Pic by Ross Garrett


 

Die elektronische Musikszene steht oftmals für die Werte Toleranz, Akzeptanz und Gleichberechtigung. Doch nicht jeder lebt und versteht diese Werte, insbesondere im Hinblick auf die LGBTQ-Szene. So auch die Gruppe Die Antwoord, die wegen angeblicher homophober Hasskriminalität aus einigen Festival-Line-ups geschmissen wurde.

Die Antwoord besteht aus dem Rapper Ninja, der Sängerin Yolandi Visser und DJ Hi-Tek. Die drei werden auch als „Rap-Rave-Gruppe“ bezeichnet und kommen aus Südafrika. Bekannt sind sie für ihre äußerst schrägen Performances und Produktionen. Wie beispielsweise „Baby’s On Fire“ aus dem Jahr 2012.

Nun ist ein Video aufgetaucht, dass die Band nicht mehr so gut darstellt. Es ist ebenfalls aus dem Jahr 2012 und zeigt Die Antwoord und dessen Crew bei dem Future Music Festival in Australien, während sie den homosexuellen Sänger Andy Butler angreifen. Aufgenommen wurde das Szenario von Ben Crossman, ehemaliger Videograf der Gruppe.

Das Video ist erschreckend. Ninja, Frontmann von Die Antwoord, geht auf Andy Butler zu und spuckt ihm ins Gesicht. Dann fordert er ihn auf einen Drink auszugeben, als Vergeltung. Es folgt eine heftige Auseinandersetzung. Ninja und Yolandi verfolgen den Sänger für eine Schlägerei. Währenddessen werden immer wieder homophobe Äußerungen losgelassen. Es fallen Sätze wie: „Lauf Schwuchtel, lauf. Lauf um dein Leben, Schlampe.“

Als wäre das nicht schon genug erklärt Ninja seiner Crew, dass sie sich auf eine erfundene Geschichte einigen. Andy Butler habe Yolandi, ein junges Mädchen, sexuell angegriffen, daher sei der Streit eskaliert. Im Video ist zu hören wie er sagt: „Nun, hier ist die Geschichte, Leute: Er ging auf dieses junge Mädchen [Yolandi] zu und er fasste ihren Hintern und ihre Titten an und sie war verärgert darüber. Lach jetzt nicht mehr.“
Was daraufhin geschah ist ein absolut perfektes Schauspiel. Unter Tränen erzählt Yolandi was ihr passiert sei, alle scheinen betroffen. Das Problem daran: Es wurde ihr sogar geglaubt.

Bis heute. Vor einiger Zeit tauchte das Video im Netz auf und enthüllt das scheinbar wahre Gesicht von Die Antwoord. Das hat natürlich auch Konsequenzen. Sowohl das Louder Than Life Festival in Kentucky als auch das Life Is Beautiful Festival in Las Vegas haben die Gruppe aus ihrem Line-up gekickt.

Und mittlerweile gibt es auch ein Statement von Frontmann Ninja. Er schreibt: „Ben hat diesen Videoclip geschickt bearbeitet, damit er so aussieht, als ob ich und Yolandi ein Hassverbrechen gegen eine Person begangen haben, weil sie schwul ist. Ben hat jedoch den Kerl von Hercules selbst verprügelt, als er diesen Videoclip gedreht hat.“ Im Text lässt er weitere Belästigungsanschuldigungen gegen Butler los und beteuert es sei keine homophobe Hasskriminalität gewesen. Was daran wahr ist, ist unklar.

Das Statement findet ihr hier:

Wir haben Andy Butler für ein Statement kontaktiert.

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