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Drogen-Drohnen – NRW rüstet mit neuen Gefängnis-Gittern auf


Die beliebten Flugobjekte sind vielerlei einsetzbar. Wenn Paketdienste Drohnen als Lieferboten nutzen können, kann man mit Drohnen auch Kriminelles und Illegales liefern. Drogen und andere Gegenstände ins Gefängnis zu schmuggeln setzte schon immer Kreativität voraus. Technische Innovationen kommen mittlerweile auch zum Einsatz. Bereits sieben Mal wurden Drohnen, die über Justizvollzugsanstalten kreisten gesichert.

Jetzt wappnen sich die Gefängnisse in NRW vor möglichen Lieferungen per Drohne und bauen spezielle Gitter. In der JVA Essen wurden bereits diese speziellen Gitter angebracht, die den Anflug von Drohnen auf das Gefängnis-Gelände absichern sollen. Direkt an den Zellen-Fenstern wurden sogenannte Feingitter angebracht, die eine direkte Belieferung verhindern. Weitere JVAs rüsten mit Luftabwehrsystemen nach.
In Niedersachsen wird Sensoren-Warnsysteme nachgedacht, um die Drohnen frühzeitig zu erfassen.
Über Anlagen zur Störung der Steuerungssignale wird mit dem Justizministerium diskutiert. Allerdings sagt man in dem Fall, dass die Technik noch nicht ausgereift genug ist.

Die Gefahr durch Drohnen besteht nicht nur darin, dass den Insassen illegale Substanzen geliefert werden könnten, sondern auch Waffen und „Ausbrech“-Werkzeuge.
Ein Fall aus Hamburg, der Untersuchungshaftanstalt Holstenglacis ist bekannt, dass per Drohne ein iPhone, ein USB-Stick und zwei Gramm Marihuana geliefert wurde.
In Bremen wurden die gelben Ü-Eier-Hüllen als Transportbox für Marihuanas an Insassen der JVA verwendet. Die Ü-Eier-Ladung kam per Drohnen-Lieferung.

Bei den anderen Malen, an denen Drohnen sicher gestellt oder in der Nähe der Gefängnisse gesehen wurden, ist unklar, ob es sich um neugierige Hobby-Flieger oder beabsichtigten illegalen Zulieferungen handelte.
Dennoch stellen schon die möglichen Lieferungen ein Problem dar. Angestellte müssen vor jedem Freigang sämtliche Flächen, die von den Inhaftierten betreten werden, vor jedem Hofgang inspizieren.
Dass das Drogengeschäft auch hinter den Mauern der Gefängnisse blüht ist kein Geheimnis. Jährlich werden mehr als 1000 Fälle, bei denen Drogen im Gefängnis beschlagnahmt werden, bekannt. Ebenso werden mehrere Handys und auch Messer regelmäßig sicher gestellt. Die Grauzone verdeckt dabei sicherlich noch weitere viele Fälle dieser Art.

Ein besonderer Drohnen-Fall ist in Bayern zu verzeichnen. Dort wurde eine Drohne ohne Lieferung jedoch mit einer guten Kamera ausgestattet gesichert. Wahrscheinlich wollte ein Paparazzo exklusive Bilder von Uli Hoeneß, wie er dabei ist seine Haftstrafe ab zu sitzen.

Bild: dpa/Montage: HAZ

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