DJ Quicksilver schießt gegen Kommerzialisierung der Szene

DJ Quicksilver schießt gegen Kommerzialisierung der Szene

In einem Facebook-Beitrag meldet sich Orhan Terzi, besser bekannt unter seinem Künstlernamen DJ Quicksilver, zu Wort und äußert seinen Frust über die zunehmende Kommerzialisierung von Festivals. Hohe Ticketpreise und Profitmaximierung stünden seiner Meinung nach immer stärker im Vordergrund.

Bereits seit den 90er-Jahren machte sich Terzi unter seinem Künstlernamen einen Namen. Der Produzent und DJ wurde nicht nur durch seinen Trance- und Techno-Sound bekannt, sondern auch durch seine Zusammenarbeit mit Tommaso De Donatis. Gemeinsam veröffentlichten sie zahlreiche Projekte, darunter die Band Watergate sowie viele weitere Tracks. Zudem war Terzi Teil des bekannten Bochumer Plattenladens White Label Records – einem wichtigen Treffpunkt für Musiker:innen und Raver:innen. Bis heute arbeitet er mit zahlreichen Künstler:innen zusammen und ist weiterhin als DJ aktiv.

In seinem Facebook-Beitrag zeigt sich der Künstler sichtlich frustriert. Was einst Orte der Selbstentfaltung gewesen seien, hätten sich laut ihm zu Eventformaten entwickelt, bei denen vor allem Profit im Mittelpunkt stehe. Große, kommerzielle Festivals seien primär darauf ausgerichtet, möglichst viel Geld zu verdienen. VIP-Bereiche, Sponsoren, Social Media und stetig steigende Ticketpreise führten dazu, dass sich viele Menschen den Zugang nicht mehr leisten könnten oder große finanzielle Opfer bringen müssten, nur um ihren Lieblingsact zu sehen – etwas, das für ihn nicht mit den Werten der Szene vereinbar sei.

In seinem Beitrag betont Terzi: „Gerade deshalb betone ich immer wieder, dass die elektronische Musik die Musik des ‚kleinen Mannes‘ ist und im Kern auch immer sein könnte. In Detroit, Chicago, Berlin oder Frankfurt war sie Ausdruck sozialer Realität – von Arbeitslosigkeit, Ausgrenzung und urbanem Wandel. Clubs und Raves boten Räume, in denen Herkunft, Einkommen, Status oder Klamotten nebensächlich waren. Entscheidend war nicht, wer man war, sondern dass man einfach nur da war. Tanzend, schwitzend, Teil eines Kollektivs – kurz gesagt: eine große Familie!“

Abschließend stellt Terzi klar, dass es ihm mit seinem Text nicht ausschließlich um Beschwerden oder pauschale Kritik an der Szene oder der Musik gehe, sondern um die zunehmende Kommerzialisierung, die sich innerhalb der vergangenen zwei Jahrzehnte entwickelt habe

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