DJ T.H. – zwischen alten und neuen Karriere-Highlights

Es sind mittlerweile siebeneinhalb Jahre vergangen, dass wir Thomas Gatzka alias DJ T.H. zum Gespräch getroffen haben. Der Trance-DJ und -Producer hat damals über seinen vollen Terminkalender, seine bisherigen Highlights sowie seine neuesten Tracks und Remixe gesprochen. Und jetzt, Anfang 2026, gibt es wieder eine Menge zu berichten, denn der Rheinländer hat viel vor in diesem Jahr und blickt auch auf die letzten Jahre zurück, die ebenfalls diverse Höhepunkte zu bieten hatten.

Thomas, ein ereignisreicher Festivalsommer steht vor dir, erzähle uns doch mal von deinen kommenden Highlights!

Hallo an alle FAZE-Leser*innen und lieben Dank an euch, dass ich wieder euer Interviewgast sein darf.
2026 wird definitiv ein spannendes Jahr für mich, es stehen vor allem viele spannende Events an. Jetzt am 5. April steigt unser großer Trinity Rave in Hamburg. Im Mai gibt es zu meinem 40. Geburtstag einen Birthday Bash bei der Energy Zone im niederländischen Eygelshoven und im Juni geht es dann weiter mit dem SunDown Sonnendeck Festival in Aachen. Im Juli gibt es dann endlich meine Finnland-Premiere auf dem Sonaari Festival bei Lahti. Im August geht es dann am 22. weiter mit dem Electro-BBQ in Altenach und im September geht es für mich nach Polen nach Krakau zum TranceFriends Festival.
Im Oktober bin ich natürlich auch wieder auf dem Amsterdam Dance Event vertreten, auf einer Party meiner neuen Bookingagentur Genesis Artist Agency aus England und im November gibt es dann ein großes Genesis-Event in UK, wo ich dann auch erstmals dort spielen werde.
Weitere Tourdates für dieses Jahr werden noch announcet, die kann ich jetzt leider noch nicht verkünden.

Wenn du auf die letzten Jahre zurückblickt, was waren denn deine Festival-Highlights?

Mein größtes Highlight war definitiv 2024 das Untold Festival in Cluj Napoca in Rumänien. Von den Besucherzahlen ja fast so groß wie das Tomorrowland, ist aber dennoch sehr familiär. Ich kann es nur jedem empfehlen, zu der Zeit ist die ganze Stadt ein einziges Festival. Hervorheben muss ich auch das Grotesque Festival im gleichen Jahr in Rotterdam, da war ich in Begleitung von Linnea Schossow, die mehrere Tracks live auf der Stage gesungen hatte, das war eine tolle Atmosphäre.
Aber eins meiner größten Highlights der letzten Jahre war 2019 die Tals Vägen Cruise von Stockholm nach Turku, als ich mit Hayo Lewerentz und Ingo Hauss (U96) gemeinsam auf Tour war und wir nach Captain Hollywood den ersten Abend der Show abgeschlossen hatten. Das war eine großartige Stimmung!
Und dann war da noch das Rise Festival 2023 in Köln in der Essigfabrik und Electroküche, das mein Kumpel TEKNO organisiert hat und ich ihm dabei geholfen habe – u.a. mit Markus Schulz, Andrew Rayel und Bryan Kearney.

Wenden wir uns mal den Releases zu, was steht denn da an?

Mein aktuelles Release ist ein Rework des Klassikers „Spirit Of Ibiza“ aus dem Jahr 1995 vom Projekt Mystic, das ich zusammen mit meinen Buddies Enerdizer und Chris Nitro produziert habe. Im April und Mai folgen dann neue Releases auf Future Sound Of Egypt, Nocturnal Knights Music und danach noch weitere auf Future Sequence und Black Hole Recordings.

Und was waren bisher deine größten Erfolge Release-technisch?

