Du wirfst dich ins coole Outfit, schnürst deine Sneaker, schnappst dir ein Wege-Bierchen, und dann gehts los. Gute 25 Minuten sind es vom Campingplatz zur Festival-Location. Und dann „dancing all night long“, bis zum perfekten Sonnenaufgang. Kennt ihr, oder? Wie wichtig da das richtige Schuhwerk ist, muss ich euch Party- und Club-erprobten FAZEmag-Lesern nicht sagen. „Von elementarer Bedeutung!“, würde es treffend auf den Punkt bringen. Aber nicht nur die Community sollte gut zu Fuß sein, auch ein Superstar-DJ … nehmen wir mal DJ Snake … er geht im Laufe eines Party-Jahres so Etliches an Kilometern. Und jener DJ Snake hat den ultimativen Partyschuh aufgespürt: den PUMA MIRAGE. Der kam bereits in den 1990er-Jahren auf den Markt und erlebt nun mit dem MIRAGE Tech eine großartige Neuauflage. Zeitlose Coolness, kombiniert mit Retro-Colours, und all das in perfektioniertem Passgewand. Der PUMA MIRAGE – der kann was. Was genau, das verrät uns der sympathische Franzose mit algerischen Wurzeln in einem witzigen Videocall. Der 34-Jährige, der elektronische Musik mit Trap, Future Bass und Hip-Hop so brillant rüberbringt wie kaum ein anderer, startete 2013 seine Profikarriere als Musiker und Produzent und landete zwei Jahre später mit „Lean On“ einen internationalen Superhit. So, dann schnell mal auf Zoom einloggen. Kamera an, Speaker an. Ready.

 


 

Wie kam es zur Zusammenarbeit zwischen dir und PUMA?

Ich war schon immer ein großer PUMA-Fan. Schon als Kind. Ich weiß noch genau, dass ich Diego Maradona sah, er war mein absolutes Vorbild. Ich wollte immer so sein wie er. Und er hat PUMA Shoes getragen. Ich habe meine Mum dann gefragt, „Hey Mum, ich würde total gerne diese Schuhe haben. Krieg ich?“, und sie hat „Ja“ gesagt. Ich war stolzer Besitzer des PUMA-Schuhs und fühlte mich Diego Maradona total nah. Und irgendwann kam PUMA dann auf mich zu, viel, viel später natürlich. Aber sie hatten mitbekommen, dass ich die Marke klasse finde. Zudem fanden sie auch noch meinen Sound cool. Und dann kam eins zum anderen. Sie schickten mir Sachen – und ich liebe sie alle! PUMA und DJ Snake: Das passt einfach wie die Faust aufs Auge.

Und wie geht die Koop weiter?

Wir werden einige neue Sachen zusammen entwerfen. Noch sind wir ja in einer Art Anfangsstadium. Stay tuned. (lacht)

Cooles Outfit ist auf dem Dancefloor immens wichtig. Welchen Style bevorzugst du beim Auflegen?

Ich mag es, wenn die Sachen bequem sind, die ich trage. Klar, ich will gut und cool aussehen. Man steht ja schließlich auf der Bühne. Ich mag bunte Farben. Aber wichtig ist, dass von Kopf bis Fuß alles gut sitzt, nicht kneift und sich locker und lässig anfühlt, wenn ich mal hin und her jumpe oder total abgefahrene Sachen on Stage mache.

Wie hat sich im Laufe deiner Karriere dein Style verändert?

Och, es hat gar kein so abgedrehter Wandel stattgefunden im Laufe der Jahre. Wie soll ich das erklären … Ich habe schon immer Streetwear geliebt, die bequem ist. Die größte Veränderung habe ich vielleicht farblich hinter mir. Während ich heute alles cool finde, was bunte Farben hat, so war damals Schwarz mein Favorit. Schwarz, schwarz, alles schwarz. Und heute? Heute kann es mir gar nicht grell genug sein. Ein helles Gelb, ein leuchtendes Rot, ein knalliges Grün. Oder um es auf den Punkt zu bringen: Den crazy Shit in Sachen cooler Klamotten. (lacht) Wenn ich an damals zurückdenke, war ich für so etwas nicht bereit. Das war mir zu extrem, zu auffällig. Also hat dann irgendwie doch ein ziemlich abgedrehter Wandel stattgefunden. (lacht)

DJ Snake
Welches Vorbild hast du in Sachen Streetwear?

