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Der Winter in Zürich – Weihnachten und Nightlife


Vor wenigen Monaten noch durften wir euch von der kleinen, bunten und sehr unterhaltsamen Metropole am See erzählen, die mit ihren tollen Bars, Kneipen und Clubs einlädt, die lauen Sommernächte außerhalb der eigenen vier Wände zu verbringen. Doch damit ist jetzt Schluss – also nicht mit dem vielfältigen Kulturprogramm oder gar Zürich selbst, sondern den Sommernächten. Zugegeben, überraschend kommt das im Dezember nun wirklich nicht, doch wir nehmen die Zeit der Besinnlichkeit zum Anlass, euch einen kleinen Überblick über das winterliche Geschehen in der größten Stadt der Schweiz zu geben.

Natürlich findet ihr auch in Zürich die klassischen Weihnachts- und Christkindlmärkte, die mit zahlreichen Hütten, weihnachtlicher Dekoration, Konzerten und jeder Menge Leckereien aufwarten. Der „Christkindli Markt“ in der historischen Haupthalle des Züricher Hauptbahnhofs entwickelte sich seit 1994 zu einem der größten Indoor-Weihnachtsmärkte Europas. Teil des Marktes ist auch ein Weihnachtsbaum, der mit über 7.000 kristallenen Ornamenten verziert wird und weit über die vielen Aussteller und Buden ragt und strahlt. Neue Akzente setzte der Markt auch durch seine „Christmas Light Show“, die das historische Gebäude in stimmungsvolle Lichter taucht.

Gemütliches Weihnachtsshopping fernab vom üblichen Einkaufsstress verspricht der etwas andere Weihnachtsmarkt „Heiliger Bimbam“: 2010 ins Leben gerufen, bietet er vor allem kleinen, unabhängigen Labels sowie Jungdesignern, Kleinstproduzenten und Künstlern eine Plattform. Auch Concept Stores, Antiquitäten und ausgesuchte Vintage-Accessoires findet ihr auf diesem Markt, der vom 15. bis zum 18. und vom 22. bis zum 23. Dezember in der – uns dank Electric City gut bekannten – Maag Halle stattfindet. Während also im Sommer Len Faki, Chris Liebing, Alan Fitzpatrick oder Felix Kröcher die ehemalige Fabrikhalle beschallen, wird sie im Winter von Glühweinduft, selbstgemachten Keksen und dem lokalen Kreativgewerbe vereinnahmt. Mit täglich über 150 wechselnden Ständen lädt hier der größte Weihnachtsmarktplatz zum Adventsbummel ein und zeigt auf glimmernde Weise, was die heimische Designszene zu bieten hat.

Wer es noch gemütlicher mag und es vorzieht, nach einem schönen Winterspaziergang nach Herzenslust zu schlemmen und zu schmausen, dem könnte es in Frau Gerolds Garten gefallen. Das Restaurant passt sich der Jahreszeit an: Während sich im Sommer die Gäste auf den Sonnenterrassen tummeln, suchen sie in der kalten Jahreszeit Frau Gerolds Winterstube, einen Holz-Pavillon mit großem Kamin, auf. Hier werden verschiedene Fondues und andere Winterspezialitäten serviert. Wer noch etwas Bergromantik und einen einzigartigen Ausblick über den Zürichsee genießen möchte, dem sei abschließend das „Chalet Züriberg“ empfohlen. Die aus historischem Holz gebaute Fonduehütte auf der Terrasse des Sorell Hotels bietet winterliche Köstlichkeiten, jede Menge Gemütlichkeit und einen Blick auf verschneite Alpen. Hört sich das nicht traumhaft an? Zürich kann deutlich mehr als „nur“ Street Parade!

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Zürich bei Nacht

Wir wissen nun bereits, dass es sich in Zürich zu jeder Jahreszeit aushalten lässt. Im Sommer auf Open Airs, in zahlreichen Bars oder Cafés, auf der großen, uns allen bekannten Parade, in den Bergen oder am See. Und eben auch im Winter, wie ihr diesem Heft entnehmen könnt. Da wir in dem besagten Artikel vor allem auf das Tagesprogramm eingegangen sind, möchten wir euch nun einen Einblick in das Nachtprogramm geben. Vier tolle Clubabende haben wir uns dafür rausgepickt.

Beginnen wir doch direkt mit dem Club Zukunft, der am Donnerstag, dem 8. Dezember, mit Marcel Dettmann einen DJ-Hochkaräter ins Rennen schickt. Über den Berghain-Resident brauchen wir vermutlich nicht mehr allzu viele Worte verlieren. Über 15 Jahre Stamm-DJ in einer DER Techno-Institutionen zu sein, spricht für sich selbst. Darüber hinaus veröffentlicht er seine Produktionen nicht nur auf Ostgut Ton, 50Weapons oder Music Man, sondern auch auf dem eigenen Label Marcel Dettmann Records. Die Zukunft findet ihr im Herzen Zürichs unweit des Hauptbahnhofs. Der Eintritt an diesem Donnerstag ist frei!

Für alle mit antrainierter Partyausdauer geht es am nächsten Tag, dem 9. Dezember, in den Club Hive, was zu Deutsch so viel bedeutet wie „Bienenstock“. Zugegeben, im ersten Moment klingelt es da nicht direkt bei jedem, doch der Club und alle, die Teil dieses Projektes sind, möchten mit diesem Namen verdeutlichen, dass sie Nährboden für eine sich laufend weiterentwickelnde Subkultur sind. In dieser Nacht erwartet euch ein Mix aus House und Techno vom Duo Stefanik & Kaden, das nicht nur das Cover unserer letzten Ausgabe zierte, sondern auch musikalisch zu überzeugen weiß. Doch das soll es noch nicht gewesen sein: Ebenfalls Teil des Line-ups sind die Berliner Acts Chopstick & Johnjon, Kotelett & Zadak, Live-Act Are Age sowie Gleichschritt, Ida, R.EK, und Herb.ie. Die Party steigt im Rahmen des Gundton Festivals, das sich bis in den Sonntagmorgen erstreckt. Ihr könntet im Hive also noch eine weitere Nacht auf eure Kosten kommen! Das Programm mit Serge Devant aus New York, Fur Coat aus Barcelona, Marlon Hoffstadt aus Berlin sowie vielen weiteren Musikern lädt auf jeden Fall dazu ein.

Ob ihr nun drei Tage wach bleibt oder etwas kürzer tretet, bleibt euch überlassen – klar ist, dass bereits eine Woche später der nächste Rave vor der Tür steht. Drumcode-Labelhead Adam Beyer bespielt den Bienenstock! Namen wie dieser sind zwar beinahe in jedem Festival-Line-up zu finden, doch die Klubnächte mit solch namhaften DJs sind selten geworden. Umso mehr könnt ihr euch also auf den 17. Dezember freuen, wenn der Gründer und Macher des wahrscheinlich bekanntesten Technolabels Drumcode zu Gast sein wird.

Kurz vor Heiligabend haben wir noch einen letzten Tipp für euch: Es geht in Frieda’s Büxe in der Friedaustraße, wo das Kölner Label Feines Tier eine Showcase-Night mit Holger Hecler, Franca und Philipp Fein feiert. Damit könnt ihr euch selbst ein kleines, aber sehr feines Geschenk machen – und das noch vor der Bescherung!

Viel Spaß in Züri und frohes Fest!