Da kann ich einige nennen. Mein bisher größtes Release – auch persönlich – ist der Song, den ich meiner Tochter Leonie gewidmet habe und der ihren Namen trägt. Der wurde von ziemlich jedem großen Act supportet, von Armin van Buuren über Dash Berlin, Paul van Dyk, Markus Schulz, Andrew Rayel bis hin zu Torsten Stenzel (York), der auch einen eigenen Remix beisteuerte. Die Nummer schaffte es auch 2020 in die „A State Of Trance“-Top-50 auf den 15. Platz, gevotet von den ASOT-Hörer*innen und darüber hinaus in Armin van Buurens persönlichen Jahres-Top-10 auf Platz 9 gelandet sowie in seinen Jahres-Mix.
Letztes Jahr im März kam mein Rework des großen Fragma-Klassikers „Everytime You Need Me“ feat. Maria Rubia auf Future Sequence raus, das ich zusammen mit Enerdizer produziert habe. Der Track hat mittlerweile 1,5 Millionen Spotify-Streams und einen mega Live-Support auf den weltweit größten Festivals.
Ebenfalls ein ganz besonderes Release war „Make U Mine“ mit meinem Buddy TEKNO und dem Sänger Richard Bedford (Above & Beyond), das auch einen mega Support von Armin und anderen großen Acts bekam.
Dazu gehört auch meine Nummer „Stealing Time“ mit Jan Johnston, zu der Markus Schulz einen Remix gemacht hat und der auch auf der „In Search Of Sunrise“-Compilation mit drauf war.
Und schließlich muss ich noch „Oceans“ mit meinem Buddy Jam Da Bass und der Sängerin Julie Thompson, die u. a. schon für Tiesto gesungen hat, hervorheben. Die Nummer hatte auch großen Support bekommen.

Du hast für Armin van Buuren einen Guestmix gemacht, wie kam das zustande? Wie hast du Armin kennengelernt?

Armin habe ich 2018 persönlich im Bootshaus kennengelernt. Meine Releases supportet er bereits seit 2012, da hat er das erste Mal einen Track von mir gespielt. Im Jahr 2015 hat er das erste mal ein Track („New Day“) von mir auf seinen „A State Of Trance“-Year-Mix gepackt. Bis heute hat Armin über 50 Tracks von mir live oder in seiner Show supportet, davon sechs auf seine legendäre Year-Mixe gepackt. Schließlich hat mich Armin für die ASOT-Episode 1020 zu einem Guest-Mix eingeladen. Das war natürlich eine große Ehre, Teil der Show zu sein, in der auch schon viele andere aufstrebende und bereits sehr große Acts gespielt haben.

Du bist auch Stammgast bei großen Compilations von Sony wie „Dream Dance“ oder „Club Sounds“.

Meine Zusammenarbeit mit Sony Music geht jetzt auch schon über zehn Jahre, das erste Mal war ich auf „Dream Dance Vol. 75“ vertreten und seitdem bin ich regelmäßig dabei. Selbiges gilt auch für die „Club Sounds“ und mein Remix für „I Show You Secrets“ von Pharao, hat es auf die aktuelle „The Dome Vol. 112“ geschafft.
Außerdem läuft ja auch meine Publishing Edition über Sony ATV, die Zusammenarbeit ist also sehr eng.

Wie bist du denn beim DJing gelandet, wer sind deine größten Vorbilder?

Bei mir fing es Ende der 2000er Jahre mit dem Producing an, ich wollte lernen möglichst gute Tracks zu produzieren um dann auch als DJ Act interessanter zu werden. Und mit dem Erfolg der eigenen Tracks kamen dann nach und nach über die Jahre auch Anfragen und Gigs für größere Veranstaltungen rein. Mein größtes Vorbild als DJ ist natürlich Armin van Buuren. Neben seinen vielen Tourdates seit jahren stellt er sich auch jede Woche regelmäßig für seine Show ins Studio – das zeigt auch, wie viel ihm das bedeutet. Aber es geht natürlich nicht nur um die Größe oder Bekanntheit. Viele DJs machen einen großartigen Job und werden viel zu wenig gesehen, da könnte ich jetzt 100 oder mehr auflisten, aber da weiß glaub ich auch jeder, was ich meine.

Und wie siehst du die heutige Szene?

Eine sehr bedenkliche Entwicklung vor allem hier in Deutschland sieht man leider, dass sich neue und gute Musik immer weniger durchsetzt und es leider auch immer weniger um Qualität geht, hinzu kommt auch der Einfluss der K.I.  International sieht die Szene noch anders aus deshalb liegt mein Fokus derzeit auf Festivals im Ausland, was auch durch meine neue Booking-Agentur Genesis Artist Agency aus UK unterstützt wird, die mich international nun mehr aufbaut. Deshalb blicke ich positiv auf die Zukunft und bin gespannt auf alle mich erwartenden Events.

Wo siehst du dich in fünf bis zehn Jahren?

Es heißt ja im Musikbusiness immer: Wachse langsam, dann kannst du auch nicht so schnell fallen. Daher hoffe ich, dass man mich in fünf bis zehn Jahren auf noch mehr Festivals sehen wird, meine Hörerzahlen noch mehr gewachsen sind und natürlich mein zweites Album erschienen ist, wieder auf CD und Vinyl.

 

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Text: Terence Trance D’Arby
Foto Porträt: Jan Segnitz
Fotos im Studio: Armada Music

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