Hm, gute Frage. Streetwear ist einfach auch eine Sache unserer heutigen Zeit und Kultur. Wie du ja weißt, lebe ich in Paris, beziehungsweise ein Stück außerhalb. Wir, die wir dort wohnen, sind alle große Fans von Streetwear. Und die Franzosen hatten schon immer eine ganz spezielle Connection zu Fashion. Paris wird ja nicht umsonst „Die Stadt der Mode“ genannt. Alle großen Fashion Brands, Designer und Kreateure sitzen hier, wir haben die „Fashion Week“, die wichtigste Messe rund um Styling und Outfit. Wir sind also alle mit Mode, Models und modebewussten Menschen aufgewachsen. Vielleicht sind wir in Paris alle ein bisschen „Fashion Victims“. (lacht)

 

Wenn man als Besucher bei Festivals ist, schafft man pro Tag schon mal zehn Kilometer. Umso wichtiger sind gute Schuhe. Was zeichnet deiner Meinung nach den PUMA MIRAGE als den perfekten Party-Schuh aus?

Ganz einfach: Er sieht klasse aus, sitzt perfekt und ist superangenehm zu tragen. Er eignet sich sowohl zum lässigen Spaziergang, zum Joggen als auch zum Abfeiern auf dem Dancefloor. Der Mirage ist einfach ein richtig guter Allrounder. Du kannst in ihm alles machen – und siehst dabei noch gut aus. (lacht)

 

Als PUMA den MIRAGE in den 1990er-Jahren herausbrachte, war es ein Runner. Jetzt die Wiedergeburt. Wann trägst du die 2021-Version, zu welchen Anlässen?

Stimmt, als das erste Modell des Mirage auf den Markt kam – das ist schon ein paar Jahre her. Und wie gerade gesagt, kannst du den Schuh einfach für jeden Anlass wählen. Egal, ob du auf eine Hochzeit gehst, Workout machst, im Büro arbeitest, ein Mädel datest oder mit deinen Freunden abhängst – der Mirage ist einfach der Klassiker!

Das Motto von PUMA ist „FOREVER FASTER. PUMA.“ So könnte auch deins lauten, denn spätestens seit „Lean On“ ging es für dich ganz nach oben. Wie gehst du mit dem Druck um, weiterhin erfolgreich sein zu „müssen“?

Ich mache, was ich liebe – und ich liebe, was ich mache. Das Wichtigste ist, ehrlich zu sich selbst zu sein. Und ich bin immer schon ein Freund davon gewesen, neuen Sound zu entwerfen und zu produzieren. Immer am Ball bleiben, dabei immer mit einer gehörigen Portion Fun-Faktor und nicht auf einer Stelle verharren. Ich bin jemand, der die Veränderung braucht, der neue Sachen ausprobiert und kein Copy-Paste macht, was Produktionen angeht. Zeitgleich bleibe ich mir und meinem gewissen musikalischen Wiedererkennungswert immer treu. Meinen Style, meine „Handschrift“ als Produzent soll man in gewisser Form raushören. Aber, ganz wichtig: Immer etwas Neues, anderes schaffen. Klar, am Anfang war der Druck enorm und es war schwierig für mich, das Ganze einzuordnen und mit diesem Erfolgsdruck umzugehen. Aber das konnte ich sehr schnell ablegen. Ich weiß, was ich kann, worin ich gut bin. Ich weiß aber auch, was ich nicht so gut kann – und Letzteres mache ich dann halt auch einfach nicht. (lacht) Ich nutze die Zeit des Produzierens sehr intensiv, ich feile an den Tracks, bis sie für mich zu 100 Prozent passen. Da bin ich sehr anspruchsvoll. Ich will den Leuten da draußen ja etwas bieten, das ihnen Spaß macht, Sound, zu dem sie feiern können. Und mir liegt es sehr, sehr fern, billig produzierte Nummern abzuliefern.

Laut dem deutschen Wikipedia hast du bislang rund 43 Millionen Platten verkauft. Was ist das für ein Gefühl, es so weit geschafft zu haben?

Es ist unbeschreiblich, total verrückt und ein wahnsinniges Gefühl des Glücks, das mir da geschenkt wurde. Zum Erfolg gehört ja nicht nur Talent, sondern auch das Quäntchen Glück. Ist so! Es ist eine krasse Zahl … 43 Millionen. Es ist nur schwer in Worte zu fassen, vor allem auch, wenn ich mir die Klickrates auf YouTube anschaue, die teils mehr als eine Milliarde aufzeigen. Und um nicht den Erfolgsdruck auf meinen Schultern zu spüren, versuche ich, über so etwas nicht nachzudenken. Ich checke diese Zahlen ehrlich gesagt nur sehr selten. Ich bin happy, dass es gut läuft, dass ich mit dem, was ich mache, erfolgreich bin, und ich freue mich über die Reaktionen der Fans auf der ganzen Welt. Ich denke, wenn man sich mit diesen Zahlen so richtig befassen würde – das wäre der Killer für meine musikalische Kreativität. Nicht nach links gucken, nicht nach rechts gucken – einfach nach vorne schauen und nicht zurück. Mit Full Speed in die Zukunft, quasi. (lacht)

 

 

„Lean On“ ist auf YouTube ein Dauerbrenner. Wie wichtig sind für dich „richtige“ Videos?

