Drea Perlon – Zwei Alben, eine Story


Mit gleich zwei aufeinanderfolgenden Alben schließt Drea Perlon ein außergewöhnlich produktives Jahr. Nach dem Remix-Album „My Roots Will Never Leave My Heart – Remixed“ erschien am 21. November das Abschlusskapitel „Accapella Sessions“ auf ihrem Label AEYA Records. Während das eine Werk ihre Songs durch die Hände zahlreicher Produzent*innen neu interpretiert, zeigt das andere die Sängerin in ihrer reinsten Form – ohne Beats, ohne Effekte, nur Stimme und Emotion. Im Gespräch blickt Drea Perlon zurück auf ein Jahr voller kreativer Energie, auf prägende Begegnungen und auf die Kraft, sich selbst immer wieder neu zu erfinden.

„Das Accapella-Album schließt das große Projekt ,My Roots Will Never Leave My Heart’ in Gänze ab“, erzählt Drea Perlon über den konzeptionellen Bogen, der ihre beiden Veröffentlichungen verbindet. Mit diesen Werken hat sie nicht nur ein Kapitel abgeschlossen, sondern zugleich den Facettenreichtum ihrer musikalischen Identität gezeigt – von clubtauglichen Remixen bis hin zu puren Vocal-Aufnahmen, die ihre Stimme in den Mittelpunkt stellen. Für das Remix-Album kooperierte sie mit einer beeindruckenden Bandbreite an Produzent*innen. „Mit den meisten Produzenten habe ich schon im Vorfeld gearbeitet. Andere kannte ich über ihre Musik und fragte, ob sie Interesse hätten, mit mir zu arbeiten“, erklärt sie. Besonders spannend sei gewesen, dass zwei Remixe ohne Absprache entstanden: „Tabis & Dawn nahmen mein Accapella ,Distorted Reality’ und Rinia Rinia ,Lauf nur lauf’ als Grundlage. Sie erschufen ganz persönliche Remixe, die auf große Begeisterung trafen.“

Musikalisch bleibt sie bei sich – und doch offen für Vielfalt. „Ich bin meinen Vorlieben treu geblieben. Von House über Drum ’n’ Bass, organische Electronica und Minimal bis hin zu starken Club-Remixen – jeder Track bleibt der emotionalen Tiefe des Originals treu und öffnet neue Perspektiven auf meine Vocals.“ Besonders stolz ist sie auf die Bandbreite: „Für jede Situation, jeden Gemütszustand gibt es den richtigen Remix, es fällt mir sehr schwer, einen von 18 Tracks hervorzuheben.“

Während das Remix-Album den Puls liefert, sind die „Accapella Sessions“ der Atem, der ihn trägt. „Die Idee dahinter ist, anderen Künstlern die Möglichkeit zu geben, mit den Vocals zu spielen“, sagt Drea. „Ohne Instrumentalspur lassen sich einzigartige Remix-Ideen entwickeln, neue Drops oder Break-Variationen erstellen. Der Einsatz bietet großen Spielraum für Kreativität.“ Dabei hat sie bewusst Stücke ausgewählt, die ihr persönlich viel bedeuten. „’Moonraker’ ist das einzige Accapella, das noch nicht in einem Track verarbeitet wurde. Die anderen Vocals stammen aus früheren Produktionen mit Torsten Kanzler, Tom Wax, Mathew Brabham und Chris Maico Schmidt. Ich wählte die, die mir am besten gefielen, sehr ausdrucksstark und dafür geeignet waren.“

Dass sie überhaupt wieder zur Musik zurückfand, war alles andere als selbstverständlich. „Der Wiedereinstieg in die Musik gelang mir nach knapp 20 Jahren Dornröschenschlaf durch Evosonic Radio im Jahr 2021“, erinnert sie sich. „Ich hatte einen Gruß für den 24. Geburtstag von Evosonic aufgenommen und ihn beim Senderchef Chris Maico Schmidt eingereicht. Offenbar gefiel er so gut, dass weitere Aufnahmen, wie Jingles, Station-IDs, Trailer für Veranstaltungen, Liveübertragungen und Interviews folgten.“ Besonders prägend war dabei die Zusammenarbeit mit erfahrenen Mentoren: „Ich lernte sehr viel – vor allem Präzision in der Arbeit und Aufnahme der Stimme.“

Heute führt sie mit AEYA Records ihr eigenes Label – ein Ort künstlerischer Unabhängigkeit, an dem sie sich voll entfalten kann. „Ich freue mich außerordentlich, mit Tom Wax als Labelpartner mein Projekt in Vollendung mit drei Longplayern in einem Jahr abgeschlossen zu haben“, sagt sie. „Ich bin dankbar für die schöne Zeit und die Menschen, die mich auf meinem Weg begleiten, ob Hörer oder Produzenten.“ Und Drea verspricht, dass das Kapitel damit noch nicht endet: „In 2026 geht es direkt weiter – ich bin wieder auf Toms kommendem Album zu hören. Ich habe noch einige Ideen, die es umzusetzen gilt, und wer weiß, welche Remixe sich noch mit meinen ,Accapella Sessions’ ergeben.“

Aus dem FAZEmag 166/12.2025
Text: Triple P
www.instagram.com/dreaperlon/?hl=de