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Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Es ist ein … Plattenlabel! Ein Satz, den Dave Seaman und sein Buddy Steve Parry vor fünf Jahren nicht nur einmal hörten. Anno 2013 gründeten die beiden Engländer ihr eigenes Imperium für Neuveröffentlichungen auf dem Markt der elektronischen Musik. Heute – genauer gesagt am 26. April 2018 – habt ihr als Partyvolk die großartige Möglichkeit, das Glas zu erheben – zusammen mit den beiden. Was ihr dafür tun müsst? Einen Abstecher in den legendären Berliner Club Watergate machen. Und diese Party ist nicht nur eine Geburtstagsparty. Sie ist auch eine Release-Party. So haben es sich die zwei Labelchefs nämlich nicht nehmen lassen, drei EPs mit insgesamt 24 Künstlern peu-a-peu zu veröffentlichen. Besser gesagt: Drei EPs mit 2×12 Künstlern. Denn bei Selador wird Teamwork seit eh und je groß geschrieben. Deshalb die geniale Idee, ausschließlich Tracks von Duos zu veröffentlichen. Hier mal ein Überblick über die bevorstehenden Releases:

EP 1 beinhaltet Tracks, produziert von folgenden Künstler-Kollaborationen:
Quivver & Cristoph
Stelios Vassiloudis & Robert Babicz
Raw District & Just Her
Luke Brancaccio & Tim Healey

Auf EP 2 und EP 3 gratulieren sich Dave Seaman & Steve Parry selbst. Außerdem mit dabei:
Martin Eyerer & Namito
Florian Kruse & Justin Massei
Acumen & JOBE
Gorge & Joeski
Guy Mantzur & Lonya
Marc DePulse & Several Definitions
Wally Lopez & Joal

Zur EP-1-Release-Party am 26. April 2018 bringen Dave Seaman und Steve Parry natürlich auch Kuchen mit. Aber keine Angst – die Torten landen nicht in Steve-Aoki-Manier im Publikum, sondern auf dem Teller. Hoch und heiliges DJ-Ehrenwort. Wir haben Dave im Vorfeld der Partyvorbereitungen mal ein paar Fragen geschickt. Lest hier seine Antworten darauf.

Wow, wie schnell die Zeit verrinnt… Fünf Jahre betreiben du und Steve Parry nun das Label Selador. Ich habe mal versucht, rauszufinden, was Selador bedeutet – und wurde nicht fündig. Hilf uns doch mal auf die Sprünge.
Es ist ein Zitat aus dem Kultfilm „Donnie Darko“ das wir übernommen haben. Im Movie wird gesagt, dass die Silben, aus denen die Wörter „Cellar Door“ bestehen, die am schönsten Klingenden in der englischen Sprache sind. Das hat uns irgendwie berührt. Wir sind ja immer auf der Suche nach Schönheit und Perfektion. (lacht)

Wie lange kennt ihr beide euch und wie kamt ihr auf die Idee, ein Label zu gründen?
Wir kennen uns seit fast 30 Jahren! Steve hat mich in den 90ern und frühen 2000ern immer mit Vinyl bemustert, als er bei 3 Beat Records gearbeitet hat. Wir hatten also immer eine Bindung zu unserer gemeinsamen Liebe: Musik und Clubbing. Nachdem ich 2011 mein vorheriges Label Audio Therapy zur Ruhe gesetzt hatte, nahm ich mir eine Auszeit. Aber es dauerte nicht lange, bis mir klar wurde, wie sehr ich die Szene vermisse. Als Steve Ende 2012 in einem Telefongespräch erwähnte, dass es eins seiner ehrgeizigen Ziele war, ein Plattenlabel zu führen, war für mich sofort klar: Das Ding rocken wir zusammen. Sechs Monate später war Selador geboren.

