Die sechs berühmtesten Gemälde, in die Glücksspiele integriert sind


Auf den ersten Blick haben Kunst und Glücksspiel nicht viel miteinander zu tun. Während Künstler ihre Gedanken verwirklichen wollen, liegt das Ziel des Glücksspiels meist beim Spaßfaktor. Außerdem sind die Gefühle, die ein Betrachter von Kunst empfindet, und die Emotionen von einem Nutzer, der 50 Freispiele erhält, durchaus unterschiedlich. Auch wenn die beiden Branchen wenig miteinander gemein haben, behandeln viele Künstler das Glücksspiel in ihren Gemälden. Somit ist ein Bezug geschaffen, der viele Fans beider Gebiete besonders fasziniert. Wir listen die 6 berühmtesten Gemälde auf, in denen Glücksspiel zu sehen ist.

Cassius Marcellus Coolidge: Wer sitzt denn da am Pokertisch?

Eine Bilderreihe von Cassius Marcellus Coolidge erregte besonderes Aufsehen. Das hatte wohl auch den Grund, dass dieses Gemälde als Werbung für einen Zigarrenhersteller angefertigt wurde. Und da Werbung schließlich immer ins Auge stechen soll, musste etwas ganz besonderes her. Somit entstanden einige Kunstwerke, die in den USA ein ganzes Klischee prägten. Noch heute findet man dort in vielen Wohnungen Nachbildungen der berühmten Bilderreihe.

Doch was genau ist auf den Bildern eigentlich zu sehen, dass ein solcher Hype um die Kunstwerke entstanden ist? In einer etwas abstrakten Form ist ein Pokertisch zu sehen, an dem einige Gestalten sitzen. Der Clou: Es sind keine menschlichen Pokerspieler, sondern Hunde, die rund um den Tisch ihren Platz eingenommen haben und fröhlich im Kartenspiel vertieft sind. Ein Anblick, der so schnell nicht wieder aus dem Kopf verschwindet. Kein Wunder also, dass noch heute viele diese Art von Kunst an ihren Wänden hängen haben.

Georges de La Tour: Betrüger im frühen 17. Jahrhundert

Irgendwann zwischen 1626 und 1629, so genau weiß das heute keiner mehr, entstand das Gemälde, welches den Betrüger mit dem Kreuz Ass zeigt. Betrüger gibt es im Glücksspiel seit eh und jeh. Das unterstreicht auch dieses Gemälde deutlich. Die Methoden könnten dabei unterschiedlicher nicht sein. Heutzutage findet Betrug im Casino oft mit technischer Hilfe statt. Nur wenige sind wirklich dazu in der Lage, Karten zu zählen, wie man es aus den berühmten Hollywood-Streifen kennt.

Das bekannte Ass aus dem Ärmel zu ziehen ist ebenfalls eine bekannte Methode, beim Glücksspiel zu betrügen. Georges de La Tour zeigt in seinem Gemälde aus dem frühen 17. Jahrhundert eine leicht abgewandelte Form dieses Tricks. Es ist zu sehen, wie ein Mann mit zwei Frauen Karten spielt. Als die beiden Frauen abgelenkt sind, zieht er zwei Asse aus seinem Gürtel hervor. Dieses fast 400 Jahre alte Gemälde zeigt also, dass schon damals beim Spielen betrogen wurde.

Michelangelo Merisi da Caravaggio: “Cardsharps”

Dieser Künstler, aufgrund der Verwechslungsgefahr oft nur Caravaggio genannt, hat ebenfalls ein Gemälde mit Bezug auf das Glücksspiel angefertigt. Das Gemälde “Cardsharps” ist wahrscheinlich im späten 16. Jahrhundert entstanden. Im Gegensatz zu den anderen Kunstwerken, die bisher in unserer Liste aufgeführt waren, lässt dieses Gemälde allerdings viel Spielraum zur Interpretation.

