DJs, Musiker und der Luxus – Womit sich die Szene eindeckt


Wenn es um Luxus geht – egal ob Autos, Schmuck oder Kleidung – denkt man rund um die Musikbranche vermutlich vor allem an Rapper. Das Narrativ des ehemaligen Dealers oder Jungen von der Straße, der sich an die Spitze gekämpft hat und sich nun mit „Bling-Bling“ eindecken muss, hat sich bis heute gehalten – und das nicht ohne Grund. Doch auch Künstler aus der elektronischen Musikszene und andere Musiker gönnen sich immer wieder Luxus. Je mehr Geld die Auftritte bringen und je bekannter der Name, desto eher sind die Stars eben auch geneigt, sich einmal etwas zu gönnen. Was genau das ist, haben wir uns einmal genauer angeschaut.

 

Teures und exklusives DJ-Equipment

Es liegt nah, sich als DJ, der mit Leidenschaft bei der Sache ist, hin und wieder mit neuem, zeitgemäßem Equipment auszustatten. Neue Geräte sichern nicht nur aktuelleren Sound, sie erlauben auch mehr Möglichkeiten des Ausprobierens an Neuem und fördern die Kreativität. Doch hochprofessionelles Gear hat definitiv auch seinen Preis und damit einen Platz auf dieser Liste durchaus verdient.

Denn selbst die Grundausstattung vieler bekannter DJs lässt sich in den Augen kleiner Hobbymusiker, die außer einem PC und bestenfalls einem Musikprogramm wie Ableton vielleicht kaum etwas zur Verfügung haben, als Luxus bezeichnen. Steigt dann auch noch das Gehalt bei Auftritten und können sich auch DJs im Bereich der elektronischen Musik einen nationalen oder gar internationalen Namen machen, ist beim Equipment nach oben hin keine Grenze gesetzt.

Teure Plattenspieler von Technics beispielsweise, mit denen live aufgelegt wird, gehen ab ein paar hundert Euro los, sie können aber gerne auch mehrere tausend Euro kosten. Auch CDJs und Digitalmixer lassen sich etwas kosten: Beliebte Geräte von Pioneer – etwa der DJ DJM-1 und der CDJ-1 kosten im Paket ebenfalls mehrere tausend Euro. Kommen diverse Studiomixer, hochwertige Studioboxen, Kopfhörer und mehr dazu, bewegt man sich schnell im höheren fünfstelligen Bereich. All das und Dinge wie Equipment Koffer und Taschen von Louis Vuitton braucht man als DJ nicht unbedingt – wenn man es sich aber leisten kann, warum nicht?

Der gerade einmal 29-jährige Marshmello aus den USA, der mit seinem Future-Bass, Trap und Dubstep-Sound ein Mainstream-Publikum bedient und riesige Massen zum Toben bringt, hat beispielsweise bei seinem letzten Equipment-Update angeblich 17000 US-Dollar ausgegeben. Hinzu kommen MacBook, Kopfhörer & Co. Doch auch kleinere DJs, die sich vergleichsweise im Underground bewegen, statten sich gerne exklusiv aus. Man werfe etwa einen Blick in Dasha Rushs Studio. Künstler*innen wie sie, die sich eher in Locations wie dem Berghain tummeln, statt auf riesigen Festivalbühnen, sind wohl eindeutig nicht dem unnötigen Luxus zugewandt, sondern reinvestieren einfach in ihre Kunst. Der Preis all ihrer Geräte dürfte sich dennoch gewaschen haben.

 

Autos

Auch die „klassischen“ Luxusgüter faszinieren nicht nur Musiker*innen, wie Lady Gaga, Kanye West, James Hetfield (Metallica) oder Justin Bieber, die etwa alle eine beachtliche Autosammlung vorweisen können. Von Porsches über Lamborghinis und alte Ford Coupes bis hin zu Rolls Royce ist alles dabei. Doch eben auch DJs geben gerne mal etwas mehr für sportliche Kutschen aus.

Der leider bereits verstorbene Avicii etwa fuhr einen komfortabel ausgestatteten Volvo XC90 – eines der luxuriösesten Modelle des schwedischen Herstellers aus Aviciis Heimatland. Auch der bereits erwähnte Marshmello gab bereits einiges für Autos aus. Er besitzt unter anderem einen BMW II8, einen Lamborghini Huracan und einen Rolls Royce Ghost. Joel Zimmerman, den meisten wohl besser bekannt als Deadmau5 wiederum nennt einen McLaren Senna sein Eigen. Zur Info: Solch ein „Spielzeug“ kostet mehr als eine Million Dollar.

