
Die Niederlande gelten als eine der zentralen Drehscheiben für den internationalen Drogenhandel in Europa. Nun hat das Parlament in Den Haag beschlossen, synthetisch hergestellte Designer-Drogen zu verbieten.
Ab dem 1. Juli dürfen die psychoaktiven Substanzen für diese Drogen weder produziert noch gehandelt werden. Ziel der Maßnahme ist es, die Produktion neuer Substanzen und den internationalen Drogenhandel einzudämmen.
Bisher unterlagen nur bereits fertige und als gefährlich eingestufte Pillen einem Verbot. Hersteller konnten dies umgehen, indem sie die chemische Zusammensetzung geringfügig veränderten.
Mit dem neuen Gesetz wird die gesamte Stoffgruppe der psychoaktiven Substanzen untersagt. Dadurch soll verhindert werden, dass neue Varianten entwickelt werden, die sich rechtlich in einer Grauzone bewegen.
Das Gesundheitsministerium warnt davor, dass die Gefahren von Designer-Drogen oft unterschätzt werden. Ihre einfache Verfügbarkeit und die bislang legale Herstellung könnten bei Konsumenten den falschen Eindruck erwecken, dass sie harmlos seien.
Das Verbot soll ein klares Signal senden: Designer-Drogen sind gefährlich und stellen ein ernstes Gesundheitsrisiko dar. Polizei und Justiz hatten sich bereits seit längerem für ein Verbot ausgesprochen. Sie erhoffen sich eine erleichterte Bekämpfung des internationalen Drogenhandels.
Die Niederlande sind nicht nur ein zentrales Transitland, sondern auch einer der führenden Produktionsstandorte für synthetische Drogen wie MDMA (Ecstasy) und Amphetamine. Die illegalen Labore zeichnen sich durch hohe Produktionskapazitäten aus.
Im Jahr 2020 wurden mindestens 19 Drogenlabore aufgedeckt. Darunter befand sich eine der größten jemals entdeckten Produktionsstätten, die täglich Drogen im Wert von bis zu sechs Millionen Euro herstellte.
Die synthetischen Drogen aus den Niederlanden werden weltweit exportiert, wobei der geschätzte Jahresumsatz des Exports auf rund 19 bis 20 Milliarden Euro beziffert wird. Organisierte kriminelle Netzwerke spielen dabei eine zentrale Rolle.
Im Jahr 2016 starben etwa 15 Personen pro Million Einwohner an einer Überdosis illegaler Drogen. Mit dem neuen Verbot soll nicht nur die Produktion erschwert, sondern auch der Konsum unattraktiver gemacht werden.
Quelle: ZDF
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