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Der kanadische Autor Douglas Coupland mag das Doppelspiel. Nach „Generation X“ (1991) folgte 2009 „Generation A“, auf die Microsoft-Groteske „Microskalven“ (1995) die Apple-Variante „JPod“(2006 im Original, 2011 nun auf Deutsch). Wieder gibt es LEGO-Männchen auf dem Cover und einen Agenturalltag von sechs „popkulturversehrten“ Programmierern, die kurz vorm Wahnsinn stehend an einem Skate-Schildkröten-Fantasy-Game basteln, gegängelt von einem wahnsinnigen Chef, der seinem Team ständig reinredet und wahre Wutausbrüche provoziert, der Art: „Wir sind bei Entwicklungsabschnitt fünf, und da wollen Sie eine charismatische Schildkröte in einem Funsportspiel loslassen? Wie können Sie ein Third Person Skateboardgame derart verhunzen? Wer soll das spielen, die Teletubbies?“. Top-Programmierer Ethan wird dann in „JPod“ auf eine bizarre Reise geschickt, muss Ronald McDonald einen Liebesbrief schreiben, in einem chinesischen Sweat-Shopals Nike-Sklave arbeiten, seinen Vater trösten, der als Kleinstdarsteller bei einem Film mitspielt über radioaktive Teddybären, die Halloween retten – und dann taucht auch noch Autor Douglas Coupland höchstpersönlich auf, um Ethan ein teuflisches Angebot zu unterbreiten. Wild!


Douglas Coupland: „JPod“,
übersetzt von Clara Drechsler und Harald Hellmann,
Tropen Verlag, 510 Seiten, 22,95 Euro

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