
Nach fast 18 Jahren endet ein prägender Abschnitt im Luzerner Nachtleben: Der Rok Klub an der Seidenhofstrasse schließt Ende Mai.
Damit verstummen im Untergeschoss des Flora-Hotels bald endgültig die Bässe eines Clubs, der über Jahre hinweg fester Bestandteil der elektronischen Szene war. Die Betreiber begründen den Schritt wie folgt:
„Wir möchten dieses Kapitel bewusst abschliessen, solange wir diesen Schritt aus eigener Überzeugung und in einem positiven Moment gehen können“, erklärt Mitinhaber Phil Kathriner gegenüber Luzerner Zeitung. Die Entscheidung sei nicht plötzlich gefallen.
Als zentrale Ursache nennen die Verantwortlichen veränderte Ausgehgewohnheiten. Laut Geschäftsführer Yannick Müller schwankt die Auslastung stark: „Entweder ist der Club ganz leer oder ganz voll.“
Während ein Hardtechno-Event zuletzt sogar einen Einlassstopp erforderte, bleiben andere Abende hinter den Erwartungen zurück. Diese Unberechenbarkeit erschwert die Planung erheblich. Gleichzeitig verändert sich das Publikum.
Zwar gehen wieder mehr junge Menschen aus, doch ihr Fokus liegt stärker auf Urban- und Hip-Hop-Formaten. „Nur ist der Markt dafür relativ schnell gesättigt“, sagt Kathriner. Auch das Erscheinungsbild des Clubs spielt eine Rolle.
Das bewusst düstere Ambiente des Rok entspricht laut Betreibern nicht mehr den Erwartungen einer neuen Generation. Ein grundlegendes Umdenken beim Konzept sei daher notwendig. Die Schließung bedeutet jedoch nicht zwangsläufig das endgültige Aus für den Standort.
Die Betreiber bleiben Pächter der Räumlichkeiten, konkrete Pläne für die Zukunft gibt es aber noch nicht. Kathriner betont: „Die Location ist grundsätzlich prädestiniert für einen Clubbetrieb und hat eine lange Geschichte im Luzerner Nachtleben.“
Diese Geschichte reicht bis 1979 zurück, als im Flora-Untergeschoss zunächst der Ländlerkeller und die Flora-Disco betrieben wurden. In den 1990er-Jahren entstand dort der Adagio-Club, bevor vor knapp zwei Jahrzehnten die Rok Gastro AG übernahm und in den Folgejahren große Namen wie Konstantin Sibold, Denis Horvat, Gregor Tresher, Thomas Schumacher, LOVRA oder Matt Sassari in die DJ-Booth lotste.
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Quelle: Luzerner Zeitung
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