
DJ und Produzent Must Be Played hat sich über Instagram direkt an Bundeskanzler Friedrich Merz gewandt. Anlass ist die von der Bundesregierung vorgeschlagene Spritpreisbremse, die eine Entlastung von 17 Cent pro Liter bringen soll.
Must Be Played macht in seinem Statement deutlich, warum steigende Spritpreise für Künstler und andere Beschäftigte der Veranstaltungsbranche zum Problem werden. Sein Arbeitsplatz sei nicht jeden Morgen zehn Minuten von seiner Wohnung entfernt:
„Mein Arbeitsplatz ist heute ein Club in Köln, morgen ein Festival in Hamburg und nächste Woche vielleicht eine Bühne am anderen Ende Deutschlands.“ Bei einem Dieselpreis von 2,60 Euro pro Liter und einer Reichweite von rund 350 Kilometern pro Tankfüllung werde eine Fahrt quer durch Deutschland zum Problem.
„Fahrtkosten entscheiden mit darüber, ob sich ein Auftritt überhaupt noch rechnet“, schreibt der DJ. Auch die Clubs stünden unter wachsendem Kostendruck. Miete, Energie, Personal, Security, Technik, Einkauf und Transport würden die Betreiber belasten. Dadurch könnten Gagen sinken.
„Meine Kosten sind enorm gestiegen. Ich kann Dir die Gage von früher einfach nicht mehr zahlen“, beschreibt Must Be Played eine mögliche Aussage von Clubbetreibern. Die gestiegenen Kosten wirkten sich auch auf Beschäftigte und Publikum aus.
Mitarbeiter müssten ebenfalls überlegen, wie sie zum Club kommen, während Besucher nach Ausgaben für Miete, Lebensmittel und Tanken möglicherweise weniger Geld für einen Clubabend oder ein Festival zur Verfügung hätten.
Die geplante Entlastung von 17 Cent pro Liter hält der Münsteraner deshalb für nicht ausreichend: „Natürlich sind 17 Cent weniger besser als 17 Cent mehr. Aber das eigentliche Problem ist längst größer.“
Aus seiner Sicht betrifft die Entwicklung zahlreiche Berufsgruppen. „Künstler. DJs. Musiker. Techniker. Booker. Veranstalter. Security. Caterer. Stagehands. Clubmitarbeiter. Menschen und Material müssen von A nach B kommen“, zählt er auf.
Dabei gehe es für die Branche nicht ausschließlich um wirtschaftliche Fragen. „Clubs und Festivals sind keine überflüssigen Luxusprodukte. Sie sind Arbeitsplätze. Sie sind Kultur. Sie sind Begegnungsorte. Und für viele von uns sind sie unsere Existenz.“
Zum Abschluss richtet Must Be Played den Blick auf die langfristigen Folgen steigender Mobilitäts-, Energie- und Betriebskosten. „Wir müssen darüber reden, wie Kultur überlebt. Denn wenn Clubs, Festivals und Künstler einmal verschwunden sind, bekommen wir sie nicht für 17 Cent zurück.“
In den Kommentarspalten erhält er für sein Statement viel Zuspruch, aber auch Kritik bzw. Gegenvorschläge. So hat sich zum Beispiel Steve Clash zu Wort gemeldet, der u. a. die Bahn als Alternative vorschlägt. Die Kosten dafür seien relativ planbar und mit Sparpreisen auch vergleichsweise günstig.
„Und bei Gigs die schlecht mit der Bahn erreichbar sind, käme noch ein E-Leihwagen in Frage. Beides sind auch ökologisch die bessere Wahl. Ich widerspreche deinem Punkt nicht. Aber es gibt jetzt schon Alternativen, die dein Problem lösen könnten.“
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