Drei Drogen-Mythen die einfach nicht stimmen

Über Drogen haben wir schon viele Mythen gehört, die sich bei genauerer Betrachtung, nach wissenschaftlichen Forschungen oder gar nach Selbstversuchen als unwahr und ziemlich weit hergeholt herausgestellt haben. Bestimmt wurde uns von unseren Eltern auch die eine oder andere Horrorstory erzählt, damit wir die Finger von Drogen lassen. Zwar möchten wir euch nicht dazu anstiften, illegale Drogen auszuprobieren und somit mit dem Gesetz in Konflikt geratet. Aber Aufklärung muss sein.

Mythos:
LSD lässt dich wahnsinnig werden
Besonders um die Zeit 1966 herum, als LSD verboten wurde, entstanden ziemlich viel Gerüchte um die psychedelische Droge. Das wohl absurdeste Gerücht über LSD ist, dass man davon so verrückt wird, dass man denkt man sei ein Vogel, Irrenhaus-reif wird und nicht mehr weiß, wer man eigentlich ist oder dass physikalische Gesetze völlig außer Kraft treten.


Realität
„Wahnsinnig“ ist doch ein sehr subjektiver Begriff. Um klar zu stellen woher dieses Gerücht kommt, sollte man diverse Studien betrachten, die um die Zeit herum entstanden sind, als LSD verboten wurde. In den 1950er Jahren wurde LSD als Waffe von Geheimdiensten eingesetzt. Menschen wurde unwissentlich LSD verabreicht. Es sollte wie ein Wahrheitsserum wirken. Wir wissen mittlerweile, dass das Set und das Setting für psychedelische Trips besonders wichtig sind. Menschen unter Gefangenschaftsbedingungen unwissentlich auf LSD zu setzen, ist bestimmt keine gute Voraussetzung. Weiter wurde Menschen in Rahmen solcher Versuche über Tage unfreiwillig LSD verabreicht. Teilweise kamen noch weitere Elektroschock-Experimente dazu. Dass man davon nicht ausgeglichen wird und nicht entspannt auf die Droge reagiert, ist nachvollziehbar. Das hat aber viel mehr mit den psychischen Foltern zu tun als mit der Droge alleine. 1960 wurde LSD an 2.000 Personen vergeben. Von der Hälfte der Probanden war bekannt, dass sie psychisch krank oder genetisch prädestiniert für psychische Krankheiten waren. Das sind natürlich keine faire Voraussetzungen, um solche Studien durchzuführen.
Mittlerweile erfährt LSD eine Art Comeback für die wissenschaftliche Interessen. Heute werden die Bedingungen der Studien glücklicherweise anders gewählt als damals. Auch geht man heute nicht mehr davon aus, dass LSD einen wahnsinnig werden lässt, der Aspekt unter dem heute mit LSD geforscht wird, scheint anderer positiverer, heilender und aufgeklärterer Natur zu sein als damals.

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Mythos:
Alle pflanzlichen Drogen sind ungefährlich
Alles, was von Mutter Natur selbst kommt ist nicht gefährlich und kann nur gut sein. Man sollte eher vorsichtig sein mit dem, was künstlich von Menschenhand hergestellt wird. Synthetische Drogen sind gefährlicher als natürliche.

Die Realität:
Sehr öko und naiv zu denken, dass alles ungefährlich sei, was von Mutter Natur kommt. Natürlich besteht die Gefahr bei synthetisch hergestellten Drogen, dass sie gestreckt sind mit ungesunden Streckmitteln. Aber vergleicht man zum Beispiel künstliche Halluzinogene mit natürlichen Halluzinogenen, besteht die Gefahr einer Falsch-Dosierung eher bei den natürlichen Produkten. Und schaut man mal auf andere natürliche Drogen, können die sehr wohl gefährlich sein. Zum Beispiel ist Opium, das direkt aus einer Mohnblume gespritzt wird, ein sehr süchtig machendes Narkotikum, das dich leicht töten kann, wenn du es übertreibst. Im Folgenden findet ihr eine Liste, erstellt von dem Neuropsychopharmakologen David Nutt. Diese Liste zeigt auf, wie viel Schaden eine Droge verursacht, für den Konsumenten selbst und für dessen Umfeld.
Also nur weil ein Medikament natürlich ist, bedeutet das nicht unbedingt, dass es sicherer ist, manchmal sogar das Gegenteil.

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Mythos:
Die beste Methode gegen Drogen anzugehen, ist Drogen zu verbieten
Um ein Drogenproblem der Gesellschaft in den Griff zu bekommen, ist es die beste Methode, die Drogen zu verbieten und Strafen zu verschärfen. Das verursacht, dass Menschen die Finger von den Drogen lassen.

Die Realität:
Meistens bringt ein Verbot recht wenig. Mit einem Verbot geht eine erhöhte Kriminalität meist einher. In dem folgenden Diagramm sieht man, dass seit dem Anti-Drogen Krieg 1970 die Kriminalitätsrate stark ansteigt. Eine logische Schlussfolgerung.

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Ein Gegenbeispiel ist die Legalisierung von Marihuana. Schaut man sich den US-Bundesstaat Colorado an, kann man deutliche Rückgänge der Kriminalität beobachten. Die Mensche halten sich weites gehend an die Regeln, die der Staat vorschreibt, aber der Staat lässt seine Bürger auch einen gewissen Freiraum. Regeln sind gut, strenge Verbote hingegen verursachen, dass Leute kriminell werden.

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