Nunmehr 15 Jahre sind inzwischen vergangen, seitdem die österreichische Band Sofa Surfers ihre ersten Erfolge mit der Platte „Transit“ feierte und schon damals für Begeisterung in der Musikszene sorgte. Viel Zeit verging derweil, in der die inzwischen fünfköpfige Band sich musikalisch in vielen Weisen präsentieren konnte und ein Meisterstück nach dem anderen produzierte. Dieser Tage erscheint ihr nigelnagelneues Album „Superluminal“, zu dessen Veröffentlichung wir Bandmitglied Wolfgang Schlögl aka I-Wolf einmal interviewt haben.

Nun erscheint euer neues Album „Superluminal“ auf eurem eigenem Label Monoscope Productions. Was können wir auf der neuen Platte von euch erwarten? In welche Richtung geht es?

Wir haben es erstmals geschafft unsere verschiedenen musikalischen und technischen Ansätze in einer Produktion zu bündeln und ein in sich geschlossenes musikalisches Ganzes zu formen.

Was bedeutet der Titel des Albums für euch? Steht die neue Scheibe wirklich superluminar in den Startlöchern?

Der Begriff definiert für uns diese übertriebenen Geschwindigkeiten, die auf unser humanes Sensorium einprasseln. Wenn an der Börse in Millisekunden Milliarden an fiktivem Kapital steuerfrei gehandelt wird, wird es für die real existierende Menschheit immer schwerer zu verstehen, warum ihnen die finanzielle Grundlage unter den strampelnden Füssen wegbricht.

Auf „Superluminal“ hören wir auf zwei Tracks mit Jonny Sass einen zweiten Sänger. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Jonny ist uns “passiert”, als wir befürchten mussten Mani Obeya an zu viele Tanzproduktionen zu verlieren. Doch die beiden funktionieren gemeinsam wunderbar und so hat sich unser Team einfach nur verstärkt. Eine normale Band waren mit klaren Positionen innerhalb der Band wollten wir eh nie sein und so sind natürlich beide fixe Bandmembers.

Wenn man auf euren musikalischen Werdegang zurückschaut, begegnen einem viele Verschiedene Musikstile, darunter z.B. Elektro und Rock. Seid ihr darauf Bedacht, dass jedes Album von euch anders klingt und neue Facetten zeigt?

Früher ging es darum sich immer weiter und weiter zu entwickeln und nicht stehen zu bleiben: immer weiter im “Musikbaum” zu klettern. Daraus ergibt sich aber vielleicht manchmal, dass man auch “gesunde Äste” absägt, nur um des Fortschritts Willen.Für dieses Album hatten wir eher im Kopf all unsere divergierenden Einflüsse in ein integrierendes Modell zu gießen.

In früheren Zeiten war euer Name durchweg mit dem Begriff des „Vienna Sound“ verbunden. Wie habt ihr diese Zeit erlebt? Habt ihr euch damals mit diesem Etikett wohlgefühlt und gab es wirklich einen festen Zusammenhalt zwischen Künstlern aus Österreich? Wie sieht es heute aus? Gibt es immer noch neue Künstler, die diesen Stil prägen?

Die Zeit des Hypes war für uns natürlich total lustig, aber da wir ja schon immer eine live spielende Band waren und kein DJ-Duo, führte das schon auch zu Missverständnissen, aber auch zu ganz surrealen Situationen. Auch auf unseren Platten waren auch immer live eingespielte Loops zu hören. Also war dieses ganze Gesöcks von wegen: “Seid ihr Dance oder Rock?” für uns immer ein wenig altbacken. Vor allem, wenn man weiß, dass wir von Kunstprojekten bis hin zu Theater- und Filmproduktionen versucht haben unseren ureigenen Sound in andere Medien überzuführen. Klar. Am Ende landet alles irgendwann auf eine Festplatte. 2005 mussten wir dann ein auch ästhetisch klar definiertes Bandalbum machen, damit sich unser wahrer Agregatzustand in allen Köpfen manifestierte. Von jener Position zieht es uns jetzt wieder mehr zu unserem typischen hybriden KLangbild und natürlich dem Rhythmusfundament, das auch wieder vn fetten Bässen gestützt wird – und darauf darf dann allerdings wieder musikalisch alles passieren.

Zwei Jahre sind seit der letzten Platte „Blindside“ vergangen. Was hat sich in der Zwischenzeit getan? Kann man nach so einer langen Zeit des Bandbestehens aus neuen Arbeitsprozessen noch dazu lernen?

Oh ja, das klingt vielleicht platt, aber manche Konflikte müssen wir einfach nicht mehr austragen, so war die Produktionsphase für superluminal auch so konzentriert, entspannt und fruchtbar. Dadurch sind wir alle offen für Veränderung innerhalb des Kollektivs.

Hattet ihr einen konkreten Plan für das neue Album?

Ja, aber Pläne und Stichworte können uns nur helfen uns auf kreative Bahnen zu lenken, der Treibstoff ist dann das intuitive Reagieren auf einander und auf die Stimmungen, die so entstehen.

Was steht bei euch als nächstes an? Im Oktober geht ihr ja erst einmal auf Europatour, richtig?

Wir machen uns wieder auf den Weg durch Clubs und Konzerthallen und freuen uns mit Mani und Jonny  Ausnahmekönner mit zu haben. Timo Novotny wird wieder für den visuellen Kick auf unseren Shows sorgen….und es wird rocken.

Sofa Sufers – “Superluminal”
VÖ: 14. September 2012 auf Monoscope Records

Tourdaten:
06.10. Wien – WUK
10.10. Salburg – Republic
11.10. Dornbirn – Spielboden
25.10. Linz – Tabakfabrik
26.10. Ljubljana – Kino Siska
27.10. Graz – Orpheum
16.11. Budapest – Akvarium Club
17.11. Oberwart – OHO
21.11. Istanbul – Salon

www.sofasurfers.info