Sie machen die Hälfte eines Songs aus, ganz klar. Angenommen, du hast eine Nummer, die richtig gut ist, und das Video ist mies – dann stimmt da etwas nicht. Dann hilft das dem Song nicht, im Gegenteil. Beides muss harmonieren, im Einklang sein. Es ist schon öfter vorgekommen – gerade in meiner Anfangsphase – dass ich zwei unterschiedliche Videos für einen einzigen Song gemacht habe, weil mir die erste Version nicht gefiel. Ich habe da wirklich sehr viel Zeit und Geld investiert, weil ich einfach denke, dass Song und Video absolut zusammen funktionieren müssen. Ich finde das superwichtig, weil mir die hohe Qualität ungemein wichtig ist.

Lass uns mal von YouTube zu Facebook switchen: 6,3 Millionen Follower. Wie hat sich die Kommunikation mit deinen Fans während der Corona-Pandemie verändert?

Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, was gerade auf Facebook abgeht, weil ich mein Kennwort verloren habe (lacht). Generell sind die sozialen Netzwerke aber extrem wichtig für mich. Ich liebe die Kommunikation mit den Fans, gerade in dieser Zeit, in der wir uns alle nicht persönlich auf irgendeinem Festival oder in irgendeinem Club sehen können. Was mir noch wichtig ist zu sagen: Wenn ich bei Twitter oder Instagram poste, dann bin ich das. Ich persönlich, und kein anderer. Alles läuft über mein Smartphone. Ich habe niemanden, der das für mich macht. Nein, anders: Ich möchte nicht, dass es jemand anderes für mich macht. Ich verfolge die Kommentare meiner Fans auch sehr genau und reagiere darauf. Mir ist wichtig zu erfahren, was sie fühlen, wie sie Track XYZ finden, wie sie meinen Auftritt fanden und so weiter. Auch hier bin ich absoluter Perfektionist.

Am 13. Oktober 2020 hast du auf Facebook einen Post gemacht: Du auf einer Yacht vor einem traumhaften Sonnenuntergang. Deine Headline: „God is great“. Wo warst du damals, und was hast du in diesem Augenblick gefühlt?

Das war an der Küste, kurz vor Miami. Ich war zu diesem Augenblick einfach nur überglücklich, dass ich lebe, dass es mir gut geht. Und ich habe über diese verflixte Pandemie nachgedacht, die die ganze Welt in Atem hält und in die Knie zwingt. Keine Shows, keine Reisen, Leute, die an Corona erkrankt sind, Leute, die daran sterben. Und ich habe mit dem Statement „God is great“ einfach nur Gott dafür gedankt, dass ich gesund bin. Ich glaube fest an Gott und danke ihm dafür, jeden Tag aufwachen zu dürfen. Am Leben zu sein. Ich war einfach happy und dachte sehr positiv über mein Leben nach. Und ich glaube, das ist momentan auch das mitunter Wichtigste: positiv denken. Dieses „spreading love“ ist so wichtig, damit wir alle nicht noch durchdrehen, weil die Welt im Lockdown ist. Und meine Musik ist hierzu mein persönlicher Beitrag, den ich gerne leiste. Ich will die Leute für einen Augenblick lang diese ganze Angst und Panik vergessen lassen. Ein paar Minuten gute Laune, Good Vibes und pures Lebensgefühl – das möchte ich mit meiner Musik transportieren. Die Zeiten sind so hart, und ein kleiner Lichtblick ist das, was ich bieten kann, mit meinem positiv gestimmten Sound.

Viele deiner Tracks haben einen orientalischen Touch. Liegt das an deinen algerischen Wurzeln?

Ja, richtig. Es sind die Einflüsse dieser orientalischen Welt, die ich in meine Musik und in meine Videos integriere. Ich weiß, woher ich komme, welchen Background ich habe, mit welchen Freunden ich aufgewachsen bin – all das fließt mit ein. Sich nicht zu verstecken, seine wahre Identität zu zeigen – das ist mir immens wichtig. Ich bin Franzose, aber meine Eltern stammen aus Algerien. Ich war sehr oft in Algerien, um diesen Spirit, diesen Esprit aufzunehmen. Aber nicht nur der Orient hat mich geprägt. Ich war durch meine Gigs und Shows schon quasi auf der ganzen Welt. Beispielsweise lernte ich in Brasilien einen Künstler kennen, dessen Musik ich einfach nur „Wow!“ fand. Und wir sagten, „Hey, lass uns zusammen was völlig Neues starten“, und das spiegelt auch meine Open-Mindedness wider. Ich bin offen für alle Kulturen, und auch musikalische Grenzen versuche ich zu umgehen. Ich bin wie ein Schwamm, der alles aufsaugt, alle Einflüsse, alle Vor-Ort-Gegebenheiten.

