„Drogen – von Gras zu Crystal“: Theaterstück will Schüler aufklären

Der Weimarer Kulturexpress brachte das Stück „Drogen – von Gras zu Crystal“ an die Humboldtschule in Halver. Die Aufführung fand am 24. Februar statt und richtete sich an Schüler der siebten bis zehnten Klassen.

Mit einer eindringlichen Geschichte über Freundschaft, Gruppenzwang und Sucht zeigte das Theaterstück, wie schnell Jugendliche in die Abhängigkeit geraten können. Katharina Loos und Tabitha Eugling spielten die Hauptrollen in der Inszenierung.

Die beiden Musicaldarstellerinnen aus Hamburg sind bereits aus Produktionen wie „Sister Act“ oder „Die Schatzinsel“ bekannt. Nun reisen sie durch Deutschland, um mit dem Kulturexpress wichtige gesellschaftliche Themen in Schulen zu bringen.

Ihr Ziel: Aufklärung durch emotionales Erleben. Die Handlung dreht sich um die Freundinnen Anne und Frieda, die sich seit ihrer Kindheit kennen. Während Frieda früh beginnt zu rauchen und Drogen zu konsumieren, ist Anne zunächst schockiert.

Doch auf Friedas Drängen probiert sie selbst Cannabis – und genießt die Wirkung. Während Anne jedoch Grenzen zieht, gerät Frieda immer weiter in die Spirale der Sucht. Frieda rutscht von Cannabis und Alkohol zu härteren Drogen ab und wird schließlich abhängig von Crystal Meth.

Ihre Probleme zu Hause und der Druck, den Erwartungen ihrer Mutter zu entsprechen, verstärken ihre Flucht in die Drogenwelt. Während Anne die Veränderung ihrer Freundin zunächst nicht vollständig begreift, wird ihr schließlich das ganze Ausmaß von Friedas Abhängigkeit bewusst.

Das Theaterstück endet tragisch: Frieda stirbt an ihrer Sucht. Die Aufführung will verdeutlichen, dass Drogensucht oft aus einem Zusammenspiel verschiedener Faktoren entsteht – sei es familiärer Druck, falsche Freunde oder psychische Belastungen.

Eine anschließende Diskussionsrunde bot den Schülern die Möglichkeit, über das Thema zu sprechen und eigene Fragen zu stellen. Eugling machte deutlich, dass das Stück auf realen Geschichten basiert, auch wenn die Figuren fiktiv sind.

Sie erinnerte sich an eine frühere Aufführung, bei der eine Schülerin von ihrem besten Freund erzählte, der mit 16 Jahren an seiner Sucht starb. Auch in Halver wurde thematisiert, wie Leistungsdruck, Gewalt und psychische Erkrankungen eine Rolle spielen können.

Die Schauspielerinnen appellierten an die Schüler, sich im Ernstfall Hilfe zu suchen. Ob bei Beratungsstellen, Lehrkräften oder der Polizei – es gebe immer Anlaufstellen, um nicht allein mit einem Problem zu bleiben.

Mut und Überwindung seien nötig, doch der Schritt könne Leben retten. Für den Märkischen Kreis wurden verschiedene Hilfsangebote vorgestellt. Während viele das Stück mit Aufmerksamkeit verfolgten, gab es auch einige Schüler, die störten oder sich über die ernste Thematik lustig machten.

Die Schauspielerinnen machten daraufhin klar, dass ihr Stück zwar überzeichnet sei, die dargestellten Probleme jedoch real sind. Sie betonten, dass Respekt und Offenheit entscheidend für eine erfolgreiche Präventionsarbeit sind.

Quelle: lokaldirekt.de

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