Drogen-Razzia: Technoclub wehrt sich gegen Polizeigewalt – Politik meldet sich

Am 14. Mai wurde der Nürnberger Technoclub Rakete gegen 5 Uhr morgens von einer Drogen-Razzia mit 100 Polizisten überrascht. Dabei entstanden Schäden an Türen und der Besitzer erhebt schwere Vorwürfe gegen das Verhalten der Beamten – nun wird die Politik eingeschaltet.

Damals veröffentlichte der Club ein Facebook-Statement, er sei „brutal von Polizeikräften übernommen“ worden. Es folgte ein Aufruf seitens der Clubbetreiber, man suche Zeugen zu dem Vorfall. Nun meldete sich auch Geschäftsführer Tom Zitzmann.

„Sie haben gewaltsam Brandschutztüren aufgebrochen und die Besucher hektisch zusammengetrieben“, so der 55-Jährige. „Wir haben uns wie Schwerverbrecher gefühlt. Ein Freund und Helfer war nicht dabei.“

Die Polizei wehr sich. „Der Kontroll- und Durchsuchungsaktion lag ein Beschluss des Amtsgerichts Nürnberg zugrunde. Dieser basierte auf vorangegangenen konkreten Erkenntnissen der Polizei“, heißt es seitens des Polizeipräsidiums Mittelfranken.

Pressesprecher Michael Konrad erklärte, in so einem Fall müsse „schnell und konsequent“ gehandelt werden, es könne auch notwendig sein, Türen aufzubrechen und Besucher ggf. daran zu hindern, Drogen wegzuwerfen.

Dabei war es keinesfalls so, dass die Razzia ins Leere führte. Die Polizei leitetete 40 Verfahren wegen Drogenbesitzes ein, in einigen Fällen wegen Handels. Trotz allem schaltet sich nun die Politik ein. Die Stadtratsfraktion der Grünen aus Nürnberg hat einen Antrag beim Oberbürgermeister eingereicht.

„Ich erwarte, dass die Bürger über die Gründe unterrichtet und über die Angemessenheit des Vorgehens diskutiert wird. Auch bei einem Polizeieinsatz darf niemand schlecht behandelt werden, das ist Fakt!“, sagt Natalie Keller, kulturpolitische Sprecherin der Grünen.

Laut Zitzmann sind an dem Morgen 8.000 Euro Schaden entstanden. Die Razzia sei außerdem schlecht für das Image. Allein in den vergangenen Wochen traten dort u.a. Marika Rossa, Nusha, Etapp Kyle, Pappenheimer und Thomas Schumacher auf.

Quelle: Bild

Das könnte dich auch interessieren:

100 Polizisten im Einsatz: Schwere Vorwürfe nach Drogen-Razzia in der Nürnberger Rakete