
DJ Varya Karpova steht vor allem innerhalb der französischen Techno-Szene für einen energiegeladenen Sound zwischen Techno, Hard Dance, Hard Trance, UK Hardcore und Hard House.
Die in St. Petersburg geborene Musikerin teilte erst kürzlich unter Tränen der Freude, wie sehr sie ihr Leben in Europa schätze und nun endlich ein Langzeitvisum erhalten habe, um in Frankreich leben zu können.
Für Wirbel sorgen allerdings eher ihre zuletzt im Netz diskutierten Aussagen zu Hard Techno, TikTok und dem Wunsch nach besserer „Bildung für Raver“.
Obwohl sie selbst durch schnellere und härtere Sounds bekannt wurde, gibt sie mittlerweile zu, sie könnte keine Sekunde lang mehr Hard Techno hören. „Ich habe nie wirklich Hard Techno gespielt, aber mittlerweile kann ich es auch nicht mehr hören.“
Sie verstehe die Mechanismen und warum Menschen das Genre mögen, sie verstehe auch, dass einige DJs mit Leidenschaft dabei seien, andere wiederum nur für Geld auf den Zug aufspringen würden.
„Es ist nicht das erste Mal, dass härtere Stile den Verstand von Menschen ansprechen, nur früher schienen sie dabei musikalisch ein bisschen interessanter zu sein“, so Karpova. Ihre Kritik am Genre befüllt sie anschließend mit einem Beispiel:
„Wenn ich nach 160pbm Hard Techno gespielt habe, habe ich nicht ein einziges Mal erlebt, wie die Menschen auf Breaks und Drops reagierten. Könnte es vielleicht sein, dass Hard Techno die Empfindlichkeit der Leute schrumpft?“
Zahllose Raver würden Techno nur von TikTok kennen. „Ich möchte mich wirklich nicht beschweren oder Hard Techno verurteilen. Es wäre schön, wenn DJs mehr Wert auf die musikalische Bildung ihrer Zuhörerschaft legen würden.
In den Kommentarspalten erfährt sie Zuspruch, aber auch Gegenwind. „Die Ironie dabei ist, dass es bei der Underground-Kultur ursprünglich um Freiheit, Selbstverwirklichung und Gemeinschaft ging“, antwortet ein User auf Instagram und ergänzt:
„Wir brauchen keine DJs, die das Ganze so behandeln, als wäre es eine Geschichtsprüfung für Eliten. Die Musik ist nicht das Problem, sondern Beiträge wie dieser, die die Stimmung ruinieren.“
Eine weitere Nutzerin sieht das Thema diplomatischer. „Das spiegelt den Zustand unseres Nervensystems wider. Wir sehnen uns nach gesunden Ventilen für starke Emotionen. Wenn die äußere Welt dem Aufruhr und Chaos in unserem Inneren entspricht, fühlen wir uns in der Gemeinschaft akzeptiert und verstanden. Menschen, die nach Sinneseindrücken suchen (insbesondere neurodivergente Menschen), werden oft dafür kritisiert, dass sie starke Sinnesreize vertragen.“
Wiederum andere Nutzer verweisen auf die mittlerweile schwammige Definition von Hard Techno und betonen, kommerzieller Hard Techno habe an Popularität gewonnen hat. Es gäbe guten Hard Techno aus den späten 2010er Jahren, nur sei er nicht so populär wie TikTok-Hard-Techno.
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