Eine Frage zum Thema Festivals: Wenn du Tracks im Studio produzierst, stellst du dir dann 50.000 Menschen auf der Mainstage vor, um den perfekten Sound dafür zu schaffen?

Nein, eigentlich nicht. Wenn ich Musik schreibe und sie anschließend produziere, denke ich über so etwas nicht nach. Ich denke an gar nichts – außer an die Musik. Wenn ich mich im Musikprozess befinde, bin ich einfach nur im Flow. Ich bin auch im Austausch mit anderen Künstlern, wenn ich zum Beispiel Kooperationen eingehe. Aber ich habe nie im Hinterkopf, wofür ich den Song schreibe. Also, ich würde nie auf die Idee kommen „Hey, jetzt setzt du dich hin und machst einen Track, den du auf einem riesigen Festival spielen kannst“, nein. Andere Künstler machen das vielleicht, aber das ist weder meine Intention noch mein Ding. Das wäre nicht ich.

Viele Künstler haben ein Markenzeichen. Deins ist die dunkle Sonnenbrille. Welche Story steckt dahinter?

Die Sonnenbrille? Es begann, als meine Karriere begann. Ich hatte das Release mit Lil Jon „Turn Down For What“ und ich war auf einem großen Festival für einen Live-Gig gebucht. Ich war total schüchtern und hatte gehörigen Respekt davor, vor so vielen Leuten aufzutreten. Diese riesigen Leinwände, das große DJ-Setup, die Tausenden Menschen vor mir, meine Beine zitterten, ich fühlte mich total gestresst – uff, ich war echt meganervös. Da sagte ein Freund von mir „Keep cool, setz mal die Sonnenbrille auf, dann achtest du automatisch nicht so sehr auf die Crowd. Klar, du siehst sie, aber getrübter“, eine gute Idee von ihm. Du bist einfach in so einer Bubble, und Augen sind ja schon etwas sehr Intimes. Irgendwie nahm mir die Sonnenbrille dann tatsächlich die Ehrfurcht, die Panik, die Nervosität. Sie kamen – und sind geblieben, also, die Sunglasses (lacht). Außerdem geht man mit den Sonnenbrillen etwas anonymer durch die Welt, ist bei Fotoshootings relaxter, weil man halt nicht Eye-2-Eye gegenübersteht, sondern die Sonnenbrille immer ein Stück von mir verbirgt.

Seit fast einem Jahr ist Europa im Lockdown. Wie nutzt du die partyfreie Zeit?

Ich produziere, verbringe viel Zeit mit meiner Familie, mit Freunden. Wir sehen uns ja alle nicht in realer Form, höchstens mal über Videocalls, wie wir jetzt gerade. Die ganze Welt ist „on hold“, wir reisen nicht, haben keine Jetlags, es gibt keine Events, Festivals, und auch alle Clubs sind geschlossen. Und ich habe – und das ist vielleicht auch ein durchaus positiver Aspekt der Corona-Pandemie – endlich mal Zeit. Zeit für mich, meine wertvollsten Menschen um mich herum, und Zeit, mich auf das Produzieren von Musik zu konzentrieren. Alles geht langsamer. Aber trotzdem vermisse ich euch alle da draußen wahnsinnig. Und ich kann es kaum erwarten, wieder mit euch zu feiern.

Viele DJs legen momentan per Livestream auf Social Media auf, um Musik zu ihrer Fanbase zu bringen. Hast du da ähnliche Projekte am Start?

Ja, durchaus. Ich mache einiges an Streaming-Events. Aber klar ist das etwas anderes, weil dieses Live-Ding einfach fehlt, die Leute, die auf meinen Sound abfeiern, die mir zurufen, die Hände in die Luft strecken. Diese unbeschreiblichen Gänsehautmomente – die kannst du halt nicht übers Web generieren. Die Energie fehlt einfach. Und das ist schon sehr … na ja. Aber ich bin dennoch sehr aktiv auf Social Media und versuche, meiner Community die Zeit des Lockdowns musikalisch zu versüßen.

Aus dem FAZEmag 109/03.2021
Text: Torsten Widua
Fotos: PUMA

www.djsnake.com
www.puma.de