Lass doch mal die letzten fünf Jahre Selador Revue passieren. Welche Acts sind bei euch unter Vertrag und welche Stilrichtung trifft am besten auf Selador zu?
Wir sind sehr glücklich darüber, wie weit wir gekommen sind und was wir in den ersten fünf Jahren erreicht haben. Die Musikszene ist so ein hartes Business. Und dann noch die Idee haben, heutzutage ein unabhängiges Dance-Label zu betreiben, toppt quasi alles. (lacht) Aber wir glauben fest an unsere Ziele – und viele davon haben wir ja bereits erreicht. Wir haben bei den Veröffentlichungen auf Selador immer versucht, eine große Bandbreite an Stilrichtungen zu repräsentieren, die auch unseren persönlichen Geschmack widerspiegelt. Wir wollten definitiv nicht in einem Nischen-Genre stecken bleiben. Daher haben wir in unserer kurzen Geschichte alle möglichen Styles veröffentlicht: härtere, Techno-beeinflusste Arbeiten von Reset Robot, Wehbba und Victor Ruiz – bis hin zum deepen Spektrum, mit VÖs von Ruede Hagelstein, Tim Engelhardt & Charles Webster. Und alles dazwischen! Aber wenn man uns fragt, wer auf dem Label am häufigsten auftaucht (abgesehen von Steve und mir), würden die Namen Quivver oder Robert Babicz fallen.

Eigentlich guckt man lieber nach vorne als zurück. Bei dir lohnt es sich aber, mal einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Stichwort „Global Underground”. Wie hast du dieses Zeit so erlebt? Sie war für dich ja das Sprungbrett nach ganz oben.
Ja, ich erinnere mich an die großen Jahre mit Global Underground. Da werden sehr schöne Erinnerungen geweckt. Es ist nicht so oft, dass der Underground tatsächlich für so eine lange Zeit Mainstream bleibt, aber genau das passierte Ende der 90er Jahre und Anfang des neuen Jahrtausends. Die Leute hatten Bock auf das, was wir machten. Es ergaben sich so viele neue Möglichkeiten, die man als DJ vorher nicht hatte. Ja, man kann schon sagen: Die Zeit damals war für DJs wirklich revolutionär. Ich denke, Global Underground hat es wirklich geschafft, den globalen Untergrund in die kommerzielle Welt hinauszutragen – und für mich war es eine Ehre, dabei zu sein.

Zurück in die Zukunft: Was habt ihr mit Selador noch alles vor?
Unser Fokus liegt natürlich auf unserem fünften Geburtstag. Es ist ein riesen Projekt für uns und wir sind stolz, das alles bisher geschafft zu haben. Wir haben jetzt drei EPs in der Pipeline, mit zwölf exklusiven Collaborations. Also zwölf Duos, die jeweils zwei Tracks beisteuern. Das finale Line-up ist:
Quivver & Cristoph
Stelios Vassiloudis & Robert Babicz
Raw District & Just Her
Luke Brancaccio & Tim Healey
Martin Eyerer & Namito
Florian Kruse & Justin Massei
Acumen & JOBE
Gorge & Joeski
Guy Mantzur & Lonya
Marc DePulse & Several Definitions
Wally Lopez & Joal
And finally Steve & myself

Am 26. April feiert ihr den fünften Geburtstag von Selador im Watergate, Berlin. Wer steht im Line-up, gibt es schon einen Timetable und was erwartet die Partypeople?
Steve und ich werden mit unserem Berliner Resident Justin Massei spielen. Und diesmal ist unser Gast kein Geringerer als Quivver. Es wird unser viertes Label-Showcase im Watergate sein. Es ist so ein toller Club, und wir hatten immer viel Spaß dort. Wir können uns wirklich keinen besseren Ort vorstellen, um unsere fünfte Geburtstagsfeiern hier zu starten.

Deine aktuellen Top-5-Tracks sind:
Nun, da wir die ganze Zeit über Selador geplaudert haben, lass uns doch bei Selador bleiben. Hier meine ganz persönlichen Top-5 unseres Labels.

1. Florian Kruse & Lazarusman ’Breathe’ (Frankey Remix)
3. Dave Seaman & Steve Parry ‘Repeat Offender’
3. Cristoph & Quivver ‘In Name Only’
4. Gorge & Joeski ‘Untitled’
5. Luke Brancaccio & Tim Healey feat. Kiki Cave ‘I Hear Voices’

5 Years Selador Recordings // 26.04.2018 // Watergate, Berlin

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