DJ macht Umfrage: So viel verdienen Warm-Up-DJs

Jules Vic ist für ihre House-Sets innerhalb der lokalen britischen Szene bekannt. Neben ihrer Musik ist sie vor allem in sozialen Netzwerken aktiv, bedient verschiedene aufklärende Themen zur Szene und kommt mit DJs und Menschen aus dem Nachtleben ins Gespräch.

Für einen aktuellen Beitrag hat sie „Warm-up-DJs“ nach ihren Gagen gefragt. „Da es keine einheitlichen Standards gibt, war ich neugierig, was andere DJs verlangen und ob es regionale Unterschiede gibt oder ob es Unterschiede zwischen Neulingen und denen gibt, die schon länger im Geschäft sind.“

Anschließend teilte sie ihre Ergebnisse, die wir umgerechnet von Pfund Sterlign in Euro hier einmal auflisten:

• Durchschnittliche Gage für eine Stunde Warm-Up: 114 – 287 Euro
• Newcomer: 69 – 172 Euro
• Szene bekannte DJs: 287 – 860 Euro
• DJs mit Agenten oder eigener Musik: 459 – 860 Euro
• „Mid Tier“-DJs: 400 – 573 Euro

Die gefragten DJs haben alle gemeinsam gehabt, dass Anreise und Unterkünfte inklusive dieser Gebühren seien und nur bei internationalen Auftritten Extra-Gage verlangen würden. Die klare Mehrheit würde allerdings immer wieder nach kostenlosen Warm-Up-Sets gefragt werden.

Die meisten würden kostenlosen Gigs nur dann zustimmen, wenn sich dadurch Türen öffnen würden oder guter Content entstehen würde. DJs, die den Ticketverkauf anregen, würde immer bevorzugt werden.

„Ich wünschte, alle DJs würden sich zusammentun und einfach nie wieder umsonst bei Veranstaltungen auftreten, die ein Geschäftsmodell haben“, schreibt DJ Eric Sharp. „Sollte ich jemals den Status eines großen Headliners erreichen, werde ich verlangen, dass meine Vorgruppen-DJs ein angemessenes Honorar erhalten.“

„Ich würde noch ergänzen: Wie viele dieser Warm-up-DJs sind nicht männlich? (Ich meine Frauen oder LGBTQ+“, kommentiert Lys Darkgyal. „Wie viele Line-ups bestehen ausschließlich aus männlichen DJs, abgesehen vom Warm-up-DJ?“

Wiederum andere Nutzer kritisierten, man könne bei einer solchen Recherche nicht einfach die Gagen aller DJs pauschal zusammenfassen. Verschiedene Musikgenres in unterschiedlichen Szenen würden unterschiedlich vergütet.

Von Kneipen bis zu Bars, von Hip-Hop- und R&B-Nächten bis zu House-Nächten, von kommerziellem Pop bis hin zu großen Veranstaltungsorten und Festivals – die Unterschiede seien enorm.

Jules Vic ist sich dieser Umstände allerdings bewusst: „Das war keine wissenschaftliche Studie, sondern nur ein Austausch in meinen Direktnachrichten und auf Instagram Stories. Aber überraschend viele von euch haben sich an der Unterhaltung beteiligt – vielen Dank dafür!“

Das könnte dich auch interessieren:

Beatport Track ID erkennt Musik auch im Mix – Shazam für DJs?