
Der Godfather of Trance hat Geburtstag: Wie kaum ein anderer prägte Dag Lerner aka DJ Dag die elektronische Musikszene in Deutschland und verhalf einem ganzen Genre zum Aufschwung. In diesem Sommer erschien zudem die Autobiografie der Trance-Größe aus dem Rhein-Main-Gebiet. Wir zeigen euch seine bedeutendsten Tracks.
Am 2. September 1960 erblickte Dag Lerner in Mörfelden-Walldorf, einer mittelgroßen hessischen Stadt, die neben dem Frankfurter Flughafen liegt, das Licht der Welt – ganz nah an jenem Ort, in dem sein Wirken in die Geschichtsbücher der elektronischen Musik eingehen sollte. Als Resident-DJ im legendären Dorian Gray im Flughafen sollte Dag zu den bedeutendsten Figuren dieser Bewegung avancieren – ein Vorreiter, Wegbegleiter und Protagonist bis heute.
Seit 1985 geht Dag seiner Leidenschaft als DJ nach. Wie er der Hessenschau gerade anlässlich seines Ehrentags verriet, möchte er jedoch eher als gegenwärtiger Künstler statt als Denkmal gelten – als „eine Entscheidung für die Nacht“. Nichtsdestotrotz findet der Musiker Gefallen am Titel des „Godfather of Trance“.
Am 1. August erschien Dags Autobiografie „Mein Leben dir vermacht“. Der Titel bezieht sich auf seine Tochter. Dort könnt ihr Dags Geschichten in dessen eigenen Worten nachvollziehen – nicht einfach anhand von Eckdaten, sondern mit spannenden Erzählungen und Anekdoten sowie tieferen Einblicken.
Dag, wir sind froh, dass du dich von deinem Motorradunfall im Jahr 2023 gut erholt hast und nach wie vor dein Ding machst. In diesem Sinne: Alles Gute und weiter so!
Anstatt euch die Biografie des DJs Stück für Stück nachzuerzählen, haben wir zehn Tracks aus der diskografischen Historie des Künstlers ausgewählt – zur Feier des Tages:
- Dance 2 Trance – P.ower of A.merican Natives (1992)
Der Klassiker von Dag schlechthin – „P.ower of A.merican Natives“ war nicht nur ein Meilenstein in der Karriere des Geburtstagskindes, sondern auch einer in der Laufbahn der elektronischen Musik. Das erste Mal befand sich ein Track aus dem Trance-Genre ganz weit oben in den Charts – und ebnete den Weg für alles, was danach in dem Bereich kommen sollte. 1998 und 2009 erschienen Remakes.
- Dance 2 Trance – Dance 2 Trance (1990)
Der erste Track, der sich in das Trance-Genre einordnen lässt? Ganz klar sind solche Genre-Einordnungen nicht. Jedenfalls handelte es sich um das erste Release von Dag Lerner und Rolf Ellmer aka Jam El Mar unter dem gemeinsamen Pseudonym – der Start in eine für beide Artists lang andauernde Karriere was die Release-Historie anbelangt …
- DJ Dag – People Of The Main (Release Yourself) (2002)
Auch in den 2000er-Jahren war Dag fleißig. Mit „People Of The Main (Release Yourself)” veröffentlichte er einen eher technoiden, progressiven Track, der übrigens in diesem Jahr eine Neuauflage erhalten hat.
- DJ Dag vs. Dr. Motte – Sunfighter (2010)
2010 kollaborierte Dag mit Loveparade-Gründer Dr. Motte: Eine Fusion, wie sie in den Bilderbüchern steht – und in der Diskografie beider Leitfiguren der elektronischen Musik aus Deutschland.
- DJ Dag & Matthew Kramer – Omen Ade (2015)
Mit seinem Studio-Partner Matthew Kramer produzierte Dag in den letzten 13 Jahren zahlreiche Tracks gemeinsam. „Omen Ade“ sticht in Bezug auf die Historie des DJs besonders hervor, betont das Release doch Dags lange Verbindung zum legendären Omen in Frankfurt. Der „Early Morning Mix“ versetzt uns etwa in die Atmosphäre früher Morgenstunden des ehrwürdigen Clubs.
- Dance 2 Trance – Take A Free Fall (1993)
Back 2 Dance 2 Trance: Nach „P.ower of A.merican Natives” war noch lange nicht Schluss. Ein weiterer großer Erfolg: „Take A Free Fall“. Der Track positionierte sich bis auf Platz 24 in den deutschen Single-Charts, hielt sich elf Wochen lang in den Top 100.
- DJ Quicksilver & DJ Dag – Zulu (2019)
Eine der zahlreichen Kollaborationen Dags mit anderen Künstlern: 2019 tat er sich mit Orhan Terzi aka DJ Quicksilver zusammen – ein Track, der die Trance-Geschichte beider Künstler irgendwie logisch fortsetzt, inklusive Anekdote an „P.ower of A.merican Natives“. Aber hört selbst:
- DJ Dag & YORK – Across The Land (2003)
Wenn wir schon mal auf dem Kollabo-Trip sind … Dag arbeitete auch mit weiteren Trance-Artists zusammen, in dem Fall etwa mit Torsten Stenzel aka YORK, den wir im Frühjahr noch zum umfangreichen Interview anlässlich seines aktuellen Albums baten.
- DJ Dag & Matthew Kramer feat. Linda Rocco & FAB – Running Up That Hill (2018)
Ab und zu darf es auch schon mal ein Cover sein. 2018 bediente sich Dag bei Kate Bushs Klassiker „Running Up That Hill“ und bescherte dem Song einen Club-Anstrich – mit Male- statt Female-Vocals sowie ganz eigenem Touch.
- Dance 2 Trance – We Came In Peace (1990)
Wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es auch wieder heraus – in diesem Fall friedlich. Wir enden genauso wie wir gestartet haben, mit Dance 2 Trance. „We Came In Peace“ befand sich 1990 auf dem ersten Release des Projekts und wurde 1993 als eigene Single erneut veröffentlicht.
Quelle: Hessenschau
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