DJ Guestlist
– zwischen Bounce, Trance und echten Gefühlen

DJ Guestlist
– zwischen Bounce, Trance und echten Gefühlen

Von den großen Bühnen fasziniert, von emotionaler Energie getragen – DJ Guestlist hat sich in den letzten Jahren zu einem Fixpunkt in der internationalen Szene entwickelt. Mit Tracks wie „DALE DURO“ oder „STEREO LOVE“ liefert er Hymnen voller Euphorie. Seine Sets stehen für musikalische Vielfalt, durchdachte Dramaturgie und das ständige Spiel mit Energie und Emotion. Doch hinter dem Erfolg steckt nicht nur ein treibender Sound, sondern auch eine Geschichte über Transformation, Mut und künstlerische Konsequenz.

„Ich habe mit 12 Jahren angefangen, elektronische Musik zu hören – das war der Einstieg“, erinnert sich DJ Guestlist an seine Anfänge. „Mit 16 Jahren stand ich dann zum ersten Mal selbst hinter den Decks. Mein erster Gig kam mit 19, damals noch unter dem Namen Paul Funk – stilistisch eher im Techno unterwegs.“ Es sollte jedoch noch einige Jahre dauern, bis sich das Projekt DJ Guestlist wirklich entfalten würde. „Später habe ich zusammen mit Luciano das Projekt DJ Guestlist gestartet. Als Solo-Artist hat sich das Projekt dann richtig entwickelt – da kam auch der Durchbruch.“ Was ihn früh prägte, war weniger ein klarer Stil als vielmehr die Offenheit für alles, was Energie versprüht: „Festivals und große Bühnen haben mich schon immer fasziniert – das war wie ein Sog, der mich reingezogen hat. Elektronische Musik hat mir von Anfang an diese Freiheit gegeben, mich nicht auf ein Genre festlegen zu müssen.“ Techno, Trance, Groove, Acid – DJ Guestlist hat sich nie in eine Schublade stecken lassen und macht auch heute kein Geheimnis daraus: „Ich bewege mich in einem breiten Spektrum, probiere viel aus und lasse mich treiben. Aus dieser Offenheit hat sich über die Zeit ein eigener Sound entwickelt – nicht geplant, sondern organisch gewachsen.“

Dass dieser Sound nicht nur funktioniert, sondern auch emotional trifft, zeigt sich in der Resonanz. Seine Musik steht für ein Gefühl der Verbundenheit und Leichtigkeit – auch in dunklen Clubs: „Ich würde nicht sagen, dass das bewusst gewählt ist – es ist eher ein schöner Nebeneffekt. Ich spiele gerne in Clubs, auch wenn die Ästhetik dort oft düsterer ist. Aber mein Sound bringt eben eine gewisse Offenheit und Energie mit, die da gut reinbricht.“ Gleichzeitig merkt man: Es zieht ihn insbesondere zu allem, was draußen stattfindet. „Mein Herz schlägt ganz klar für Festival- und Outdoorbühnen – da kann sich diese emotionale Seite noch freier entfalten.“

Nach dem Ende des DJ-Duos war zunächst nicht klar, wie es als Solokünstler weitergehen sollte: „Nach der Trennung des DJ -Guestlist-Duos war es anfangs nicht leicht, meinen eigenen kreativen Weg zu finden – vor allem mit dem Druck, die Fans nicht zu enttäuschen.“ Doch die Antwort war nicht Rückzug, sondern Weiterentwicklung: „Ich wollte dem Sound, den viele mit mir verbinden, treu bleiben, aber trotzdem etwas Eigenes und Frisches reinbringen.“ Das Ergebnis: Tracks wie „DALE DURO“ und „STEREO LOVE“, die sowohl bei Clubnächten als auch in Open-Air-Sets funktionieren – und für DJ Guestlist einen Neuanfang markieren. „Sie zeigen, dass Entwicklung möglich ist, ohne die Wurzeln zu verlieren.“

