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Dirtybird Campout in St. Cloud – Florida feiert Premiere
Ein Interview von Benjamin Laudien mit Claude VonStroke

Das seit 2005 existierende Label Dirtybird Records hat mit ihrem Dirtybird West Coast Campout ein mehrtägiges Festival erschaffen, dass sich durch eine sehr familiäre Atmosphäre auszeichnet, bei dem, neben der Musik, viele andere Aktivitäten angeboten werden. Mit Künstlern wie &Me, Claptone, DJ Tennis, Green Velvet und Justin Martin hat das Label dieses Jahr das erste Mal ein Dirtybird East Coast Campout veranstaltet. Grund genug mit dem Labelchef Claude VonStroke darüber ins Gespräch zu kommen. Ein Interview.

Hallo Claude, wie geht es dir? Wo lebst du und was machst du zurzeit?

Ich lebe in Los Angeles, habe gerade mein drittes Release beendet und starte mein viertes. Außerdem ist für Anfang des nächsten Jahres ein Hip-Hop-Album von Barclay Crenshaw geplant. Auch dieses Projekt beginnt jetzt. Als Höhepunkt von alle dem stehen Produktionsarbeiten für eine neue Mark-Ronson-Aufnahme an.

Das erste Dirtybird Campout East ist nun vorbei. Wie war es für dich und das Team um Dirtybird?

Es war großartig! Wir hatten zwar einzelne Probleme in Florida, aber die Festival-Besucher waren einmalig und jeder hatte gute Erlebnisse.

Was war dein persönliches Highlight während des Festivals?

Am meisten habe ich die nächtlichen Bingo-Veranstaltungen genossen. Es war total lustig und ich war immer sehr involviert. Außerdem schaue ich mir auch gern all die Acts an, bei denen ich viel Zeit investiert habe um sie zu buchen.

Wie kamst du auf die Idee das Dirtybird Campout Festival in St. Cloud (Florida) auszurichten?

Ich wollte solch ein Festival nicht nur an der Westküste, sondern auch an der Ostküste veranstalten. Wir haben uns dann in ganz Florida umgesehen um einen Platz zu finden, bei dem dieses Festival stattfinden kann. Florida kam für uns gleich in Frage, weil es der einzige Ort ist, an dem es in der Winterzeit warm genug ist.

Standet ihr während des Festivals vor Herausforderungen?

Ja, wir verloren unsere Genehmigung gleich in der ersten Nacht. Zu dieser Zeit spielte Seth Troxler gerade ein wunderbares Set. Also hatten wir die nächsten 24 Stunden damit verbracht, die Genehmigung zurückzubekommen. Dies war sehr mühselig und ging bis in die oberen Instanzen der US-Regierung, aber am Ende bekamen wir sie zurück und hatten eine Menge Spaß. Natürlich ist so etwas stressig. Ich bin aber stolz, dass wir nicht aufgegeben haben, obwohl die Lage aussichtslos schien und es deutlich einfacher gewesen wäre aufzugeben. Dennoch haben wir weiter gekämpft.

Die meiste Zeit bist du in Amerika unterwegs. Auch die Partys und Festivals deines Labels finden in Amerika statt. Was sind die Gründe, dass du und deine Label-Crew so selten in Europa (und somit auch wenig in Deutschland) auflegt?

Ja, von 2005 bis 2010 bin ich tatsächlich mehr als 20 Mal pro Jahr nach Europa gereist. Aber meine Kinder sind älter geworden und gleichzeitig ist die elektronische Szene in Amerika in die Luft gegangen. Alle meine Gebühren vervielfachten sich. So kam ich zu dem Entschluss zu Hause zu bleiben und nur noch für spezielle Reisen nach Europa zu kommen. Zwar musste ich einige großartige Shows in Europa aufgeben, aber dafür sehe ich meine Familie öfters. Ich denke, dass dieser Kompromiss es wert ist.

Was können wir in den kommenden Monaten erwarten? Gibt es neue Releases oder andere Überraschungen?

In diesen Tagen erscheint etwas Neues zusammen mit Eprom. Ein paar Monate später noch eine EP. Außerdem mache ich ein paar Remixe und im Laufe des Jahres sollte noch eine weitere EP veröffentlicht werden.