Wir kennen es von Filmen. Eine spannende Szene, die ohne Musik angesehen wird, verliert meist komplett ihren Reiz. Die untermalenden Töne sind für die Überlieferung der vorherrschenden Stimmung entscheidend. Auch in Spielen gewann die Musik seit ihren Anfängen eine immer größere Bedeutung. Hier blicken wir speziell auf Online-Spiele, wo es vor allem im Multiplayer oftmals rund geht.

Mehr als nur Action auf den Bildschirm


 

Wer sich ernsthaft mit der Erstellung eines Videospiels auseinandersetzt, wird schnell merken, dass es nicht ausreicht, möglichst viel Action auf den Bildschirm zu transportieren. Vielmehr ist es von großer Bedeutung, die grafischen Errungenschaften mit einer erstklassigen Storyline, stimmigen Charakteren und der richtigen Hintergrundmusik zu kombinieren. Insbesondere diese Musik, verbunden mit Soundeffekten, sorgt dafür, dass in bestimmten Momenten die richtige Stimmung aufkommt. Wenn ein großes Studio mit einem neuen Spiel um die Ecke kommt, sind deshalb oftmals bekannte Komponisten oder Bands involviert, um den Soundtrack so passend wie möglich zu gestalten. Auch beim Online-Gaming ist die passende Musik notwendig, um die perfekte Spannung zu erzeugen. Das Interesse an der Musik in Online-Spielen ist vor allem aber auch damit zu begründen, dass wir als Spieler vollständig in die neuen Welten eintauchen möchten.
Ein perfektes Beispiel dafür sind die Fantasy-MOBAs und -MMOs, die derzeit weltweit den Ton angeben. Man denke nur an League of Legends (LoL) oder World of Warcraft (WoW) mit ihren riesigen Multiplayer-Welten. Die ruhige Hintergrundmusik beim Ziehen durch die bekannten Welten, etwas aufgeregtere Töne beim Entdecken neuer Gegenden oder schnellere Musik bei Angriffen jeglicher Art – die Entwickler haben sich bei jeder einzelnen Komposition und Situation etwas gedacht. Die große Anzahl der begeisterten Spieler zeigt außerdem, dass es funktioniert. In Spitzenzeiten sollen laut aktuellen Angaben bis zu acht Millionen Spieler gleichzeitig in LoL aktiv sein. WoW hingegen erreichte seine besten monatlichen Abonnentenzahlen im zweiten Halbjahr 2010. Damals griffen 12 Millionen Menschen online auf den Dienst zu.

 

Andere Genres machen sich Bedeutung zunutze

Quelle: Pixels

 

Die Nutzung der Hintergrundmusik ist natürlich nicht nur auf das Fantasy-Genre reduziert. Auch viele andere Spielgenres machen sich die Bedeutung der Musik für ihre Zwecke zunutze. Das beginnt zum Beispiel in den vielen Casinos, die mittlerweile online zu finden sind. Immer öfter tauchen hier sehr spezifische Spielautomaten auf, die einem bestimmten Thema gewidmet sind und dabei entsprechende Soundeffekte und stimmige Musik einsetzen. Auch bei virtuellen Tischspielen ist diese Funktion zu beobachten. Ein Beispiel ist das Blackjack Spielen bei NetBet. Nachdem am Tisch Platz genommen wurde, ertönt hier z. B. eine entspannte Hintergrundmusik, die in den Spielern eine echte Lounge-Atmosphäre hervorruft. Mit Soundeffekten erfährt der Spieler zusätzlich zu visuellen Informationen, ob die Runde gut oder weniger erfolgreich gelaufen ist. Wieder lautet das Stichwort auch hier, eine möglichst reale Erfahrung zu bieten und – aus Sicht des Anbieters – seinen Spieler möglichst lange interessiert zu halten.
Natürlich sichern sich auch Shooter, Strategiespiele oder völlig andere Genres (vor allem im Horror-Bereich) die Kraft der Emotion durch Musik und Effekte. Warum sonst sind Horrorspiele mit vielen Schreckmomenten eines der meistgespielten Genres auf der Streaming-Plattform Twitch? Sie fesseln die Spieler wie ihre Zuschauer gleichermaßen und sorgen für eine großartige Unterhaltung. Je mehr sich Online-Spiele und die Musik miteinander verbinden, desto mehr große Künstler werden sich ebenfalls für den Soundtrack dieser Spiele interessieren und nicht nur große Produktionen unterstützen. Am Ende profitieren dann beide Seiten davon.