 

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Den Vogel dürfte allerdings Steve Aoki abschießen. Wenn auch preislich vermutlich deutlich unter dem McLaren gelegen, designte der Electro-House-DJ seinen Wagen einfach rundum selbst. Sein Scion FR-S (Scion war eine Marke des Herstellers Toyota) beinhaltet eine Mix-Station, ein maßgefertigtes Soundsystem von Pioneer und eine Nebelmaschine. Auch, wenn Aoki wohl nicht einmal ein Auto bräuchte, da er sich immer fahren lassen könnte, wollte er sich dieses Gadget nicht entgehen lassen.

 

Uhren

Neben Autos sammeln Musiker besonders gerne auch Uhren und damit ebenfalls einen Klassiker im Bereich der Luxusgüter. Jay-Z beispielsweise ist der GQ zufolge großer Liebhaber von Hublot, Audemars Piguet und Rolex. Die Reggaeton-Stars wie J. Balvin und Bad Bunny singen über ihre Liebe zu Rolex. Und Eric Singer wiederum, der Schlagzeuger von Kiss etwa, hat eine Vorliebe für Vintage Uhren. Im Vergleich etwa zu einer neuen Audemars Piguet oder gar einer Richard Mille sind diverse Vintage Uhren deutlich erschwinglicher. Als Uhrenfan lohnt es sich hier definitiv, sich einmal einen Überblick zu verschaffen, wenn man sich selbst für Luxusuhren begeistern kann. Denn auch als Investition in die Zukunft sind genau diese Schmuckstücke derzeit keine schlechte Idee.

Das wissen auch diverse DJs und Produzenten elektronischer Musik. Der bereits erwähnte Avicii besaß mehrere Uhrenmodelle von Rolex sowie eine roségoldene Audemar Piguet.

Swedish House Mafia DJ Steve Angello ist ebenfalls bekennender Uhrenfan und gab sogar bereits ein Interview eigens zu diesem Thema. Hier erklärt er unter anderem:

„Ich trage bestimmte Uhren für bestimmte Anlässe. Ich habe meine Alltagsuhren und dann habe ich spezielle Uhren, die ich zu besonderen Anlässen trage, wie zum Beispiel zu einer Preisverleihung – nicht unbedingt teurer, nur vielleicht etwas schöner, mit anderen Materialien oder Farben. Und wenn ich mich kreativer fühle, wähle ich vielleicht wieder eine andere Uhr. Uhren können tatsächlich ein Spiegelbild meiner aktuellen Stimmung sein.“

Es gibt sogar DJs, die mit Uhrenbrands zusammenarbeiten. Steve Aoki etwa hat eben nicht nur sein Auto selbst gestaltet. Er durfte auch am Design einer Uhr von Bulgari mitwirken. Die „Aluminium Steve Aoki special edition“ soll mit ihrem neonbeleuchteten Ziffernblatt das Clubleben widerspiegeln. Knapp 3000 Euro kostet die Uhr. Auch David Guetta hat eine eigene Uhr bekommen. Er arbeitete mit TAG Heuer zusammen, um die „TAG Heuer Formula 1 David Guetta“ zu schaffen. Die blau-schwarze Uhr ist für rund 1500 Euro erhältlich.

 

Immobilien

Große DJs besitzen oft auch große Immobilien. Auch hier müssen wir wieder Steve Aoki als Beispiel heranziehen. Das millionenschwere Anwesen in Vegas ist mit mehreren Schlafzimmern, etlichen „Vergnügungsräumen“ und einem großen Swimming Pool ausgestattet. Wer das Haus einmal von innen sehen möchte, kann sich auf YouTube einen Eindruck verschaffen.

 

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David Guetta wiederum hat erst kürzlich bekannt gegeben, sich von seinem 235 Quadratmeter großen Appartement in Miami Beach trennen zu wollen. Rund 14 Millionen Dollar möchte er für die Luxusbude mit unter anderen drei Swimming Pools, eine Sauna und einem Spa haben – alternativ könne auch in Bitcoin oder Ethereum gezahlt werden.

Auch die Villa, die Avicii vor seinem Tod in den Hollywood Hills bewohnte, kostete mehrere Millionen Dollar. Die Größe des Anwesens, das samt Villa Anfang 2019 für 17,5 Millionen Dollar weiterverkauft wurde, – beläuft sich auf ganze 650 m². Die diversen Schlaf-, Wohn- und Badezimmer der Villa sowie das Heimkino erstrecken sich über mehrere Stöcke oberhalb des Sunset Boulevards mit Ausblick auf Downtown L.A.

Wir halten also fest: Auch die kleineren, vor allem aber die großen und kommerziell erfolgreichsten DJs im Bereich der elektronischen Musik gönnen sich Luxus. Vorwiegend handelt es sich dabei um klassische Luxusgüter, doch branchenspezifisch ist natürlich auch luxuriöses Equipment gefragt.