DJs verzichteten auf Gagen: Berliner Kultclub dank Spenden gerettet

Der Berliner Club Jonny Knüppel ist vorerst gerettet. Nach einer akuten finanziellen Schieflage konnte das Kollektiv den Betrieb durch Spenden, Solidaritätsaktionen und eine gut besuchte Soli-Party stabilisieren. Betreiber Jakob Turtur sprach von einer großen Welle der Unterstützung aus der Szene: Mitarbeitende hätten unentgeltlich Schichten übernommen, DJs auf ihre Gagen verzichtet, zahlreiche Gäste direkt gespendet.

„Die Soli-Party hat uns vorerst gerettet“, sagte Turtur gegenüber der Berliner Zeitung. Der Clubbetrieb soll nach laufenden Umbauten im März wieder aufgenommen werden. Seit acht Jahren wird das Jonny Knüppel kollektiv betrieben und gilt insbesondere für viele lokale Crews und Nachwuchs-DJs als wichtiger Ort jenseits kommerzieller Clubstrukturen.

Langfristig bleibt die Situation jedoch unsicher. Der Standort an der Greifswalder Straße ist von Beginn an als Zwischennutzung angelegt gewesen. Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs plant der Eigentümer gemeinsam mit der Stadt ein größeres Wohnbauprojekt. „Der Club war an diesem Ort immer nur als Übergang gedacht“, erklärte Turtur der Berliner Zeitung. Sobald der Baustart erfolgt, muss der Club weichen.

Ein Umzug wäre grundsätzlich möglich, da das Jonny Knüppel aus modularen Containern besteht. Allerdings fehlen aktuell sowohl ein neuer Standort als auch finanzielle Rücklagen für einen erneuten Aufbau. Trotz dieser Unsicherheiten zeigt sich das Kollektiv kämpferisch. Man wolle weitermachen, solange es geht, und weiterhin einen nicht profitorientierten Raum für Clubkultur bieten. Wann die letzte Party am aktuellen Standort stattfinden wird, hängt letztlich vom Baubeginn ab.

Quelle: Berliner Zeitung

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