Laut den Vereinten Nationen konsumieren rund 275 Millionen Menschen auf dem Planeten Drogen. Doch wo kommt der ganze Stoff eigentlich her? Kokain aus Kolumbien, MDMA und Speed aus den Niederlanden und Heroin aus Afghanistan. Zumindest der Löwenanteil.

Neben den spaßigen Nebeneffekten wie organisierte Kriminalität, Gefängnisaufenthalten und sterbenden Menschen wird eigentlich viel zu selten der umweltliche Aspekt in Augenschein genommen. Denn die Herstellung von Drogen verursacht teilweise immense Schäden an unserem Planeten.

Dürfte man Cannabis legal anbauen, hätte das enorme Vorteile. In den 90ern wurde in Tschernobyl Industriehanf gepflanzt, um den kontaminierten Boden zu entgiften. Ähnliches wurde auch vor einigen Jahren in Italien gemacht, wo Rückstände aus der Stahlproduktion aus dem Boden absorbiert werden sollten. So viel dazu.

Da aber Cannabis illegal ist, wird es zumeist heimlich unter künstlichen Bedingungen angebaut. Durch den riesigen Stromverbrauch durch Lampen, Filteranlagen gegen Geruch, Luftentfeuchter, Luftbefeuchter und Klimaanlage gibt es außer gutem Homegrown auch gleich noch einen gigantischen CO2-Fußabdruck mit dazu. Herzlichen Glückwunsch!

Über die Probleme die Kokain in Südamerika mit sich bringt, will ich eigentlich gar nicht reden. Das würde eindeutig den Rahmen sprengen. Fakt ist jedoch, dass die US-Regierung lange Zeit starke Herbizide verwendet hat, um Coca-Plantagen in den Anbaugebieten im Regenwald zu vernichten. Hauptbestandteil des oftmals verwendeten Roundup ist Glyphosat. Genau der Stoff wegen dem Bayer aktuell auf Milliarden verklagt wird.

Wer aber gern mal eine Nase Koks ballert, sollte sich nicht unbedingt schlecht fühlen. Zwar gibt es keinen ethisch korrekten illegalen Kokainkonsum. Aber die meisten Probleme, die Kokain mit sich bringt, könnten durch einen legalen, regulierten Markt vermieden werden. Allerdings wird durch Viehzucht, Bergbau und Landwirtschaft mehr Regenwald zerstört, als durch den Kokainanbau. Und diese Geschäftszweige sind schließlich auch alle legal.

Wie auch bei allen anderen Drogen wird mittlerweile auch bei der Produktion von Heroin viel Wasser gebraucht. Normalerweise ist Mohn eine sehr genügsame Pflanze, da aber die afghanischen Bauern ihre Felder in die Wüste verlegt haben, wird für die Landwirtschaft das Grundwasser angezapft. Das Wasser wird aus solarbetriebenen Brunnen gewonnen.

Ebenso werden auch hier starke Unkrautvernichtungsmittel verwendet. Mal abgesehen, dass die Arbeit oft von Kindern verrichtet wird, die Schutzkleidung nur aus dem Märchen kennen, gibt es nur wenige Arbeiter, die sich mit den giftigen Stoffen auskennen.

Apropos giftige Stoffe: in den Niederlanden wird 80 bis 90 Prozent des weltweiten MDMAs hergestellt. China liefert aber die nötigen Chemikalien per Schiffsladung. Durch neue Methoden ist die Produktion in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Leider fallen durch diese Arten auch weitaus mehr Chemieabfälle an.

Und da die bösen Jungs mit ihrem Drogenabfall ja nicht einfach zur Mülldeponie gehen können, werden immer wieder Parks, Straßen und Wälder mit guten Sachen wie Aceton, Salz- oder Schwefelsäure verseucht. Das ist natürlich wunderbar für die Umwelt. Allein im vergangenen Jahr wurden knapp 300 solcher illegalen Giftmülldeponien entdeckt.

Doch vor den neuen Methoden wurde MDMA mit Safrol und PMK hergestellt. Safrol wurde und wird aus einer Baumart in Kambodscha extrahiert, was sehr aufwendig ist. In dem Gebiet leben mehr als 50 bedrohte Tierarten, wie zum Beispiel der asiatische Elefant oder der indochinesische Tiger.

Obwohl Safrol und PMK verboten wurden, gibt es weiterhin riesige Produktionsstätten. Durch das Verbot wurden die Chemiker dazu getrieben, PMK-G zu verwenden. Der Herstellungsprozess von MDMA ist nun viel aufwendiger. Mehr Müll, mehr Energie und mehr Materialien. Der Chemiker Guy Jones ist der Meinung: „Drogengesetze sorgen immer für negative Neuerungen.“

Die Veränderung der Drogengesetze würde also einen massiven Einfluss auf unsere Umwelt haben. Es ist Friday for Future. Nehmt euch das zu Herzen!

Quelle: vice.com

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