevanz der Urheberrechtslinie aufmerksam: “Mit einem Digitalanteil von fast 75 Prozent ist die wortlautgetreue Umsetzung der Urheberrechtsrichtlinie in deutsches Recht nun oberste Priorität, denn hier wird der Rahmen gesetzt, in dem das digitale Wachstum in Zukunft stattfindet. Der sogenannte Diskussionsentwurf, den das BMJV (Bundesministerium der Justiz für Verbraucherschutz) kürzlich vorgelegt hat, sendet das sehr beunruhigende und daher für die Branche inakzeptable Signal, dass hier ein deutscher Sonderweg eingeschlagen werden soll, der weder die Richtlinie reflektiert, wie sie ursprünglich gedacht ist, noch die Interessen der Rechteinhaber.“

Weiterhin sei es wichtig, das leichte Wachstum der Branche auch in den musikwirtschaftlichen Gesamtkontext einzuordnen. Die anhaltende Corona-Krise sei schließlich ein herber Schlag für den Live-Sektor, mit fatalen Folgen für Künstler*innen und alle Beteiligten. “Auch deshalb begleiten wir die Forderungen nach staatlichen Hilfsmaßnahmen solidarisch”, so Drücke.

Die Entwicklung also zusammengefasst:

 

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