Im Vordergrund des Bildes stehen auf jeden Fall die drei Personen, die zu sehen sind. Während einer von ihnen mit dem Rücken zum Betrachter steht und zwei Karten in der hinteren Hosentasche versteckt hält, blicken die anderen beiden nach vorne. Es handelt sich dabei um einen Jungen, welcher mit dem Finger seitlich von ihm zeigt. In Richtung dieses Fingers befindet sich hinter dem Jungen ein Mann, welcher ihm im wahrsten Sinne des Wortes über die Schulter guckt. Auch er hebt seine Hand, allerdings mit zwei gestreckten Fingern, in dieselbe Richtung, wie es der Junge tut. Was genau Caravaggio mit dem Bild aussagen will, sollte wohl jeder für sich selbst entscheiden.

Jan Steen: Glücksspiel-Kunst aus den Niederlanden

“Argument over a Card Game” ist der Name eines der berühmtesten Kunstwerke aller Zeiten. Die Szene, die auf dem Bild beschrieben wird, scheint auf den ersten Blick unübersichtlich. Im Vordergrund steht ein Tisch, neben ihm liegen einige Behältnisse auf dem Boden. Die Mimik der auf dem Gemälde abgebildeten Personen lässt vermuten, dass zuvor gewaltsam am Tisch gerüttelt wurde. Die einzige noch am Tisch sitzende Person streckt dem andern Spieler eine Waffe entgegen, dieser wird von Frau und Kind zurückgehalten.

Das Bild von Jan Steen stellt wohl offensichtlich eine Szene dar, in der sich zwei Kontrahenten eines Kartenspiels streiten. Aufgrund einer möglichen Niederlage scheint ein ganzes Drama zu entstehen. Auch ein Hund ist auf dem Gemälde abgebildet. Dieser sieht sehr betroffen aus, steht er doch direkt hinter einer der aufgebrachten Personen.

Paul Cezanne: Serie von Kartenspielern

In der Bilderreihe der Kartenspieler von Paul Cezanne gibt es die unterschiedlichsten Perspektiven von Personen, die Karten spielen. In so gut wie jedem Bild sind nur Männer zu sehen. Außerdem ist der Blick meist auf einen kleinen, holzfarbenen Tisch zentriert. An diesem sitzen in der Regel zwei bis drei Personen. Während sie Karten spielen, gibt es unterschiedliche Details zu entdecken. In einigen Gemälden rauchen sie einmal beim Spielen, in manchen anderen Bildern ist auch zu sehen, wie Getränke neben den Personen platziert sind.

Wer sich näher mit der Reihe befasst, wird schnell erkennen, um welche soziale Gruppe es sich bei den Personen handelt. Es macht den Anschein, als wären die Spieler allesamt Bauern. Mit den Details wie dem Rauchen und dem Alkohol möchte der Künstler wohl darauf aufmerksam machen, dass diese soziale Schicht oftmals keine anderen Möglichkeiten zur Kommunikation untereinander hatte.

Fernand Leger: Abstrakte Soldaten

Im Kunstwerk “Soldiers Playing Cards” lässt sich erst auf den zweiten Blick erkennen, was überhaupt dargestellt wird. Nach kurzem Hinsehen zeigt es zweifellos mehrere Soldaten, die miteinander Karten spielen. Gemalt sind sie hingegen nicht, wie man es vermuten mag, sondern als röhrenförmige, silberfarbene Gestalten. Lediglich die Spielkarten sind als solche zu erkennen, das Bild wird generell sehr abstrakt.

Der Hintergrund zum Bild ist mindestens genauso beachtlich, wie das Kunstwerk an sich. Der Künstler wurde 1917 nach einer Schlacht von Verdun, welche in Paris stattfand,  ins Krankenhaus eingeliefert. Dort fertigte er genau dieses Gemälde an. Noch heute gilt es als eines seiner besten Werke überhaupt. Seine Gefühle zu dieser Zeit müssen unbeschreiblich gewesen sein. Es ist auf jeden Fall eine große Ehre für die nächsten Generationen, dieses Bild bestaunen zu dürfen.