Aktuell läuft die nächste Produktionsphase bereits auf Hochtouren – mit gleich zwei spannenden Kollaborationen: „Mit ANTHRAZIT entsteht ein Track mit Rap-Vocals und einem leichten, sommerlichen Vibe. Der Song hat Groove, bleibt im Kopf und funktioniert sowohl im Club als auch auf Open-Air-Stages.“ Parallel entsteht mit Mika Heggemann ein deutlich härterer, rauerer Track: „Dance Music mit Acid-Vibe. Der Track ist treibend, energetisch –eher ein clubbiger Sound.“ Klanglich sei es derzeit vor allem die Balance zwischen Emotion und Druck, die ihn im Studio reizt. „Aktuell zieht es mich zu Sounds, die emotional aufbauen und gleichzeitig druckvoll nach vorne gehen“, sagt er. Künstler wie Hurts, DR. G, Jude Bradshaw, aber auch Namen wie Pegassi, Mischluft, Funk Tribu oder Odymel seien derzeit spannende Bezugspunkte. „Solche Einflüsse helfen mir, meinen eigenen Sound weiterzuentwickeln.“

Dabei blickt DJ Guestlist mittlerweile auf über ein Jahrzehnt Erfahrung zurück. Besonders prägend war der Schritt vom Duo zum Solo-Künstler. „Auf einmal alleine zu touren, eine neue Agency, internationaler Durchbruch – das waren große Veränderungen.“ Gleichzeitig sei da aber auch die Crowd gewesen, die ihn durch alle Phasen begleitet habe: „Zu sehen, wie die Szene sich in meine eigene Bubble bewegt, mehr und mehr Anklang in der Trance- und Hard-Bounce-Szene zu finden, und natürlich der Support von der Crowd, die zu meiner Musik tanzt und happy ist – das ist ein unbeschreibliches Gefühl. Ohne die Crowd und ohne den Support wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin.“

Auch bei seinen DJ-Sets merkt man, dass hinter der Energie ein durchdachtes Konzept steht. „Erzählerische Tiefe entsteht durch Mut zur Zurückhaltung, durch Timing, durch sorgfältige Track-Auswahl und das Gespür für den Raum. Ich höre nicht nur, was die Leute tanzen – ich lese, was sie brauchen. Und so wird jedes Set zu einer Reise, kein Mixtape.“ Der perfekte Moment sei dann erreicht, „wenn niemand mehr aufs Handy schaut, keiner denkt nach – alle sind im Moment.“ Die zunehmende Aufmerksamkeit empfindet DJ Guestlist dabei nicht als Druck, sondern als Motivation: „Es motiviert mich, mich immer weiterzuentwickeln und meine Musik authentisch zu gestalten.“ Wichtig sei ihm nur, dabei nicht die Verbindung zur Realität zu verlieren: „Ich versuche immer, ich selbst zu bleiben und den Kontakt zur Crowd nicht zu verlieren. So bleibe ich bodenständig und kann die Wertschätzung wirklich schätzen.“

Und wie geht es weiter? Auch auf diese Frage hat DJ Guestlist eine klare Antwort: „Für mich geht es darum, meinen Sound weiterhin offen und vielseitig zu halten, ohne mich in Schubladen stecken zu lassen. Ich will Grenzen ausloten, neue Einflüsse aufnehmen und gleichzeitig die Verbindung zu meinem Publikum vertiefen.“ Sein Wunsch: größere Bühnen, international noch mehr bewegen – ohne dabei die Essenz zu verlieren. „Ich versuche, authentisch und fokussiert auf die Energie zu bleiben, die auf der Tanzfläche entsteht.“

Die Single „Vollrausch” von DJ Guestlist, Anthrazit und babyheat erscheint am 8. August 2025. Watch out!

Aus dem FAZEmag 162/08.2025
Text: Triple P
Credit: Shay Vatandoust
www.instagram.com/dj.guestlist_